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26202 Sprüche gefunden

Die Menschen können sich nicht vorstellen, daß man ihnen das Unglück zufügen könnte, welches anderen zuzufügen sie ganz natürlich finden.

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Das griechische Wort "Charakter" heißt soviel als Gepräge. Der Charakter gibt nämlich dem Geistesleben des Menschen und seinem Handeln ein bestimmtes Gepräge oder eine ausgeprägte Bestimmtheit und Festigkeit, und zwar im guten Sinne.

Fischer, Ich will! Ein Buch über Selbsterziehung des Willens und Veredelung des Herzens, 1920

Der hat den edlen Ruhm erworben, Daß er dem Guten nachgestrebt hat, Bei dem zum Schmerz, daß er gestorben, Sich Freude mischt, daß er gelebt hat.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Dieses ist die Summe aller wahren Rechtschaffenheit: – begegne andern, wie du möchtest, daß dir selbst begegnet würde, Tue deinem Nachbar nichts, was du nicht möchtest, daß er dir tue. Im Erfreuen, im Kränken, im Wohltun oder Schaden, im Gewähren oder Versagen dient es dem Menschen zur genauen Richtschnur seines Handelns, wenn er auf seinen Nächsten sieht wie auf sich selbst.

Hertz (Hg.), Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, 1886. XIII, 5571

Höhere Natur Wird im quälenden Hunger der Löw' am Grase sich laben? So auch ein hohes Gemüt sinke nie unter sich selbst.

Herder, Schriften zur griechischen Literatur (= Herder's sämmtliche Werke. Zur schönen Literatur und Kunst, Bd. 10), 1808 (posthum). II. Nachlese zur griechischen Anthologie

Reinheit ist dem Menschen nach der Geburt das Beste.

Spiegel (Übers.), Avesta. Die heiligen Schriften der Parsen, übersetzt von Friedrich Spiegel, 3 Bde., 1852-63

Doch diese Verderbtheit war ja nicht ohne Nutzen. Alle meine sittlichen Forderungen sind aus ihr erwachsen.

Tolstoi, Tagebücher. 1894

Dergleichen Umsetzungen des Charakters, wo der Komponist gleichsam dem Dichter zuwiderarbeitet, tun oft die größte Wirkung.

Goethe, J. W., Briefe. An Bernhard A. Weber, 21. Dezember 1814

Der Charakter ist den Menschen ihr guter Dämon, welchen auch ihr schlechter.

Diels/Kranz (Hg.), Die Fragmente der Vorsokratiker, hg. von Hermann Diels und Walther Kranz, 3 Bde., 1903-10. 17.

Zunächst fallen uns zwei Gattungen von Menschen ein, gegen die wir uns verwahren möchten, wenn wir es könnten. Zuvörderst solche, welche, so wie sie selbst mit ihren Gedanken niemals über die neueste Zeitung hinauskommen, annehmen, dass dies auch kein anderer könne. […] Sodann gibt es solche, die vor keinem Dinge Scheu haben, wohl aber vor den Worten zu den Dingen, und vor diesen eine unmäßige. Du magst sie unter die Füße treten und alle Welt mag zusehen; dabei ist für sie weder Schande noch Übel: wenn aber darauf ein Gespräch erhoben würde vom Treten mit Füßen, so wäre dies ein unleidliches Ärgernis, und nun erst höbe das Übel an.

Fichte, Reden an die deutsche Nation, 1808. Aus einer Abhandlung über Macchiavelli als Schriftsteller, und Stellen aus seinen Schriften. 1. Aus dem Beschlusse jener Abhandlung

Das Wesen eines Volkes ist wie das Wesen einer einzelnen Person: Sein Charakter ist sein Schicksal.

Wassermann, Die Juden von Zirndorf, 1897

Niemand vergißt leichter eine Beleidigung als ich. Ferner bin ich sehr an das Befehlen gewohnt; doch wo ich nichts zu sagen habe, da kann ich es bleiben lassen.

Goethe, J. W., Briefe. An Ludwig Ysenburg von Buri, 23. Mai 1764

Wie entstehen und ändern sich Gesinnungen? Erlebnis wirkt auf Geist und wandelt ihn. Verschieden aber wird von gleichem Erlebnis verschiedener Geist bestimmt, und diese Verschiedenheit heißt Charakter.

Rathenau, An Deutschlands Jugend, 1918. Originaltext

In unserer Jugend war Charakter das, wofür man Prügel bekommt, obwohl man es nicht hat.

Musil, Kleine Prosa, Aphorismen, Autobiographisches, in: Gesammelte Werke in neun Bänden, 7. Band, hg. von Adolf Frisé, Reinbek 1978. Geschichten, die keine sind. Ein Mensch ohne Charakter

In jedem, auch selbst unbedeutenden Menschen liegt im Grunde ein tieferer und edlerer, wenn der wirklich erscheinende nicht viel taugt, oder noch edlerer, wenn er in sich gut ist, verborgen.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. Ende Mai 1822

Es ist ein großes Unglück, wenn wir durch unsern Charakter die Rechte verlieren, die uns unsere Talente über die Gesellschaft geben.

Chamfort, Maximen und Gedanken. Charaktere und Anekdoten (Maximes et pensées: Caractères et anecdotes), 1795. In: Die französischen Moralisten. Die Aphorismenbücher in vollständiger Gestalt. Verdeutscht und hg. von Fritz Schalk, Leipzig 1938. Von Gelehrten und Schriftstellern

Solange der Mensch nicht gesprochen hat, bleiben seine Makel und Tugenden im Verborgenen.

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Wenn man älter wird, nimmt der Verstand ab und man bleibt allein übrig. Wenn der schlecht ist, dann wird man gemieden.

Sylva, Vom Amboß, 1890

Nichts ist so anziehend und so unaufhörlich interessant wie der Charakter. […] Keine noch so gute Nachricht ist mir so lieb, als wenn mir ein Zug eines edlen Charakters offenbart wird.

Thoreau, Herbst. Aus dem Tagebuch von Henry David Thoreau, hg. von H. G. O. Blake, übersetzt von Bertha Engler, Büchergilde Gutenberg, Zürich o.J. [1945]. 30. November 1840

Er [Lessing] zeigte eine Möglichkeit deutschen Wesens, die ohne Nachfolge blieb; er beherrschte den Stoff, statt sich von ihm beherrschen zu lassen. Seine Bedeutung für die Nation liegt in seinem Widerspruch zu ihr. Innerhalb eines Volkes, dessen größte Gefahr der gemachte Charakter ist, war er ein echter Charakter.

Hofmannsthal, Essays, Reden, Vorträge. Gotthold Ephraim Lessing (Zum 22. Januar 1929)

Ich liebe die glatten Gesichter nicht und die glatten Redensarten. Sie lügen.

Klabund, Bracke. Ein Eulenspiegelroman, 1918