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26202 Sprüche gefunden
Wie wir die Menschen sehn, nicht wie sie sind, So lieben wir sie. Unser tiefstes Sehen Ist, wo wir lieben, kinderselig blind, Und mag nur mit dem Herzen sich verstehen. Erkenntniß selbst wird eingehüllt geschwind, In schönem Trug mit uns einher zu gehen. Wie reich die Armuth, die das Herz verschwendet! Wie arm der Reichthum, wenn der Trug sich wendet!
Als entfesselte Leidenschaft gleicht die Liebe einem Vulkan, der alles versengt, verzehrt, einem Abgrund, der alles verschlingt – Ehre, Vermögen, Gesundheit.
In der Liebe gibt es die meisten Fälle, wo auch die feinste Selbstbeherrschung einen Moment von Durchsichtigkeit hat.
Aus dem Traktat »De Amore« des Andreas Capellanus (in der niederdeutschen Bearbeitung von Eberhard Cersne um 1400): "Nuwe liebe trybit dye alden hyn". In Lillis Übersetzung: "Liebe ist, wenn einem ein anderer besser gefällt".
Bei Männern steckt die Liebe an. Schon auf dem Gymnasium verliebt sich die Prima in denselben blonden Zopf. Männer brauchen zumeist Platzhalter für ihr bißchen Liebe. Oder gar Prügelknaben.
Der größte Feind der Liebe ist die grübelnde Vernunft, die in kleinmütige Zweifel verfällt.
Die Liebe der Schöpfungsherren ist selten echtfärbig, beinahe wie in der Wolle, immer nur ein Stück g'färbt, drum wirkt die Erfüllung ihrer Wünsche als Laugen auf die Liebe: wie man s' drüber gießt geht s' aus.
Holzhacker Er hackt sein Holz jahrein, jahraus, Müht sich vom frühsten Morgen; Und sie besiegt im kleinen Haus Die tausend großen Sorgen. Tropft abends ihm der heiße Schweiß Von seiner Stirne nieder; Sie trocknet sanft, sie trocknet leis Die furchenreiche wieder. – So haben sorgen sie gemußt Seit langen, harten Jahren. Und keiner hat es wohl gewußt, Wie glücklich beide waren.
Es gibt eine Hygiene der Liebe: Zur rechten Zeit aufhören und Schonzeit einlegen. Daß die Natur die Tiere in dieser Weise bevormundet, hat einen guten Sinn. Wenn sie beim Menschen das Regeln seiner Liebesbedürfnisse, wie so manches andere, der Vernunft überläßt, schätzt sie ihn wieder mal zu hoch ein.
Die Nachtigallen Erwachet, holde Nachtigallen! Laßt eure frühen Lieder schallen! Die Liebe wecket euch, Und mich zugleich. O wär ich euch in allem gleich! Allein, ihr singt der Liebe Freuden, Ich aber ihre Leiden; – – Wie sehr beneid ich euch!
Frauenärzte und Scheidungsanwälte taugen nicht zu Liebhabern. Sie wissen zu viel.
Dauer im Wechsel Siehe, der Frühling währet nicht lang': Bald ist verhallt der Nachtigall Sang. Blühen noch heute Blumen im Feld, Morgen ist öd' und traurig die Welt, Aber der Liebe selige Lust Ist sich des Wandels nimmer bewußt. Alles auf Erden hat seine Zeit, Frühling und Winter, Freuden und Leid, Hoffen und Fürchten, Ruhn und sich Mühn, Kommen und Scheiden, Welken und Blühn, Aber der Liebe selige Lust Ist sich des Wandels nimmer bewußt. Weil uns des Lebens Sonne noch scheint, Wollen wir leben liebend vereint. Wollen der Zukunft Wetter nicht scheu'n, Wollen des Augenblicks uns erfeu'n! Was auch des Himmels Fügung uns gibt: Glücklich ist nur das Herz, das da liebt.
Wos d'Liab oll's is (Obersteirisch) D' Liab is a Rauba, Möcht in Herzerle sein; Und won ma nit aufmocht, So brichts oan holt ein. D'Liab is a Vögerl, In Mai fliagts daher; Thuas songa, schau, späta, Do kimts neamamehr. Und 's Vögerl is hoamisch, Mei Herz is sei Haus; Hiazt, won ih ah aufmoch, Fliagts neamamehr aus. A hellklingends Glöckl In Herzn is d'Liab; Gib ocht, daß 's koan Sprung kriagt, Sist keits nocha trüab! D'Liab is a Wasserl, Rint unta die Bruck, Und mei Herz is a Schifferl, Kimt neamamehr zruck. D'Liab is a Flamerl, S'entzündt sich so gern, Und wons d' damit spielst, Konst an Obrandla wern. D'Liab is a Bleamerl, Recht guat muaßt es pflegn; Schau, d'Liab braucht a Busserl, Wia 's Bleamerl an Regn.
Zuvor Wellenschäume, Wolkensäume, Wünsche, Träume, Im Entfalten, Im Zerfließen festgehalten; Manch Erlebtes Längst Entschwebtes, Mit Gestalten Leicht Verwebtes, Wie sie kommen, wie sie fliehn – Launekinder, Phantasien, Bilder im Vorüberziehn, Liebespoesien!
Die Frau kommt häufig erst dann zum letzten Genuß einer Liebesstunde, wenn sie einer Freundin davon erzählt.
Liebe ist ein Geschenk des Himmels, Achtung sein Tribut.