Strebsam Mein Sohn, hast du allhier auf Erden Dir vorgenommen, was zu werden, Sei nicht zu keck; Und denkst du, sei ein stiller Denker. Nicht leicht befördert wird der Stänker. Mit Demut salbe deinen Rücken, Voll Ehrfurcht hast du dich zu bücken, Mußt heucheln, schmeicheln, mußt dich fügen; Denn selbstverständlich nur durch Lügen Kommst du vom Fleck. Oh, tu's mit Eifer, tu's geduldig, Bedenk, was du dir selber schuldig. Das Gönnerherz wird sich erweichen, Und wohl verdient wirst du erreichen Den guten Zweck.
Einszweidrei, im Sauseschritt Läuft die Zeit; wir laufen mit. –
Scheint dir auch mal das Leben rauh, sei still und zage nicht, die Zeit, die alte Bügelfrau, macht alles wieder schlicht.
Hartnäckig weiter fließt die Zeit, die Zukunft wird Vergangenheit. Aus einem großen Reservoir ins andre rieselt Jahr um Jahr.
Laßt uns lieben, singen, trinken, Und wir pfeifen auf die Zeit; Selbst ein leises Augenwinken Zuckt durch alle Ewigkeit.
Es tut die vielgeschmähte Zeit doch mancherlei, was uns erfreut; und, was das Beste, sie vereinigt selbst Leute, die sich einst gepeinigt.
Seid mir nur nicht gar so traurig, Daß die schöne Zeit entflieht, Daß die Welle kühl und schaurig Uns in ihre Wirbel zieht; Daß des Herzens süße Regung, Daß der Liebe Hochgenuß, Jene himmlische Bewegung, Sich zur Ruh begeben muß. Laßt uns lieben, singen, trinken, Und wir pfeifen auf die Zeit; Selbst ein leises Augenwinken Zuckt durch alle Ewigkeit.
Als mir die Zeit entgegenkam, Erschien sie mir hübsch wundersam Und angenehm und lecker. Sie ging vorüber, und – o weh! – Nun, da ich sie von hinten seh', Bemerk' ich ihren Höcker.
Tausend Jahre, mit dem unendlichen Halm gemessen, sind bloß ein Stück Häckerling.
Wanderlust Die Zeit, sie orgelt emsig weiter, Sein Liedchen singt dir jeder Tag, Vermischt mit Tönen, die nicht heiter, Wo keiner was von hören mag. Sie klingen fort. Und mit den Jahren Wird draus ein voller Singverein. Es ist, um aus der Haut zu fahren. Du möchtest gern wo anders sein. Nun gut. Du mußt ja doch verreisen. So fülle denn den Wanderschlauch. Vielleicht vernimmst du neue Weisen, Und Hühneraugen kriegst du auch.
Lieder eines Lumpen I. Als ich ein kleiner Bube war, War ich ein kleiner Lump; Zigarren raucht' ich heimlich schon, Trank auch schon Bier auf Pump. Zur Hose hing das Hemd heraus, Die Stiefel lief ich krumm, Und statt zur Schule hinzugeh'n, Strich ich im Wald herum. Wie hab' ich's doch seit jener Zeit So herrlich weit gebracht! – Die Zeit hat aus dem kleinen Lump 'n großen Lump gemacht.
Die Zeit, die wesenlose, Verschwindet als wie ein Traum.
Denn früh belehrt ihn die Erfahrung: Sobald er schrie, bekam er Nahrung.
Wem Mutter Natur ein Gärtchen gibt und Rosen, dem gibt sie auch Raupen und Blattläuse, damit er’s verlernt, sich über Kleinigkeiten zu entrüsten.
Es kam ein Lump mir in die Quer Und hielt den alten Felbel her. Obschon er noch gesund und stark, Warf ich ihm dennoch eine Mark Recht freundlich in den Hut hinein. Der Kerl schien Philosoph zu sein. Er sprach mit ernstem Bocksgesicht: »Mein Herr, Sie sehn, ich danke nicht. Das Danken bin ich nicht gewohnt. Ich nehme an, Sie sind gescheit Und fühlen sich genug belohnt Durch Ihre Eitelkeit.«
Gedanken sind nicht stets parat, man schreibt auch, wenn man keine hat.
Lästige Gedanken = zudringliche Stechmücken.
Neue Gedanken sind nicht häufig; Sag uns die alten nur geläufig.
Es wohnen die hohen Gedanken In einem hohen Haus. Ich klopfte, doch immer hieß es: Die Herrschaft fuhr eben aus! Nun klopf ich ganz bescheiden Bei kleineren Leuten an. Ein Stückel Brot, ein Groschen Ernähren auch ihren Mann.
Gebraucht sind die Gedankensachen schon alle, seit die Welt besteht.
Kein Leugnen hilft, kein Widerstreben, wir müssen sterben, weil wir leben.