Was auch als Wahrheit oder Fabel In tausend Büchern dir erscheint, Das alles ist ein Turm zu Babel, Wenn es die Liebe nicht vereint.
Wenn dir's in Kopf und Herzen schwirrt, was willst du Bessres haben! Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.
Fehlst [Scheiterst] du, laß dich's nicht betrüben: Denn der Mangel führt zum Lieben; Kannst dich nicht vom Fehl befrein, Wirst du andern gern verzeihn.
Und wer nicht liebt, wird sich des schönen Maien, So gut er kann, doch leider halb nur freuen.
Ihr seufzt und singt und schmelzt und küsst Und jauchzet, ohne dass ihr's wisst, Dem Abgrund in der Nähe. Flieht Wiese, Bach und Sonnenschein, Schleicht, soll's euch wohl im Winter sein, Bald zu dem Herd der Ehe.
Das Bild der Geliebten kann nicht alt werden, denn jeder Moment ist seine Geburtsstunde.
In einem Augenblick gewährt die Liebe, Was Mühe kaum in langer Zeit erreicht.
Man sei erst liebenswert, wenn man geliebt sein will.
Gegen große Vorzüge eines andern gibt es kein Rettungsmittel als die Liebe.
Forschend übersieht dein Blick Eine großgemess'ne Weite. Hebe mich an deine Seite! Gib der Schwärmerei dies Glück; Und in wollustvoller Ruh' Säh der weitverschlag'ne Ritter Durch das gläserne Gegitter Seines Mädchens Nächten zu.
Aufgezogen durch die Sonne Schwimmt im Hauch äther'scher Wonne So das leicht'ste Wölkchen nie Wie mein Herz in Ruh' und Freude. Frei von Furcht, zu groß zum Neide, Lieb' ich, ewig lieb' ich sie!
Und unmerkliche Betörung Macht die Liebe zur Verehrung, Die Begier zur Schwärmerei.
Nirgends kann ich sie vergessen; Und doch kann ich ruhig essen, Heiter ist mein Geist und frei.
Mein Gefühl wird stets erweichter; Doch mein Herz wird täglich leichter, Und mein Glück nimmt immer zu.
Sie war nicht liebenswürdig, wenn sie liebte, und das ist das größte Unglück, das einem Weibe begegnen kann.
Trink, o Jüngling! heil'ges Glücke Taglang aus der Liebsten Blicke; Abends gaukl' ihr Bild dich ein.
Spott vertreibt die Liebe nicht.
Jägers Abendlied Im Felde schleich' ich still und wild, Gespannt mein Feuerrohr. Da schwebt so licht dein liebes Bild, Dein süßes Bild mir vor. Du wandelst jetzt wohl still und mild Durch Feld und liebes Tal, Und ach, mein schnell verrauschend Bild, Stellt sich dir's nicht einmal? Des Menschen, der die Welt durchstreift Voll Unmut und Verdruß, Nach Osten und nach Westen schweift, Weil er dich lassen muß. Mir ist es, denk ich nur an dich, Als in den Mond zu seh'n; Ein stiller Friede kommt auf mich, Weiß nicht, wie mir gescheh'n.
Ein Schleier, Halstuch, Strumpfband, Ringe Sind wirklich keine kleinen Dinge, Allein, mir sind sie nicht genug.
Soll ich dich gleich, Geliebte, missen, Wirst du mir doch nicht ganz entrissen: Zu seh'n, zu tändeln und zu küssen Bleibt mir der schönste Teil von dir. Gleich ist des Haar's und mein Geschicke: Sonst buhlten wir mit einem Glücke Um sie, jetzt sind wir fern von ihr.
Du siehst, mit diesem Trank im Leibe, Bald Helenen in jedem Weibe.