Unbekannt
"Die Zeit heilt alle Wunden", ist Dein Wahn? O Freund, fang' doch zu überlegen an, Und Du gelangst zu ganz and'rer Kunde. Hat – neben Vielem, was dem Menschen droht – Hat je die Zeit geheilt des Alters Noth, Und ist das Alter nicht die schlimmste Wunde?
Die Lebenstage der Menschen gleichen den sybellinischen Büchern: Je weniger davon übrig sind, desto kostbarer werden sie.
Vor Zeiten zu Jerusalem Da lebt' ein weiser König, Blieb schuldig keine Antwort wem, Er liebt' und trank nicht wenig; Doch als er alt geworden war, Gebeugt der stolze Scheitel, Die Waden dünn, schneeweiß das Haar, Papier statt Gold im Beutel – Da schrie er in Jerusalem: 's ist Alles, Alles eitel!
Willst du im Alter glücklich sein, mußt du vergessen, was du in der Jugend versäumt hast!
Die besten Jahre kommen, wenn die guten fort sind.
Der Schrecken kann den Menschen in kurzer Zeit um viele Jahre älter machen; schon mancher ist über Nacht Großvater geworden.
Die Menschheit ist wirklich jung. Es genügt eine Kette von 84 Hundertjährigen, um in die Zeiten eines Theseus und in die prähistorischen Zeiten zurückzukommen.
Was uns älter macht, ist nicht die Zunahme an Jahren, sondern das Aufgeben unserer Ideale.
Wer seiner Werke Ende kann Anschau'n, das ist ein weiser Mann. Wer immer auf das Ende gern Hinsieht, dem bleibt die Reue fern. Das Ende krönet, nicht der Streit; Gut Ende guten Namen verleiht. Das Ende treibt die Sünde zurück, Schaut man es an mit stätem Blick. Ein gutes Ende macht Alles gut, Gut Ende nimmer übel thut. Der Bootsmann an dem Ende steht Und lenkt das Schiff, daß es wohl geht. Wer stets will auf das Ende sinnen, Der wird wohl selten Leid gewinnen.
Die Ehrfurcht vor dem Alter erstreckt sich nicht auf gebratene Hühner.
Der Greis ist ehrwürdig, so lange er kein Jüngling sein will.
Was ist schlimmer als sterben? Sich überleben!
Das Alter ist ein heiklig' Haus Und fängt bald an zu wanken: Dem einen geh'n die Haare aus, Dem Andern die Gedanken.
Höher als die Kunst, mit Anstand alt zu werden, ist die Kunst, mit Anstand alt zu sein.
Das Wort: "Sie werden alt!" wird nur als Prophezeiung gern gehört.
Wenn ein gereifter Mann sich jugendlich benimmt, sagt man von ihm: Er ist noch ganz der Alte.
Das wäre gut… Ich liebe den Herbst! Meinen eigenen jedoch sehe ich mit gemischten Gefühlen so selbstverständlich davon gehen, so sanft wie die fallenden Blätter und zuvor noch ein paar Stürme erleben, das wäre gut.
Über allen Leben weh'n Kühl des Todes Schauer. Edle Menschen altern seh'n, Ist die größte Trauer.
Die grauen Haare sind nicht immer der Schnee des Alters, sondern öfters auch der Reif der Jugend.
Das Altwerden ist eine dumme Geschichte, aber wenn man es im Grunde nimmt, das einzige Mittel, lange zu leben.