Honoré de Balzac (1799–1850)

155 Sprüche Klassik

Möge eine Gesellschaft, die sich einzig auf die Macht des Geldes stützt, erzittern, wenn sie die Ohnmacht der Justiz gegenüber den Verflechtungen eines Systems erkennt, das den Erfolg, der alle Mittel heiligt, zum Gott erhebt.

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In der Arbeit ist das Wissen aller religiösen Grundbegriffe enthalten, die unsere Gesellschaft lebensfähig macht.

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Das Wenn ist das lenkbarste Reittier der Hoffnung.

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Durch ein unerklärliches Phänomen haben viele Leute Hoffnungen, ohne Glauben zu besitzen. Die Hoffnung stellt die Blüte des Wunsches dar, der Glaube ist die Frucht der Gewißheit.

Balzac, Die Suche nach dem Absoluten (La recherche de l’absolu), 1834 (dt. 1841-46)

Wir gehen eher an den Folgen einer getäuschten Hoffnung zugrunde als an der Reue über eine bestimmte Tat.

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Erfahrung ist eine so schöne Sache, daß man sie nicht teuer genug kaufen kann.

Balzac, Kleine Leiden des Ehestandes (Petites misères de la vie conjugale), 1830 (dt. 1847)

Man verbringt einen guten Teil seines Lebens damit, auszujäten, was man in der Jugend in seinem Herzen hat wachsen lassen. Diese Option nennt man: Erfahrungen machen!

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Das größte Glück hat immer die liebe Unerfahrenheit.

Balzac, Tante Lisbeth (La Cousine Bette), 1846

Keiner weiß uns Dank für das, was unter der Oberfläche steckt.

Balzac, Verlorene Illusionen (Illusions perdues), 1837-43 (dt. 1846)

Dankbarkeit: man gibt mehr, als man bekommen hat.

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Ich bin über den Erdball gegangen wie durch den Garten einer Wohnung, die mir gehört.

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Es gibt Gedanken, denen wir gehorchen, ohne sie zu kennen. Sie sind in uns, ohne daß wir es wissen.

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Nun hat aber der Kopf seine schöpferischen Gedanken niemals länger zur Verfügung, als Lust und Liebe im Herzen dauern.

Balzac, Tante Lisbeth (La Cousine Bette), 1846

Ein Gedanke kann einen Menschen töten.

Balzac, Physiologie der Ehe (Physiologie du mariage), 1829

Es gibt Fehler bei einer Frau, die kräftigen Lehren weichen können, wie die Erfahrung oder ein Ehemann sie geben; aber nichts vermag die Tyrannei falscher religiöser Ideen zu besiegen.

Balzac, Gobseck, 1830 (dt. 1846)

Für Millionen gibt es weder ein Schafott noch einen Henker.

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Es gibt Menschen, die wir in der Erde begraben; aber andere, die wir besonders zärtlich lieben, sind in unser Herz gebettet. Die Erinnerung an sie mischt sich täglich in unser Tun und Trachten, wir denken an sie, wie wir atmen, sie haben in unserer Seele eine neue Gestalt angenommen, nachdem zarten Gesetz der Seelenwanderung das im Reich der Liebe herrscht.

Balzac, Die verlassene Frau, 1846

Doch wenn des Menschen Tage erfüllt sind, soll er den Tod nicht mit einem bösen Gesicht empfangen.

Balzac, Tolldreiste Geschichten (Les contes drolatiques), 1832-37 (dt. 1908)

Der Mensch stirbt stückweis, wie uns die Philosophen sagen; und dabei führt er fast immer den Tod an; denn ist es wirklich immer Leben, was dieser mit seiner Knochenhand ergreift?

Balzac, Physiologie der Ehe (Physiologie du mariage), 1829. Der eheliche Friede

Es ist ebenso lächerlich, einer Frau zu zürnen, daß sie nicht liebt, als mit dem Schicksal zu hadern, uns rote und nicht schwarze Haare gegeben zu haben.

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Ein Schicksal ist so viel wert, als der Mensch es schätzt.

Balzac, Verlorene Illusionen (Illusions perdues), 1837-43 (dt. 1846)