Die Liebe verleiht uns so etwas wie eine Religion für unser eigenes Ich: Wir halten in uns ein anderes Leben hoch.
Die Liebe ist eine Falschmünzerin, die beständig aus plumpen Sousstücken Louisdor und manchmal auch aus Louisdor Sousstücke macht.
Wir lieben nicht unseresgleichen: Zwischen zwei Liebenden müssen Streitigkeiten auszugleichen, Entfernungen zu überbrücken sein.
Ein Glück ohne Liebe ist wie eine Göttin ohne Altar.
Die Liebe ist für geringwertige Wesen zwar nur ein einfaches Bedürfnis der Sinne, aber für hochstehende Menschen das bedeutendste und fesselndste Schöpfungswerk.
Wir können lieben, ohne glücklich zu sein; wir können glücklich sein, ohne zu lieben, aber lieben und glücklich sein – die beiden so großen menschlichen Genüsse zu verbinden, dazu bedarf es eines Wunders.
Liebe wiegt sich gern in den größten Hoffnungen und je ausschweifender sie sind, um so mehr glaubt sie an ihre Verwirklichung.
Es gibt Abgründe, über die die Liebe nicht hinweg kann, aber sie kann sich hineinstürzen!
Wenn Sie jemals lieben, hüten Sie Ihr Geheimnis gut! Geben Sie es nicht preis, ehe Sie genauer wissen, wem Sie Ihr Herz eröffnen. Um diese Liebe zu hüten, noch ehe sie in Ihnen erwachsen ist, lernen Sie der Welt mißtrauen.
Stets kommt eine Altersstufe, auf der das Leben nichts weiter ist, als eine in einem gewissen Lieblingsmilieu ausgeübte Gewohnheit.
Freunde! Nicht taugt die Moral Zum Lied, längst schwor ich sie ab; Wen schert Vernunft, der einmal Sich ganz der Tollheit ergab! Kein Lied ist zu schlecht, Wenn mit Huren man zecht, Epikur stellt es fest. Wird Apollo bekränzt, Wenn uns Bacchus kredenzt? Trinkt, lacht! Zum Teufel den Rest! Hundert Jahre versprach Hippokrates jedem Kumpan. Wird auch das Bein schließlich schwach, Was kommt es uns darauf an? Wenn nur die Hand bis zuletzt, Die das Glas an die Lippe setzt, Nicht locker läßt –. Komme das Alter heran, Stoßt mit mir an, Trinkt, lacht! Zum Teufel den Rest! Wie er zur Welt kam, versteht Vortrefflich ein jeder Wicht, Aber fragst du, wohin er geht, So weiß es der Klügste nicht. Doch spar dir darob den Verdruß, Überlaß dem Himmel den Schluß, Daß wir sterben, steht fest. Doch ist nicht minder gewiß, Daß wir leben; das andre vergiß! Trinkt, lacht! Zum Teufel den Rest!
Freundschaft ist ein Zustand, der besteht, wenn jeder Freund glaubt, dem anderen gegenüber eine leichte Überlegenheit zu haben.
Daran erkenne ich, wenn es einem Freund gut geht: er hat kein Gedächtnis mehr.
Nichts verstärkt eine Freundschaft so wie der Glaube eines Freundes, dass er dem anderen überlegen ist.
Freundschaften sind von Dauer, wenn jeder der beiden Freunde annimmt, er habe ein leichtes Übergewicht über den anderen.
Was Freundschaften unauflöslich macht und deren Reiz verdoppelt, ist ein Gefühl, das der Liebe fehlt: Die Sicherheit!
Mengt somit ein bißchen mehr Freundschaft in eure Gehässigkeiten und etwas weniger Haß in eure Freundschaftsbeweise.