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26202 Sprüche gefunden
Rosengruß Heimlich durch's Fenster kam er geflogen, Schüchterner Liebe duftiger Gruß – Sieht sich der hoffende Werber betrogen? Sinnende Maid, warum zögert Dein Fuß? Durch des Gemaches verschwiegene Räume Fluthet der Rosen bestrickender Hauch, Wiegt Dich in süße, berauschende Träume, Wecket den Frühling im Herzen dir auch. Bald zu den Lippen wirst Du sie heben, Rosen zu Rosen – blühende Zeit! – Aber noch zagst Du mit innerem Beben – Ahnst Du die Dornen? Ahnst Du das Leid?
Das Lesezeichen 1872 "Kein Feuer, keine Kohle Kann brennen so heiß, Als heimliche Liebe, Von der Niemand nichts weiß." So hast du's gehalten, Du liebliche Maid – Wie Vater und Mutter Zu ihrer Zeit. Warum nun der Zorn In des Vaters Gesicht? Und die Mutter thut auch fast, Als wüßt' sie es nicht! Was hilft's, daß der Brief In der Bibel sich fand, Wo geschrieben steht "Liebt euch Unter einand'" Du hast gar zu fromm Deine Liebe versteckt – Und die Frömmigkeit hat sie Am Sonntag entdeckt. Konnt' am Herzen dir sicher Sein Brieflein nicht ruh'n? Was hat denn dein Schatz In der Bibel zu thun?
Wie schön ist doch das Band der Liebe! Sie knüpft uns wie das Weltgetriebe Auf ewig an den Schöpfer an. Wenn Augen sich in Augen stehlen, Mit Tränen Tränen sich vermählen, Ist schon der süße Bund getan.
Wohl bringt die Liebe uns zuletzt auch Leid, Denn eines muß ja vor dem andern sterben, Und wie das schmerzt, das magst du sehn an mir.
Stammbuchvers (2) Wo du bist und wo ich sei, Ferneweg und nahebei – Überall und auch indessen Werd' ich deiner nicht vergessen. Dein gedenk' ich, still erfreut, Selbsten in der Einsamkeit – Ja, im dicksten Publikum Schwebt mein Geist um dich herum.
Alles besiegt die Liebe und auch wir geben besiegt uns.
Die Liebe ist das große Feuer, das Leben unseres Lebens, die Triebkraft des Seins.
Mit deiner Liebe gehe in deine Vereinsamung und mit deinem Schaffen, mein Bruder; und spät erst wird die Gerechtigkeit dir nachhinken.
Was kein Verstand erfaßt, keine menschliche Weisheit erreicht, das ist der wahren Liebe zu allen Zeiten möglich; ihr Quell ist unversiegbar.
Der Boden, aus dem die Liebe entsteigt, ist Geheimnis.
Verlorene Liebe Lieder schweigen jetzt und Klagen, Nun will ich erst fröhlich sein, All mein Leid will ich zerschlagen Und Erinnern - gebt mir Wein! Wie er mir verlockend spiegelt Sterne und der Erde Lust, Stillgeschäftig dann entriegelt All die Teufel in der Brust, Erst der Knecht und dann der Meister, Bricht er durch die Nacht herein, Wildester der Lügengeister, Ring mit mir, ich lache dein! Und den Becher voll Entsetzen Werf ich in des Stromes Grund, Dass sich nimmer dran soll letzen Wer noch fröhlich und gesund! Lauten hör ich ferne klingen, Lustge Bursche ziehn vom Schmaus, Ständchen sie den Liebsten bringen, Und das lockt mich mit hinaus. Mädchen hinterm blühnden Baume Winkt und macht das Fenster auf, Und ich steige wie im Traume Durch das kleine Haus hinauf. Schüttle nur die dunklen Locken Aus dem schönen Angesicht! Sieh, ich stehe ganz erschrocken: Das sind ihre Augen licht, Locken hatte sie wie deine, Bleiche Wangen, Lippen rot - Ach, du bist ja doch nicht meine, Und mein Lieb ist lange tot! Hättest du nur nicht gesprochen Und so frech geblickt nach mir, Das hat ganz den Traum zerbrochen Und nun grauet mir vor dir. Da nimm Geld, kauf Putz und Flimmern, Fort und lache nicht so wild! O ich möchte dich zertrümmern, Schönes, lügenhaftes Bild! Spät von dem verlornen Kinde Kam ich durch die Nacht daher, Fahnen drehten sich im Winde, Alle Gassen waren leer. Oben lag noch meine Laute Und mein Fenster stand noch auf, Aus dem stillen Grunde graute Wunderbar die Stadt herauf. Draußen aber blitzt's vom weiten, Alter Zeiten ich gedacht', Schaudernd reiß ich in den Saiten Und ich sing die halbe Nacht. Die verschlafnen Nachbarn sprechen, Daß ich nächtlich trunken sei - O du mein Gott! und mir brechen Herz und Saitenspiel entzwei!
Ist denn dein Hertze gar erfroren? Bist du aus Schnee und Eiß geboren? Hörst du mein Seuffzen nicht Und was mein Unmuth spricht? Soll ich dich Göttin nennen? So nimm des Himmels Wehmuth an, Der leichtlich sich erbarmen kan Und uns nicht ewig läst in Hoffnungs-Flammen brennen. Des Blutes Regung zu vermeiden Und gantz von Fleisch und Blut zu scheiden, Ist nirgends ein Gebot Es heissets auch nicht Gott; Sich selber zu verlassen Ist eine Flucht, so sträfflich ist, Und wer ihm solche Bahn erkiest, Den muß die Menschlichkeit als einen Unmensch hassen. Du kanst ja deiner nicht geniessen, Kein Mund weiß selber sich zu küssen. Der Schnee auf deiner Brust Bringt dir geringe Lust. Die fleischichten Granaten Seynd nicht allein vor dich erdacht Kein Mensch ist vor sich selbst gemacht; Es weiß der klügste Geist ihm hier nicht recht zu rathen. Die Rose suchet ihr Verderben, Die auff dem Stocke wünscht zu sterben Und nur ihr gantz allein Meynt angetraut zu seyn. Wilst du dich selbst begraben? Wer sich in sich umsonst verzehrt, Ist warlich seiner selbst nicht werth Und muß der Thorheit Schild an seiner Grabstatt haben. Bezwinge weißlich dein Gemüthe Und folge zeitlich dem Geblüte, Darein im Paradieß Gott selber Funcken bließ; Wer kan ihm widerstreben? Schau ich dein helles Antlitz an, So fühl ich, was der Himmel kan Und wünsch auf deiner Brust verparadiest zu leben.
Die da brennen in der wahren Minne und auf einem steten Grund bauen, die Wahrheit und Frucht bringen mit vollem Haufen des seligen Endes, die wohnen in der Höhe.
Reichtum und Ruhm mögen den Menschen glücklich machen, – die höchsten Freuden des Lebens wird er doch stets der Liebe verdanken.
Phidile Ich war erst sechszehn Sommer alt, Unschuldig und nichts weiter, Und kannte nichts als unsern Wald, Als Blumen, Gras, und Kräuter. Da kam ein fremder Jüngling her; Ich hatt ihn nicht verschrieben, Und wußte nicht wohin noch her; Der kam und sprach von Lieben. Er hatte schönes langes Haar Um seinen Nacken wehen; Und einen Nacken, als das war, Hab ich noch nie gesehen. Sein Auge, himmelblau und klar! Schien freundlich was zu flehen; So blau und freundlich, als das war, Hab ich noch keins gesehen. Und sein Gesicht, wie Milch und Blut! Ich hab's nie so gesehen; Auch, was er sagte, war sehr gut, Nur konnt ich's nicht verstehen. Er ging mir allenthalben nach, Und drückte mir die Hände, Und sagte immer Oh und Ach, Und küßte sie behende. Ich sah ihn einmal freundlich an, Und fragte, was er meinte; Da fiel der junge schöne Mann Mir um den Hals, und weinte. Das hatte niemand noch getan; Doch war's mir nicht zuwider, Und meine beide Augen sahn In meinen Busen nieder. Ich sagt ihm nicht ein einzig Wort, Als ob ich's übelnähme, Kein einzigs, und – er flohe fort; Wenn er doch wiederkäme!
Rastlose Liebe Dem Schnee, dem Regen, Dem Wind entgegen, Im Dampf der Klüfte, Durch Nebeldüfte, Immer zu! Immer zu! Ohne Rast und Ruh'! Lieber durch Leiden Möcht' ich mich schlagen, Als so viel Freuden Des Lebens ertragen. Alle das Neigen Von Herzen zu Herzen, Ach wie so eigen Schaffet das Schmerzen! Wie soll ich fliehen? Wälderwärts ziehen? Alles vergebens! Krone des Lebens, Glück ohne Ruh', Liebe, bist Du!
Die Lieb ist frei gegeben, Und keine Trennung mehr. Es wogt das volle Leben Wie ein unendlich Meer. Nur eine Nacht der Wonne – Ein ewiges Gedicht – Und unser aller Sonne Ist Gottes Angesicht.
Was uns fehlt! Und keine Zunge redet mehr vom Heil'gen Geiste trunken; Die Poesie, das fromme Kind, ist scheu von uns gewichen, Der Himmel dünkt uns trüb und grau, und Sonn' und Mond verblichen; Die groß geschaut und groß gebaut, sie schlummern in den Särgen, Auf ihren Gräbern kriechen wir als ein Geschlecht von Zwergen, Nichts blieb uns als die schlimmste Kunst, zu zweifeln und zu richten, Und wenn sich ein Gigant erhebt, so ist er's im Vernichten. Wohl grübelt ihr und möchtet gern das große Rätsel lösen, Aus welchem tiefverborgnen Quell der Strom sich wälzt des Bösen, Ihr eilt geschäftig hin und her, um Wust auf Wust zu türmen, Und meint mit eures Witzes Rat den Himmel zu erstürmen, Doch seht, nur eines Donners Schlag, nur eines Blitzes Flammen, Und eurer Weisheit Pelion und Ossa stürzt zusammen. Ich aber sage euch: Fürwahr, es wird nicht anders werden, Bis ihr den Blick nicht himmelwärts erhebt vom Staub der Erden, Bis ihr dem Geist der Liebe nicht, dem großen Überwinder, Demütig euer Herz erschließt und werdet wie die Kinder; Denn wo die Liebe wohnt, da hat ein ew'ger Lenz begonnen, Da grünen alle Wälder auf, und rauschen alle Bronnen, Ihr offenbart sich, was dem Blick der klugen Welt verborgen, In trüber Dämmrung sieht sie schon den rosenroten Morgen, Das Brausen wird ihr zur Musik, zum Reigen das Gewimmel, Helljauchzend steigt ihr Lied empor auf Flügeln in den Himmel, Sie ist ein Kind und doch ein Held mit unbesiegten Waffen, Und weil sie noch an Wunder glaubt, so kann sie Wunder schaffen.