Warum denn immer bös' oder gut! Müssen wir nicht mit uns selbst, so wie mit andern, vorlieb nehmen, wie die Natur uns hat hervorbringen mögen.
Der Charakter ist eine psychische Gewohnheit, eine Gewohnheit der Seele.
Es geht eins nach dem andern hin, Und auch wohl vor dem andern; Drum laßt uns rasch und brav und kühn Die Lebenswege wandern. Es hält dich auf, mit Seitenblick, Der Blumen viel zu lesen; Doch hält nichts grimmiger zurück, Als wenn du falsch gewesen.
Ein Mensch zeigt nicht eher seinen Charakter, als wenn er von einem großen Menschen oder irgend von etwas Außerordentlichem spricht. Er ist der rechte Probierstein aufs Kupfer.
Wenn auch die menschlichen Anlagen im ganzen eine entschiedene Richtung haben, so wird es doch dem größten und erfahrensten Kenner schwer sein, sie mit Zuverlässigkeit voraus zu verkünden; doch kann man hinterdrein wohl bemerken, was auf ein Künftiges hingedeutet hat.
Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange Ist sich des rechten Weges wohl bewußt.
Unreine Lebensverhältnisse soll man niemand wünschen; sie sind aber für den, der zufällig hineingerät, Prüfsteine des Charakters und des Entschiedensten, was der Mensch vermag.
Charakter im Großen und Kleinen ist, daß der Mensch demjenigen eine stete Folge gibt, dessen er sich fähig fühlt.
Wie der Mensch das Pfuschen so liebt! Fast glaub ich dem Mythus, Der mir erzählet, ich sei selbst ein verpfuschtes Geschöpf.
Es ist keine Kunst, eine Göttin zur Hexe, eine Jungfrau zur Hure zu machen; aber zur umgekehrten Operation, Würde zu geben dem Verschmähten, wünschenswert zu machen das Verworfene, dazu gehört entweder Kunst oder Charakter.
Wie kann der Charakter, die Eigentümlichkeit des Menschen, mit der Lebensart bestehen?
Denn der Mensch, der zur schwankenden Zeit auch schwankend gesinnt ist, Der vermehret das Übel und breitet es weiter und weiter; Aber wer fest auf dem Sinne beharrt, der bildet die Welt sich.
Aber das ist auch eben das Schwere, daß unsere bessere Natur sich kräftig durchhalte und den Dämonen nicht mehr Gewalt einräume als billig.
Und wenn mich am Tag die Ferne Blauer Berge sehnlich zieht Nachts das Übermaß der Sterne Prächtig mir zu Häupten glüht: Alle Tag' und alle Nächte Rühm ich so des Menschen Los; Denkt er ewig sich ins Rechte, Ist er ewig schön und groß.
Mir ist in allen Geschäften und Lebensverwickelungen das Absolute meines Charakters sehr zu statten gekommen; ich konnte Vierteljahre lang schweigen und dulden, wie ein Hund, aber meinen Zweck immer festhalten; trat ich dann mit der Ausführung hervor, so drängte ich unbedingt mit aller Kraft zum Ziele, mochte fallen rechts oder links, was da wollte.
Und so wäre es wohl das Beste, sich nicht zu bekümmern, was andere tun, sondern immerfort zu suchen, wie weit man es selbst bringen kann.
Ja, es ist zugleich mit dem Kunstsinn der sittliche, welcher große Erneuerung erleidet.
Das Leben eines Menschen ist sein Charakter.
Jedermann hat seine Eigenheiten und kann sie nicht loswerden; und doch geht mancher an seinen Eigenheiten, oft an den unschuldigsten, zugrunde.
Wie der Mann, so auch sein Gott.
Es gibt problematische Naturen, die keiner Lage gewachsen sind, in der sie sich befinden, und denen keine genugtut. Daraus entsteht der ungeheure Widerstreit, der das Leben ohne Genuß verzehrt.