Unbekannt
Gott ist wie ein Spiegel. Spiegel bleiben sich immer gleich, aber jeder, der hineinblickt, sieht etwas anderes
Pausengespräch mit Gott Du, Gott, Du schenktest uns das All, und auf der Erde eine Weile. Durch Deine Allmacht leben wir, von Deiner Güte zehren wir, in Deiner Hand sind wir geborgen. Wir danken Dir, daß Du uns wolltest und wir Dir zugehören dürfen.
Der Pfarrer hatte Recht, ich will Gott finden, weil ich tief im Innern hoffe, daß er ledig ist.
Wäre es die Absicht des Großen Geistes, daß der Mensch an einem Ort bliebe, so würde er die Welt zum Stillstand bringen. Aber er hat sie so gemacht, daß sie sich ständig verändert, daß Vögel und Tiere sich fortbewegen und immer grünes Gras und reife Beeren finden. Er hat die Welt so gemacht, daß das Sonnenlicht für Arbeit und Spiel da ist und die Nacht zum Schlafen…
Mit meinem Gott kann ich Wälle zerschlagen, mit meinem Gott über Mauern springen. Wie ein Blitz voll Kraft und Macht erhellt er meine Nacht, zersprengt er Ängste, Zweifel und Gefahr.
Herr, deine Liebe ist wie Feuer, das unsere Herzen von neuem erfaßt! Deine Liebe ist geduldig, deine Liebe eifert nicht. Deine Liebe ist Erbarmen, sie ist Wahrheit und ist Licht. Daran wird die Welt erkennen, daß wir deine Jünger sind, wenn wir uns von Herzen lieben und dich, Vater, wie ein Kind. Deine Liebe, die ist teuer, denn du gabst sie für die Welt. Deine Liebe ist das Feuer, das uns reinigt und erhellt.
Gott kann jeden Tag geboren werden – in der Krippe wie im tönenden Lärm wilder Lage. Du kannst ihn gebären, armer verschütteter Mensch.
Unser erster Vater, der Absolute, ging aus der Urfinsternis hervor. Er sah nicht die Finsternis, obwohl die Sonne noch nicht existierte. Er war erleuchtet durch den Widerschein seines inneren Selbst wie eine Sonne.
"Seid wachsam", sagt der Herr – und wir postieren Wachen vor unseren Kirchen. "Öffnet dem Herrn die Tür, wenn er kommt", sagt der Herr – und wir richten feste Öffnungszeiten ein. Wir sind auf alles gefasst: Bettler, Obdachlose, Päpste, Honoratioren, Touristen, Gottesdienstbesucher. – Nur nicht darauf, dass er wirklich kommt. Das brächte uns glatt aus der Fassung!
Was uns fehlt Wir brauchen Menschen voll Kraft und Mut, Menschen, geläutert in heiliger Glut; Trutzig wie Helden in Kampf und Streit, Still und geduldig in Not und Leid. Wir brauchen Menschen wie Bergluft klar, Die bis ins Innerste treu und wahr, Menschen, in deren Augen das Licht Des offenen Himmels sich strahlend bricht. Wir brauchen Menschen, an Gott gebunden, Die unterm Kreuz sich selbst überwunden; Sonnenmenschen der Gnade, die still uns segnen, In deren Wesen wir Gott begegnen. Wir brauchen Menschen, von hohem Lieben, In tiefer Demut zum Dienst getrieben; Menschen, die glaubensfroh alles wagen, Betende Menschen, von Gott getragen. Wo sind diese Menschen?, hör ich fragen. Nun, Seele, laß dir das eine sagen: Nur EINER war vollkommen auf Erden, Und alle andern sind noch im Werden. Un blick nicht um dich, schau in dich hinein, Du sollst selbst einer von denen sein. Die in die Quellen des Lebens tauchen, Ein Mensch zu werden – wie wir ihn brauchen.