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26202 Sprüche gefunden

Jedes Leben erstarret, wenn dem alten nichts neues, vollkommeneres zugeführt wird.

Keller (Hg.), Ein Gotthelf-Wort für jeden Tag. Ausgewählt und zusammengestellt von Helene Keller, Bern 1935

Lauf der Welt An jedem Abend geh ich aus, Hinauf den Wiesensteg. Sie schaut aus ihrem Gartenhaus, Es stehet hart am Weg. Wir haben uns noch nie bestellt, Es ist nur so der Lauf der Welt. Ich weiß nicht, wie es so geschah, Seit lange küß ich sie. Ich bitte nicht, sie sagt nicht: ja! Doch sagt sie: nein! auch nie. Wenn Lippe gern auf Lippe ruht, Wir hindern's nicht, uns dünkt es gut. Das Lüftchen mit der Rose spielt, Es fragt nicht: hast mich lieb? Das Röschen sich am Taue kühlt, Es sagt nicht lange: gib! Ich liebe sie, sie liebet mich, Doch keines sagt: ich liebe dich!

Uhland, L., Gedichte. Lieder. 1808

Salz und Wasser kühlt Nicht, wo Jugend fühlt; Ach! die Erde kühlt die Liebe nicht.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Balladen. Aus >Die Braut von Korinth<

Wie Liebe mit Liebe zahlt, so zahlt auch die Selbstsucht mit gleicher Münze.

Gotthelf, Leiden und Freuden eines Schulmeisters, 1838-39

Als wir Kinder waren, liebte man uns mehr, als wir liebten. Alt geworden, lieben wir nun unsererseits mehr, als wir geliebt werden.

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Die Liebe hat Helden aus vielen und Narren aus vielen anderen gemacht.

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Lerne, den geliebten Gegenstand mit den Strahlen deines Gefühls zu durchscheinen, statt ihn darin zu verzehren!

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Amor fati stellt sich dem Schicksal und besiegt es. Tapferer Pessimismus.

Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlaß, unter Mitwirkung von Manfred Schröter hg. von Anton Mirko Koktanek, C. H. Beck 1965. (Amor fati ist ein von Nietzsche geprägter Begriff für grundsätzliche Schicksalsbejahung.)

Der schönste Augenblick einer Frau, der einzige, da sie jene Trunkenheit der Seele zu erwecken vermag, von der man immer spricht und die man so selten erfährt ist, da man ihrer Liebe sicher ist, aber nicht ihrer Gunst.

Laclos, Gefährliche Liebschaften (Les Liaisons dangereuses), 1782

Genieße und schweige Bietet sich dir ein roter Mund, Ei, sei nicht feige, Leere der Liebe Becher zur Stund Bis auf die Neige! Aber sei weise, tus niemandem kund, Genieße und schweige!

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Hatem Nicht Gelegenheit macht Diebe, Sie ist selbst der größte Dieb; Denn sie stahl den Rest der Liebe, Die mir noch im Herzen blieb. Dir hat sie ihn übergeben, Meines Lebens Vollgewinn, Daß ich nun, verarmt, mein Leben Nur von dir gewärtig bin. Doch ich fühle schon Erbarmen Im Karfunkel deines Blicks Und erfreu in deinen Armen Mich erneuerten Geschicks.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan, entst. 1814-1819, Erstdruck Cotta, Stuttgart u. Tübingen 1819. Buch Suleika

Allen Kräften des Gemüts ruft die Zeit unbarmherzig ein hartes »Genug« zu. Nur einer nicht: der Kraft, zu lieben.

Leixner, Der Weg zum Selbst, 1905

Nicht auf immer lieben, noch hassen.

Gracián, Handorakel und die Kunst der Weltklugheit (Oráculo manual y arte de prudencia), 1647. Erste deutsche Übersetzung 1711. Hier in der Übersetzung von Arthur Schopenhauer 1828-32, Erstdruck 1871. [217.]

Ach, der Liebe Glück und Freuden hat kein Sterblicher gezählt!

Körner, Die Bergknappen (Romantische Oper)

Am Fenster Ihr lieben Mauern hold und traut, Die ihr mich kühl umschließt, Und silberglänzend niederschaut, Wenn droben Vollmond ist! Ihr saht mich einst so traurig da, Mein Haupt auf schlaffer Hand, Als ich in mir allein mich sah, Und keiner mich verstand. Jetzt brach ein ander Licht heran, Die Trauerzeit ist um, Und manche zieh'n mit mir die Bahn Durch's Lebensheiligtum. Sie raubt der Zufall ewig nie Aus meinem treuen Sinn, In tiefster Seele trag' ich sie, Da reicht kein Zufall hin. Du Mauer wähnst mich trüb wie einst, Das ist die stille Freud; Wenn du vom Mondlicht widerscheinst, Wird mir die Brust so weit. An jedem Fenster wähnt ich, dann Ein Freundeshaupt, gesenkt, Das auch so schaut zum Himmel an, Das auch so meiner denkt.

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Ohne Schmerz liebt kein Herz.

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Die wahre Liebe Auf einer alten Mauer saßen Zwei junge treue Turteltauben, Die, voll von innerlicher Liebe, Die Augen auf einander wandten, Und dann und wann die Flügel zuckten. Ein Sperling auf dem nächsten Dache Voll buhlerischer Brunst und Schalkheit, Hieß dieses Paars verliebte Ruhe, Frost, Schläfrigkeit und Unvermögen. Da sprach der Täuber, doch mit Sanftmut: Sprich nicht so schlimm von unsrer Liebe. Horch! deine junge Gattin seufzet. Sie heißt dich einen Ungetreuen. Sie, die du gestern erst geehlicht, Wird heute schon von dir verlassen! Du liebtest freilich stark und feurig: Wir lieben sittsam, aber ewig.

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Privat-Telegramm Unsere Kasse darf leer sein. Doch dein Herz darf nicht schwer sein. Jedes entschlüpfte harte Wort Von mir, – streichle du sofort! Und rate mir in gleichem Sinn!!! Jedes Schmollschweigen tobt ohne Sinn Hetzerisch durch die Brust. Ärger ist stets Verlust, Und Verzeihung ist immer Gewinn. Unsrer beider Herzen mögen schwer sein Durch gemeinsames Mißgeschick. Aber keine Stunde zwischen uns darf liebeleer sein. Denn ich liebe dich durch dünn und dick.

Ringelnatz, J., Gedichte. 103 Gedichte, 1933

Erinnerung Es wecket meine Liebe Die Lieder immer wieder! Es wecken meine Lieder Die Liebe immer wieder! Die Lippen, die da träumen Von deinen heißen Küssen, In Sang und Liedesweisen Von dir sie tönen müssen! Und wollen die Gedanken Der Liebe sich entschlagen, So kommen meine Lieder Zu mir mit Liebesklagen! So halten mich in Banden Die Beiden immer wieder! Es weckt das Lied die Liebe! Die Liebe weckt die Lieder!

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Einen Menschen wissen, der dich ganz versteht, der in Bitternissen immer zu dir steht, der auch deine Schwächen liebt, weil du bist sein; dann mag alles brechen: du bist nie allein.

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In der Liebe gilt es wie im Krieg: Wehe dem Verlierer.

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