Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

708 Sprüche Aufklärung

Selig, wer sich vor der Welt Ohne Haß verschließt, Einen Freund am Busen hält.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese, aus: An den Mond

Das schönste Glück des denkenden Menschen ist, das Erforschliche erforscht zu haben und das Unerforschliche ruhig zu verehren.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Über Natur und Naturwissenschaft

Welch Glück, geliebt zu werden! Und lieben, Götter, welch ein Glück!

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Aus: Willkommen und Abschied

Der ist der glücklichste Mensch, der das Ende seines Lebens mit dem Anfang in Verbindung setzen kann.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Kunst und Altertum, 3. Bandes 1. Heft. 1821, Eigenes und Angeeignetes in Sprüchen

Glück macht Mut.

Goethe, Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand, 1773. 4. Akt, Wirtshaus zu Heilbronn, Sickingen zu Götz

Das Glück ist eigensinnig, oft das Gemeine, das Nichtswürdige zu adeln und wohlüberlegte Taten mit einem gemeinen Ausgang zu entehren.

Goethe, Egmont, 1788. 4. Akt, Alba zu Silva

Wem wohl das Glück die schönste Palme beut? Wer freudig tut, sich des Getanen freut.

Goethe, J. W., Gedichte. Aus letzter Hand. 1827, Sprichwörtlich

Prinzessin: Wer ist denn glücklich? Leonore: O blicke nicht nach dem, was jedem fehlt, Betrachte, was noch einem jeden bleibt!

Goethe, Torquato Tasso, 1807. 3. Akt, 2. Szene

Daß Glück ihm günstig sei, Was hilft's dem Stöffel? Denn regnet's Brei, Fehlt ihm der Löffel.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Sprichwörtlich

Das Glück Deiner Tage Wäge nicht mit der Goldwaage. Wirst du die Krämerwaage nehmen, So wirst du dich schämen und dich bequemen.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Sprichwörtliches

Der Glückliche, der Behagliche hat gut reden, aber schämen würde er sich, wenn er einsähe, wie unerträglich er dem Leidenden wird.

Goethe, Die Wahlverwandtschaften, 1809. 1. Teil, 18. Kap., Eduard zu Mittler

Tust du was für den Augenblick, Vor allem opfre du dem Glück.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Sprichwörtliches

Wer glücklich war, der wiederholt sein Glück im Schmerz.

Goethe, Pandora. Fragment, 1810. Prometheus zu Epimetheus

Es ist nichts furchtbarer anzuschauen als grenzenlose Tätigkeit ohne Fundament. Glücklich diejenigen, die im Praktischen gegründet sind und sich zu gründen wissen!

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Über Literatur und Leben

Ach! warum, ihr Götter, ist unendlich Alles, alles, endlich unser Glück nur!

Goethe, Pandora. Fragment, 1810. Epimeleia zu Pro- und Epimetheus

Er fühlt, wie das reinste Glück der Welt Schon eine Ahndung von Weh enthält.

Goethe, Der ewige Jude. Versepos. Ein Fragment, 1774; Erstdruck 1836. Des ewigen Juden erster Fetzen

Nicht so geschwind! Das Glück macht alle gleich, Den Faulen und den Tät'gen – arm und reich.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese, aus: Auf MiedingsTod

Was gibt uns wohl den schönsten Frieden, Als frei am eig'nen Glück zu schmieden.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Sprichwörtliches

Das größte Glück und das höchste Unglück sind nur kleine Abweichungen von dem Gewöhnlichen.

Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 5. Buch, 16. Kap., Geistlicher zu Wilhelm

Und Freud und Wonne aus jeder Brust. O Erd, o Sonne! O Glück, o Lust!

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand. 1827, Lieder, aus: Mailied

Der Anblick eines wahrhaft Glücklichen macht glücklich.

Goethe, J. W., Gedichte. Lila. Singspiel, 1777. Erstdruck Theater-Kalender auf das Jahr 1778. 2. Aufzug, Almaide