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26202 Sprüche gefunden

Liebende wissen nichts von Schamhaftigkeit.

Balzac, Physiologie der Ehe (Physiologie du mariage), 1829

Das Duell Um eine Ziege balgten sich Zwei Böcke, warm von Herz und Stirne. Der Kampf war lang und fürchterlich Zum Glück erschien zuletzt die Dirne Und rief: Ihr Herren, haltet ein; Weswegen rauft ihr? "Nur um dich allein!" Um mich? den Streit kann ich entscheiden. Ich liebe keinen von euch beiden.

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Du klarer Stern, der… Du klarer Stern, der meine Nacht Mit freud'gem Kuß hinweggelacht, Wer je dich sah, vergißt dich nicht. Wo gingst du hin, du schönes Licht? Ich suche dich auf Berg und Höhn; Denn ach! – Du warst so schön, so schön! In deines Augens mildem Glanz Verlor sich meine Seele ganz. Und im Verlust ward mir erst klar, Daß in mir Geist und Leben war. Nun such ich mich in dir, mein Stern, Doch ach! – Du bist so fern, so fern!

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Wandlung Willst du erschau'n, wie viel ein Herz kann tragen, O blick' in mein's! So reich an Wunden, vom Geschick geschlagen, War wohl noch kein's. Doch mitten in den wütendsten Orkanen Erhob ich mich, Und schritt dahin auf meinen fernen Bahnen – Wie stark war ich! Wie ward mir doch nun so mit einemmale Die Kraft geraubt? Es trotzte mutig dem Gewitterstrahle Mein stolzes Haupt, Doch als du zu mir sprachst mit leisem Grüßen: "Ich liebe dich!" Da sank ich still und weinend dir zu Füßen – Wie schwach bin ich!

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Der Lohn der Liebe ist, daß dein Wesen Liebe wird.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Ein Mensch, der liebt, tritt fast aus aller übrigen Gerichtsbarkeit heraus. Liebe – dann kannst du tun, was du willst.

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Die Liebe selbst hat im Bereich des Endlichen verschiedene Arten und Formen: als Liebe des Niederen zum Höheren hat sie mehr vom Verlangen an sich und ist vornehmlich auf Empfang gestellt; als Liebe vom Höheren zum Niederen ist sie mehr freies Schenken aus eigener Überfülle. Immer muss sie aber Hingabe sein, um echte Liebe zu sein. Ein Begehren, das nur für sich gewinnen will, ohne sich selbst zu geben, verdient den Namen Liebe nicht. Man darf wohl sagen, dass der endliche Geist in der Liebe seine höchste Lebensfülle erreicht.

Stein, Endliches und ewiges Sein. Versuch eines Aufstiegs zum Sinn des Seins, 1951

Wetterleuchten Zerrissene Wolken schimmern hell; Matt funkeln vereinzelte Sterne. Ein Wetterleuchten, feuergrell, Zuckt auf in dämmernder Ferne. Die flammende Unrast, abends spät Von der Tagesschwüle geboren, Dies Lenzgewitter, das rasch vergeht, Im Grenzenlosen verloren: Gemahnt an deine Liebe mich, Die einst in heißen Stunden So blendend kam, so jäh verblich Und längst in Nacht entschwunden.

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Wenns dämmert Und Tag um Tag geht still dahin, Und meine ruhigen Augen sehn, Wie alle Wünsche wunschlos still In eine blasse Dämmerung gehn. Dich lieb ich, du! Oh komm, sei mein! Ein grauer Nebel kommt und steht. Wo bist du?! Alles grau und leer. Und mein Begehren wankt und geht. Wohin, wohin!? Ich seh kein Licht, Ins Graue schwindet, was ich will. Laß gehn dahin und frage nicht, Laß gehn dahin und blicke still. Wunsch geht und Welt geruhig hin, Und meine ruhigen Augen sehn, Wie alle Wünsche wunschlos still In eine blasse Dämmerung gehn.

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Kühner Mut ist bei der Liebe.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 3. Akt, 2. Aufzug, Gräfin Terzky

Laß allen Tugenden die Sterbeglocke läuten! ich höre ja dich, dich, deines Herzens Lied, du Liebe! und finde unsterblich Leben, indessen alles verlischt und welkt.

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Erster Band. Zweites Buch. Hyperion an Bellarmin

Nur eine Rose wollt ich pflücken Nur eine Rose wollt ich pflücken Für ihren Busen. Doch sie wurde rot Und sagte, während ihre Stimme bebte: "Du hast dich nie gekümmert, als sie lebte, Um meine Liebe. Nun ist sie kalt und tot, Willst du ihr Grab mit Blumen schmücken?"

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Glücklich! glücklich!Dichhab ich gefunden, Hab aus Millionendichumwunden, Und aus Millionenmeinbist du.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Die Freundschaft, 1782

Wenn man nicht unbedingt lieben darf, sieht es mit der Liebe schon mißlich aus.

Goethe, J. W., Autobiographisches. Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, 1811, 2. Teil, 9. Buch

Ich will nur das, was von selbst aus dir kommt, und ich lehne alle Liebesbezeugungen ab, die du in dir zu unterdrücken vermöchtest.

Alcoforade, Portugiesiche Briefe, 1669

Ach, was ist Liebe! Wüßten wir doch nur, was wir lieben!

Rathenau, Auf dem Fechtboden des Geistes. Aphorismen aus seinen Notizbüchern, Verlag Der Greif, Wiesbaden 1953

Wie manches Mädchen meint mit einem Mann nichts als Geistesinteressen und Seelenfreundschaft zu teilen, während sie, – oft unbewußt, – nichts andres begehrt als seine Liebe, seinen Besitz.

Andreas-Salomé, Fenitschka. Eine Ausschweifung, 1898

Eine [Bitte] tun, heißt in der Liebe mehr geben, als eine erhören.

Jean Paul, Flegeljahre, 4 Bde., 1804-1805. Viertes Bändchen. Nr. 59. Notenschnecke

O ihr dürftigen egoistischen Menschen! [...] dieses Polarleben ist ohnehin so kahl und kalt, wir stehen ohnehin Wochen und Jahre nebeneinander, ohne mit dem Herzen etwas Besseres zu bewegen als unser Blut- bloß ein paar glühende Augenblicke zischen und erlöschen auf dem Eisfeld des Lebens – warum meidet ihr doch alles, was euch aus der Alltäglichkeit zieht, und was euch erinnert, wie man liebt – –

Jean Paul, Hesperus oder 45 Hundsposttage. Eine Lebensbeschreibung, 3 Bde., 1795. Zweites Heftlein. 16. Hundposttag

Findet einer selbst im Unglück Liebe, so kann er wenigstens gewiß sein, daß es wahre Liebe ist.

Balzac, Vater Goriot (Le Père Goriot), 1834-35

Deine Hand ist in meiner, solange du sie dort lässt.

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