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26202 Sprüche gefunden
Zu deinen Füßen will ich ruhn Und dir ins Auge schaun, Die blaue Nacht mag leise nun Auf uns herniedertaun. Schon tauchet aus dem stillen See Des Mondes Bild empor, Und kühner schweift das scheue Reh Durch Wald und Wiesenmoor. Mein Haupt laß ruhn auf deinem Schoß, Da ruht es sanft und weich. Wie ist der Himmel weit und groß, Wie ist die Erde reich! Der schönste Stern in blauer Nacht, Der schönste Stern bist du, In deines Lichtes sanfter Pracht, O gönne mir die Ruh! An deinem Herzen laß mich ruhn, Nur kurze sel'ge Zeit! Kein Lauscher kündet unser Tun, Die Welt ist traumgefeit. An Deinen Lippen laß mich ruhn, Eh' noch die Nacht verglimmt, Bis unsre Seele träumend nun In Seligkeit verschwimmt!
Wer sich fürchtet vor der Nachrede, er sei ein Pantoffelheld, hat Furcht, als ein Lebender zu erscheinen.
Wer auf meine Liebe nicht sündigt, glaubt nicht an sie.
So mancher mag in deiner süßen Nähe begeistert sein – mich aber macht erst liebeskrank die Ferne!
Die Liebe gleicht einem Kino, dessen großes Portal allen ohne Eintrittsgeld offen steht. Im verdunkelten Vorführungsraum werden Phantasie, Schwärmerei und Leidenschaft auf die Leinwand gezaubert, wobei die Ungebildeten vorne sitzen, um alles recht deutlich zu sehen, während die Kenner ganz hinten sitzen. Beim Verlassen des Theaters müssen alle, Arm und Reich, Jung und Alt, Klug und Dumm durch eine schmale Sperre hindurch und den Geschlechtstrieb als Entgelt an der Kasse abgeben.
Erinnerungsblatt Sein Leben war ein ernst, beharrlich Wandern Nach einem hohen Berg, darauf sie stand, Und als er endlich sich am Ziele fand, Da neigte sie sich lächelnd einem Andern! Nun geht er still den langen Weg zurück. Kein Hoffen darf die Schritte mehr beflügeln, Und hinter ihm, auf jenen blauen Hügeln, Verblaßt, verdämmert seiner Seele Glück.
Dank für Rat »Den Kuß und dann die Kralle, So sind sie alle. Die Kralle, dann den Kuß, Macht ihnen nicht Verdruß.« – »Nimm's nicht so schwer! Laß ruhn! Sie wissen nicht, was sie tun. Oder geh fort! Geh, wandere! 's gibt andere, Nicht alle sind Katzen Und kratzen, Bist eben zu lang geblieben; Man muß mit gepacktem Koffer lieben. Was ist der Koffer? Es ist dein Geist, Der dich immer gefaßt sein heißt. In die Liebe zumeist darf nur sich wagen, Wer auch enden kann und entsagen.« – »Dank für den Rat, den mir die Weisheit spricht; Er lautet: liebe, aber lieb' auch nicht.«
Rasch, wie ein Blitz dahinfährt, kaum gesehen auch schon verschwunden, erwachte in der Seele des Knaben die Vorstellung, dass es von Mensch zu Mensch keinen andern Besitz gibt als die Liebe.
Man muß mit gepacktem Koffer lieben.
Mädchenlieder Der Himmel hat keine Sterne so klar, Das Meer so keine Korallen, Wie mir ein Menschenaugenpaar Und Menschenlippen gefallen. Er wandert unter den Sternen dahin, Er wandert über die Meere, Er geht mir immer durch den Sinn, Dem ich zu eigen gehöre.
Jähe, sinnliche Glut kann durch einen einzigen Blick entzündet werden, aber die Liebe bedarf der Zeit, wie die Flamme der Nahrung.
Untreu Wenn der Vogel jäh verläßt Auf dem Baum das Blätterdach, Zittert das Geäst lange nach – Da du jäh verlassen hast Meiner Liebe Heimatort, Zittre ich, so wie der Ast Fort und fort – Doch dir ist der Flug gesellt, Und mit deinen Flügeln schon Bist du in die Welt Mir entflohn –
Liebe ohne Heimat Meine Liebe, lange wie die Taube Von dem Falken hin und her gescheucht, Wähnte froh, sie hab' ihr Nest erreicht In den Zweigen einer Götterlaube. Armes Täubchen! Hart getäuschter Glaube! Herbes Schicksal, dem kein andres gleicht! Ihre Heimat, kaum dem Blick gezeigt, Wurde schnell dem Wetterstrahl zum Raube. Ach, nun irrt sie wieder hin und her! Zwischen Erd' und Himmel schwebt die Arme, Sonder Ziel für ihres Flugs Beschwer. Denn ein Herz, das ihrer sich erbarme, Wo sie noch einmal, wie einst erwarme, Schlägt für sie auf Erden nirgends mehr.
Liebe mag blind sein, aber sie kann trotzdem einen teuren Ring von einem billigen unterscheiden.
Gib mir den Goldpokal und laß mich trinken, trinken in flammendheißer Lust verglühn, vergehn, versinken! Sündhaft sind deine Lippen, die also süß gesprochen, verflucht die blassen Hände, die meinen Stolz zerbrochen. O diese Nacht, die eine, die wars, nun hilft kein Beten, Mörder! Du hast meine fromme, heilige Liebe zertreten!
Was wird aus all den Küssen werden, Die du mir nimmst und gibst? Was wird aus all der Lieb' auf Erden, Mit welcher du mich liebst? Mir ahnt, ich werde kränken müssen Dein Herz bis auf den Tod, Aus aller Lieb' und allen Küssen Wird Weh und Schmach und Not!
Solange man sinnlich liebt, liebt man nur um seiner selbst willen, aber das ist der Egoismus. Der Weg zur sittlichen Vollendung ist die Liebe um der anderen Willen.
Ich wußte, sie ist in der Küchen, Ich bin ihr leise nachgeschlichen. Ich wollt' ihr ew'ge Treue schwören Und fragen, willst du mir gehören? Auf einmal aber stutzte ich. Sie kramte zwischen dem Gewürze; Dann schneuzte sie und putzte sich Die Nase mit der Schürze.