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26202 Sprüche gefunden
Die leidenschaftliche Liebe ist stets selbstsüchtig, was auch die Schwärmerei behaupten möge.
In den Sternen Einsam las ich oft da droben, Wenn das Sternheer stille kreiste, Und der eignen Lebensbahnen Dacht' ich dann im dunk'len Geiste. Vieles tat ich – aber eines Tat ich, was ich nie verschmerze: Daß ich deiner konnt' vergessen, Da mich lieb gehabt dein Herze. Daß ich's nicht erkennen wollte: Von den Qualen, von den bösen Geistern einer wilden Seele, Kann die Liebe nur erlösen ! Und doch strahlte mir dein Auge Wie ein letzter Strahl der Gnade – Also les' ich in den Sternen … Nun sind sternlos meine Pfade!
Das Lieben weiß nicht viel von Grad: man liebt, und liebt sich nimmer satt. Und wenn man sagt: "Ich liebe dich, dich, eben dich, gar inniglich", so weiß man nicht zu sagen, wen man mein': man liebet eben alles überein.
Selbstmord aus Liebe! Ein Narr, der einen Dummkopf tötet!
Wie wundersam ... ! Wie wundersam ist dies Verlorengeh'n In Liebestiefen ohne Ziel und Schranken: Die ganze Welt mit lichten Augen seh'n, Im Sonnenschimmer klarer Freude geh'n, Eins sein in einem tiefen Glücksgedanken! Und wie im Leben auch die Stürme weh'n, Da ist kein Zagen und da ist kein Schwanken: Fest steht die Liebe, wie die Sterne steh'n – Wie wundersam ist dies Verlorengeh'n In Liebestiefen ohne Ziel und Schranken!
Dem Geiste soll man nichts verzeihen, dem Herzen alles, denn das Herz ist blind.
Februarschnee Februarschnee tut nicht mehr weh, denn der März ist in der Näh! aber im März hüte das Herz, daß es zu früh nicht knospen will! warte, warte und sei still! Und wär der sonnigste Sonnenschein, und wär es noch so grün auf Erden, warte, warte und sei still : es muß erst April gewesen sein, bevor es Mai kann werden!
An sie Wenn dieser Strauß, den ich gebunden, Sich schüchtern vor dein Auge wagt, Vielleicht daß er von einst'gen Stunden, Von seligen, dir Kunde sagt. Daß er von dem, der ferngegangen, Erinnerung dir wiedergibt, Der einst in deinem Bann gefangen Ach viel geträumt und viel geliebt. Und durftest du es nicht erwidern, Das Flehen meiner tiefen Lust, Die Seele öffne meinen Liedern, So ruht mein Herz in deiner Brust.
Neues Leben Hat dich die Liebe berührt, Still unter lärmenden Volke, Gehst du in goldner Wolke, Sicher von Gott geführt. Nur wie verloren, umher Lässest die Blicke du wandern, Gönnst ihre Freuden den Andern, Trägst nur nach einem Begehr: Scheu in dich selber verzückt, Möchtest du leugnen vergebens, Daß nun die Krone des Lebens, Strahlend die Stirn dir schmückt.
Wir kommen – niemand weiß, woher? Sind Tropfen nur im Lebensmeer Aus unerschöpftem Grunde. Wir gehen – niemand weiß, wohin? Bemüht um kargen Lohngewinn In brüderlichem Bunde. Aber quäle Dich, o Seele, Nicht im Trüben Nie versiegen Licht und Wärme, wenn wir lieben. Du ew'ge Macht, die unbekannt Die weite Welt so stark umspannt, Daß keiner dir entrinne, Du hältst auch uns im festen Ring; Wer ist so arm, so gar gering, Der nicht sein Teil gewinne? Aus der Ferne Ew'ger Sterne Strömt von drüben Uns hernieder Kraft zu leiden und zu lieben. Wir schaun ins All der Wunderwelt, Darein ein Traum wir sind gestellt, Und wissen's nicht zu deuten, Vom Morgen- bis zum Abendrot, Und balde kommt der Glöckner Tod, Die Nachtruh' einzuläuten. Weh und Wonnen Rasch zerronnen, Nichts geblieben, Als der Trost nur, Daß wir lebten, um zu lieben.
Und was kein Königswort erzwingt, vermag die Liebe.
Das ist wohl eine alte Lehr' Das ist wohl eine alte Lehr' Die kommt von langen Tagen her: Wer Minne will genießen, Muß Lust mit Leiden büßen. Und wer die Minne erst erstand, Der trug wohl vieles Leid ins Land, Daran die Herzen kranken Und das sie doch ihm danken. Denn hätt' ich niemals dich geseh'n Und müßt' an dir vorübergeh'n Und dürfte dich nicht lieben – Wie arm wär' ich geblieben.
Liebesglück Wenn Dichter oft in warmen Phantasieen, Von Liebesglück und schmerzlichem Vergnügen, Sich oder uns, nach ihrer Art, belügen, So sei dies Spielwerk ihnen gern verziehen. Mir aber hat ein gütger Gott verliehen, Den Himmel, den sie träumen, zu durchfliegen, Ich sah die Anmut mir im Arm sich schmiegen, Der Unschuld Blick von raschem Feuer glühen. Auch ich trug einst der Liebe Müh und Lasten, Verschmähte nicht den herben Kelch zu trinken, Damit ich seine Lust nun ganz empfinde. Und dennoch gleich ich jenen Erzphantasten: Mir will mein Glück so unermeßlich dünken, Daß ich mir oft im wachen Traum verschwinde.
Leer ist der Tag, er geht zu Ende Leer ist der Tag, er geht zu Ende, Fort, heißes, unbarmherziges Licht! Komm, süße Trösterin Nacht und sende Herauf mir mein liebes Traumgesicht. Dann seh' ich ihn wieder mit Entzücken, Den Stern meines Lebens, der mir verblich, Und ich darf an die sehnende Brust ihn drücken, Und es träumet mein Herz, er liebte mich. Seine Hand so warm, seine Lippen so wonnig, Und er spricht es zu mir, das berückende Wort, Seine Stirn so klar, sein Auge so sonnig, Durch alle Himmel trägt er mich fort.
Der ewige Becher Deine Liebe ist ein Becher, gefüllt mit edlem Wein. Ich will der ewig trunkne Zecher sein. Ich trinke alle Nächte, alle Tage und halte einsam fröhliche Gelage, Mein Mundschenk ist die Sehnsucht tief in mir nach dir!
Am Wege Hinaus zum grünen Walde gingen zwei, Es war zur Morgenzeit im Monat Mai. Vor ihren Augen lag die Welt so schön: Im Duft die Täler und im Glanz die Höh'n. Und wo ihr leichter Schritt die Wiese trat, Da sproßten Blumen unter ihrem Pfad. Und wo ihr Blick ins Weite suchend ging, Da flog empor ein bunter Schmetterling. Und Drosselschlag und Sang der Nachtigall War ihrer jungen Herzen Widerhall. – An einem Busch, der licht in Rosen stand, Da faßten sie einander Hand bei Hand. Und wo der Wald entstieg dem weichen Grund, Da ruhten sie beisammen Mund an Mund. Sie haben nicht den alten Mann geschaut, Ihm waren Bart und Haare tief ergraut; Der saß am Wege lächelnd still und brach Zwei Rosen sich und sah den beiden nach.
Ach du, um die die Blumen sich Verliebt aus ihren Knospen drängen, Und mit der frohen Luft um dich Entzückt auch ihren Weihrauch mengen, Um die jetzt Flur und Garten lacht, Weil sie dein Auge blühen macht. Ach könnt ich jetzt ein Vogel seyn Und im verschwiegnen Busch es wagen Dir meines Herzens hohe Pein, Die ohne Beyspiel ist, zu klagen. Empfändest du die Möglichkeit Von dieser Qualen Trunkenheit. Vielleicht daß jener Busen sich Zu einem milden Seufzer hübe, Der mich bezahlte, daß ich dich Noch sterbend über alles liebe.
Die Liebe ist der Liebe Preis. Sie ist Der unschätzbare Diamant, den ichVerschenkenoder, ewig ungenossen,Verscharrenmuß – dem großen Kaufmann gleich, Der, ungerührt von des Rialto Gold, Und Königen zum Schimpfe, seine Perle Dem reichen Meere wiedergab, zu stolz, Sieunterihrem Werte loszuschlagen.