In jede hohe Freude mischt sich eine Empfindung der Dankbarkeit.
Es ist noch jeder leicht durch diese Welt geschritten, Der gut zu danken wusst', und wusste gut zu bitten.
Das Gefühl schuldiger Dankbarkeit ist eine Last, die nur starke Seelen zu ertragen vermögen.
Die nicht zu danken verstehen, die sind die Ärmsten.
Dem, der uns Gutes tut, sind wir nie so dankbar, wie dem, der uns Böses tun könnte, es aber unterlässt.
Einen Gedanken verfolgen – wie bezeichnend dies Wort! Wir eilen ihm nach, erhaschen ihn, er entwindet sich uns, und die Jagd beginnt von neuem. Der Sieg bleibt zuletzt dem Stärkeren. Ist es der Gedanke, dann läßt er uns nicht ruhen, immer wieder taucht er auf – neckend, quälend, unserer Ohnmacht, ihn zu fassen, spottend. Gelingt es aber der Kraft unseres Geistes, ihn zu bewältigen, dann folgt dem heißen Ringkampf ein beseligendes, unwiderstehliches Bündnis auf Leben und Tod, und die Kinder, die ihm entspringen, erobern die Welt.
Ein Mann, der sich im Gespräche mit seiner Frau widerlegt fühlt, fängt sogleich an, sie zu überschreien. Er will und kann, ja er soll beweisen, daß ihm immer, auch wenn er falsch singt, die erste Stimme gebührt.
Gedanken, die schockweise kommen, sind Gesindel. Gute Gedanken erscheinen in kleiner Gesellschaft. Ein göttlicher Gedanke kommt allein.
Hab' einen guten Gedanken, man borgt dir zwanzig.
Wenn ich nicht schlafen kann, rufe ich meine Gedanken und sage: Kommt, unterhaltet mich, meine Gedanken!
Wir müssen immer lernen, zuletzt auch noch sterben lernen.
Der Himmel ist geöffnet über mir, Und eine Stimme, solchen Wohllauts voll, Wie niemals ihn ein Erdenkind vernahm, Der ewgen Liebe und der Allmacht Stimme Vereint zu einem wundersamen Klang, Ruft laut aus lichten Höhen: »Komm – o komm!« Ich aber steh auf einem uferlosen, In Eisesfrost erstarrten Ozean; Da grünt kein Baum, da wellen keine Hügel, Da ragt kein Bergesgipfel wolkennah; Die Sehnsucht flammt, doch hebt sie nicht empor, Und Flügel – Flügel – hat mir Gott versagt.
Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden was wir erleben, macht unser Schicksal aus.
Wir werden vom Schicksal hart oder weich geklopft; es kommt auf das Material an.
Kein Mensch weiß, was in ihm schlummert und zutage kommt, wenn sein Schicksal anfängt, ihm über den Kopf zu wachsen.
Es geschieht zu jeder Zeit etwas Unerwartetes; unter anderem ist auch deshalb das Leben so interessant.
Eltern verzeihen ihren Kindern die Fehler am schwersten, die sie selbst ihnen anerzogen haben.
Wer sich an seine eigene Kindheit nicht sehr deutlich erinnert, ist ein schlechter Erzieher.
Daß soviel Ungezogenheit gut durch die Welt kommt, daran ist die Wohlerzogenheit schuld.