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26202 Sprüche gefunden

Die erste Liebe wird so selten reif.

Keller, Therese. Ein Trauerspielfragment, 1851. Letzter Akt. Therese

Die tote Liebe Entgegen wandeln wir Dem Dorf im Sonnenkuß, Fast wie das Jüngerpaar Nach Emmaus, Dazwischen leise Redend schritt Der Meister, dem sie folgten Und der den Tod erlitt. So wandelt zwischen uns Im Abendlicht Unsre tote Liebe, Die leise spricht. Sie weiß für das Geheimnis Ein heimlich Wort, Sie kennt der Seelen Allertiefsten Hort. Sie deutet und erläutert Uns jedes Ding, Sie sagt: So ist's gekommen, Daß ich am Holze hing. Ihr habet mich verleugnet Und schlimm verhöhnt, Ich saß im Purpur, Blutig, dorngekrönt, Ich habe Tod erlitten, Den Tod bezwang ich bald, Und geh in eurer Mitten Als himmlische Gestalt - Da ward die Weggesellin Von uns erkannt, Da hat uns wie den Jüngern Das Herz gebrannt.

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Manche Menschen sind so beschaffen, daß sie nicht lieben können, ohne die Geliebten durch Launen zu quälen. Diese Eigenschaft scheint sich sogar mit den Jahren zu vergrößern und wird weder durch Widerstand noch durch Nachgiebigkeit vermindert. Gewöhnlich deutet sie auf eine innere Friedlosigkeit hin.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Liebe ist die Urmutter des Menschengeschlechtes.

Vauvenargues, Nachgelassene Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Adelaide Einsam wandelt dein Freund im Frühlingsgarten, Mild vom lieblichen Zauberlicht umflossen, Das durch wankende Blüthenzweige zittert, Adelaide! In der spiegelnden Fluth, im Schnee der Alpen, In des sinkenden Tages Goldgewölken, Im Gefilde der Sterne strahlt dein Bildnis, Adelaide! Abendlüftchen im zarten Laube flüstern, Silberglöckchen des Mays im Grase säuseln, Wellen rauschen und Nachtigallen flöten: Adelaide! Einst, o Wunder! entblüht, auf meinem Grabe, Eine Blume der Asche meines Herzens! Endlich schimmert auf jedem Purpurblättchen: Adelaide!

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Die ewige Liebe hat eine gar zu kurze Dauer; wir können ewig hassen, aber nicht ewig lieben.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Die Liebe ist uns gegeben, den Tod willkommen zu heißen. Wir gehen so gern, löscht eine Kerze nach der andern aus.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Der Himmel hat eine Träne geweint, Die hat sich ins Meer zu verlieren gemeint. Die Muschel kam und schloß sie ein: Du sollst nun meine Perle sein. Du sollst nicht vor den Wogen zagen, Ich will hindurch dich ruhig tragen, O du mein Schmerz, du meine Lust, Du Himmelsträn' in meiner Brust! Gib, Himmel, daß ich in reinem Gemüte Den reinsten deiner Tropfen hüte.

Rückert, Gedichte. Liebesfrühling, entstanden 1821, Erstdruck 1834

Das geistige Wesen der Liebe offenbart sich am klarsten darin, daß wir mit leidenschaftlicher Innigkeit Menschen umfassen können, die wir niemals gesehen haben, und glücklich sein können in solcher Seelenliebe.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Die beiden Engel O kennst du, Herz, die beiden Schwesterengel, Herabgestiegen aus dem Himmelreich: Stillsegnend Freundschaft mit dem Lilienstengel, Entzündend Liebe mit dem Rosenzweig? Schwarzlockig ist die Liebe, feurig glühend, Schön wie der Lenz, der hastig sprossen will; Die Freundschaft blond, in sanftern Farben blühend, Und wie die Sommernacht so mild und still; Die Lieb' ein brausend Meer, wo im Gewimmel Vieltausendfältig Wog' an Woge schlägt; Freundschaft ein tiefer Bergsee, der den Himmel Klar widerspiegelnd in den Fluten trägt. Die Liebe bricht herein wie Wetterblitzen, Die Freundschaft kommt wie dämmernd Mondenlicht; Die Liebe will erwerben und besitzen, Die Freundschaft opfert, doch sie fordert nicht. Doch dreimal selig, dreimal hoch zu preisen Das Herz, wo beide freundlich eingekehrt, Und wo die Glut der Rose nicht dem leisen Geheimnisvollen Blühn der Lilie wehrt!

Geibel, E., Gedichte. Jugendgedichte. Erstes Buch. Lübeck und Bonn

In die Liebe zumeist darf nur sich wagen, Wer auch enden kann und entsagen.

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Das Entscheidende im Leben ist nicht die Person, die man liebt, sondern die Tatsache, daß man liebt.

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Unbegehrt Es stand eine Rose im tief tiefen Grund Von Liebe und Sehnsucht durchglühet, Kam Keiner, der ihre Schönheit begehrt, Ist einsam und traurig verblüht. Ich weiß eine Seele, die glühte so heiß, Die Liebe, das Glück zu umfangen, Kam Keiner, der ihre Blüte begehrt, Ist einsam zu Grunde gegangen.

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Wir bezeichnen die Liebe nur deshalb als blind, weil ihr Sehvermögen unsere Vorstellungskraft überschreitet.

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Serenade Wenn Birkenblätter wie goldner Schaum wirbeln auf welkenden Matten, spinn unter Dach deinen friedlichen Traum in Mitternachts Wolkenschatten. Wenn der Wind an deinem Fenster erscheint, ein schneebleicher Freiersmann, träume, daß er es gut mit dir meint und dir nichts anhaben kann. Träume vom spielenden Sonnenstaub, dem heiteren, sommerwarmen, und daß du, umhegt von grünem Laub, geschlafen in meinen Armen.

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Im Schweigen liebt man am glühendsten.

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Die Schuld an dem größten Teile des menschlichen Unglücks und Elends trägt die Liebe. Ihre Leiden sind unendlich an Mannigfaltigkeit, unbeschreiblich an Tiefe.

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Scheu und Treu Er liebte sie in aller Stille. Bescheiden, schüchtern und von fern Schielt er nach ihr durch seine Brille Und hat sie doch so schrecklich gern. Ein Mücklein, welches an der Nase Des schönen Kindes saugend saß, Ertränkte sich in seinem Glase. Es schmeckt ihm fast wie Ananas. Sie hatte Haare wie 'ne Puppe, So unvergleichlich blond und kraus. Einst fand er eines in der Suppe Und zog es hochbeglückt heraus. Er rollt es auf zu einem Löckchen, Hat's in ein Medaillon gelegt. Nun hängt es unter seinem Röckchen Da, wo sein treues Herze schlägt.

Busch, W., Gedichte. Zu guter Letzt, 1904

Es gibt so viele Arten von Liebe, daß wir, um sie zu defineren, kaum wissen, auf welche wir unsere Aufmerksamkeit richten sollen. Manche wenden kühn den Namen »Liebe« auf eine leidenschaftliche Neigung weniger Tage, auf eine Verbindung ohne Anhänglichkeit, auf eine Leidenschaft ohne Neigung, auf bloße Zuneigung, auf eine kalte Gewohnheit, auf eine romantische Einbildung, auf einen Geschmack an, dem rasch Ekel folgt. Sie wenden eben den Namen auf tausend Schimären an.

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Stürmisch wird sie umfaßt, und es flüstert der zärtliche Räuber: "Widerspenstiges Kind, wein dir nicht die Augen aus, was dir heute geschieht, geschah vom Vater der Mutter, tue zur Wonne dir jetzt, was jene zur Wonne getan."

Ovid, Ars amatoria, auch Ars amandi (Die Liebeskunst), entstanden zwischen 1 v. Chr. und 4 n. Chr

Amors Pfeil Amors Pfeil hat Widerspitzen. Wen er traf, der laß' ihn sitzen, Und erduld' ein wenig Schmerz! Wer geprüften Rat verachtet, Und ihn auszureißen trachtet, Der zerfleischt sein ganzes Herz.

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