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26202 Sprüche gefunden

Wie ich dich liebe Wie ich dich liebe, Soll ich dir sagen? Wie ich dich liebe, Kannst du mich fragen? O du mein Alles, Das ich nicht lasse! Einz'ger Gedanke Den ich noch fasse! Weil ich die liebe, Kann ich's nicht sagen; Kann ich nur stumm die Seligkeit tragen. Schau mir in's Auge Laß' dich umfassen – Wirst mir die Antwort, Liebster, erlassen. Wie das im Herzen Wonniglich wühlet, Daß kann nur sagen Wer es nicht fühlet.

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Amor schreibt in Männerherzen Mit der Kreide leichtem Zug; Was daran vorüber schwebet, Tilgt die Inschrift leicht genug. Aber in der Weiber Herzen Gräbt er, wie in festen Stein, Mit dem Griffel und mit Schwärze Der Geliebten Namen ein. So, verwittert auch die Farbe, Muß die tiefgeprägte Narbe Dennoch ewig sichtbar seyn.

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Wen ich liebe, dem lasse ich Freiheit. Er steh' oder fall'. Sein Herr muß er sein.

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Es gibt Weiber, die man erst lieben muß, um sie zu kennen; was sich sonst umkehrt.

Coutelle (Hg.), Pharus am Meere des Lebens. Anthologie für Geist und Herz, hg. von Carl Coutelle [I. Ausgabe], 4., sehr verbesserte und vermehrte Auflage 1858 (EA: 1833)

Laß Andre nur im Reigen Mit lautem Gruß mir nahn, Du bist mein lieblich Schweigen, Und siehst mich freundlich an. Dein Auge tief und minnig Es sagt mir Tag für Tag, Was nimmer so herzinnig Die Lippe künden mag. So hat die Frühlingssonne Auch Schall und Rede nicht, Und doch mit stiller Wonne Durchschauert uns ihr Licht. Mir gab den Wohllaut eigen Der dir den Blick beschied. Sei du mein lieblich Schweigen, Und ich will sein dein Lied.

Geibel, E., Gedichte. Neue Gedichte, 1856. Ada. Tagebuchblätter

Der wahrhaft Liebende kommt allem Fordern schon zuvor.

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Wer liebt – verlange nicht, dass man ihn wiederliebe. Dass du liebst, ist deine Gnade.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Eros liebt schwere Arbeit.

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O der hat alles, dem die Lieb geblieben!

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Wie mag ein Herz, das liebet, doch überselig sein! Das tote Selbst zerstiebet, im andern lebt's allein. 's ist wie ein tiefer Bronnen, darin du untergehst, und in dem Reich der Wonnen beseligt auferstehst.

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Die schönste Perle, die das Herz gewinnt, Es ist die Liebe, – dieses Thränenkind. –

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Liebe uns im schwarzen Kleid, im weißen wird uns jeder lieben.

Oesch (Hg.), Russische Sprichwörter. Ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Ständchen Zögernd leise In des Dunkels nächt'ger Stille Sind wir hier; Und den Finger sanft gekrümmt, Leise, leise, Pochen wir An des Liebchens Kammertür. Doch nun steigend, Schwellend, schwellend, hebend Mit vereinter Stimme, Laut Rufen aus wir hochvertraut; Schlaf du nicht, Wenn der Neigung Stimme spricht! Sucht' ein Weiser nah und ferne Menschen einst mit der Laterne; Wieviel seltner dann als Gold Menschen, uns geneigt und hold? Drum, wenn Freundschaft, Liebe spricht Freundin, Liebchen, schlaf du nicht! Aber was in allen Reichen Wär' dem Schlummer zu vergleichen? Drum statt Worten und statt Gaben Sollst du nun auch Ruhe haben. Noch ein Grüßchen, noch ein Wort, Es verstummt die frohe Weise, Leise, leise, Schleichen wir uns, ja, schleichen wir uns wieder fort.

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Menschenseele, Menschenliebe, Spielgenossen, selig Paar, werdet je des alten Spiels ihr müde werden? Nimmerdar! Ob Jahrtausend nach Jahrtausend durch die Welten wandeln mag, immer wo die Liebe aufsteht, ist der erste Schöpfungstag!

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Die völlige Liebe treibt die Furcht aus.

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Laß uns vergessen, daß es eine Zeit gibt und zähle die Lebenstage nicht! Was sind Jahrhunderte gegen den Augenblick, wo zwei Wesen so sich ahnen und nahn?

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Erster Band. Zweites Buch. Hyperion an Bellarmin

[Liebe ist] die Bildung eines gemeinsamen Lebenskreises, ein Größer- und Weiterwerden des Lebens in Überwindung alles dessen, was an Kluft und Schranke zwischen Fremdem und Eigenem liegt.

Eucken, Der Sinn und Wert des Lebens, 4. Auflage 1914 (EA: 1908). Geistesleben und menschliches Dasein

Nicht Aufklärung macht den Menschen besser, sondern Verklärung!

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Vergib einer Liebe, die nicht wissen kann, warum sie etwas tat, und nötige sie nicht um des Warums, weil es deine Verletzung ist!

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Sehnsucht Überall in dem All, mag ich liegen oder stehen, mag ich ruhen oder gehen, immer die Geliebte seh'. Wonnig mild steigt ihr Bild, mag ich träumen oder wachen, mag ich weinen oder lachen, vor den Augen in die Höh'. Ist sie fern, immer gern eilt mein Herz sie zu belauschen, Liebeswonnen einzutauschen in der heißgeliebten Näh'. Ist sie nah, ist sie da, sink ich flehend vor ihr nieder, singe neue Liebeslieder, sing von meines Herzens Weh'! Zög sie dann mich heran, würd' ich feurig sie umfassen, nimmer eher von ihr lassen, bis ich selber einst vergeh'!

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Du im voraus verlorne Geliebte, Nimmergekommene, nicht weiß ich, welche Töne dir lieb sind. Nicht mehr versuch ich, dich, wenn das Kommende wogt, zu erkennen. Alle die großen Bilder in mir, im Fernen erfahrene Landschaft, Städte und Türme und Brücken und unvermutete Wendungen der Wege und das Gewaltige jener von Göttern einst durchwachsenen Länder: steigt zur Bedeutung in mir deiner, Entgehende, an. Ach, die Gärten bist du, ach, ich sah sie mit solcher Hoffnung. Ein offenes Fenster im Landhaus –, und du tratest beinahe mir nachdenklich heran. Gassen fand ich, – du warst sie gerade gegangen, und die Spiegel manchmal der Läden der Händler waren noch schwindlich von dir und gaben erschrocken mein zu plötzliches Bild. – Wer weiß, ob derselbe Vogel nicht hinklang durch uns gestern, einzeln, im Abend?

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. 1906 bis 1926. Vollendetes