Otto Weiß (1849–1915)

87 Sprüche Romantik

Das Leben beseitigt manchen Fehler der Erziehung – und manchen Vorzug der Erziehung.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Das Leben ist ein Gemälde – um so schöner, je ungenauer man es betrachtet.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Wie nichtig wär' das Leben ohne Nichtigkeiten!

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Glücklich der, der Zeit hat zu leben!

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Es gibt kühne Sportsleute, denen das Leben andrer ebenso wertlos erscheint, als das ihrige tatsächlich ist.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Zwischen zwei sehr Befreundeten bestand jahrelang ein Mißverständnis …. Eines Tages endlich klärte es sich auf …. Und von da an war's aus mit der Freundschaft!

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Erfahrungssatz: Junge Freundschaften sind meist verläßlicher als alte.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Woran die Freundschaft oft scheitert: an ihrer Intimität.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

UnsreFeindesollen wir lieben? … O, wären wir erst so weit, dass wir unsreFreundeliebten!

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Natürlich musst du die Vergnügungen deiner Freunde teilen – nicht deren Kümmernisse.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906. Lebensregeln. (Entnommen dem Geheimarchiv der Menschheit.)

Ein Statistiker hat die Durchschnittsdauer der Freundschaften berechnet. Ergebnis: sie währen so lange, bis man sie erprobt.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Ein Parapluie-Fabrikant: "Wenn ein Schicksalgewitter auf uns Menschen niedergeht, dann spannen wir den Regenschirm der Lebensweiheit auf – und merken, wie sehr er durchlöchert ist.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Ich weiß nicht mehr, wer es sagte: „Die Weisheit schützt uns vor manchem Übel – und vor vielen Annehmlichkeiten.“

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Jemand seufzte: "Erfolge machen nicht glücklich – solange Konkurrenten auch welche haben!"

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Was man so manchem übelnimmt: daß er den Wert seiner Arbeit kennt.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Wirklich zu arbeiten – ist manchem nur in Mußestunden vergönnt.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Im Allgemeinen wird die Arbeit mehr geschätzt als der Arbeiter – und die Ausbeutung mehr verachtet als der Ausbeuter.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Die Familie – finden Sie nicht auch? – sorgt im allgemeinen besser für das Glück der Unmündigen als für das der Mündigen.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Viele Familien leben in idyllischer Eintracht – sooft man sie besucht.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Wo könnte ein Mensch gemütlicher leben als in seiner Familie – und wo ungemütlicher als in seiner Familie!

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Ein Uhrmacher: "Wenn man fürchtet – geht der Uhrzeiger rasch; wenn man hofft – geht er langsam."

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909