Alle Sprüche
Durchstöbere unsere komplette Sammlung der schönsten Sprüche, Zitate und Weisheiten.
26202 Sprüche gefunden
Gefahr kennt keine Zuflucht und Krieg keinen Frieden für den, der die Liebe singen hört und für den sie niemals endet.
Liebe Wir sind zwei Schatten, die aus Welt und Welt An einem Eschenbaum zusammentrafen. Wir glitten einsam im entrückten Feld Und suchten späte Herberg, um zu schlafen. Und standen einen tiefen Augenblick Uralt bekannt uns gegenüber Und grüßten uns und wuchsen bis ans Glück. Dann sanken wir hinüber und herüber, Zerfallend in die alte Nacht zurück.
Stille Liebe Es gibt auch eine stille Liebe, die leis und langsam Wurzel schlägt, und, ob auch ohne üppige Triebe, sich warm und fest ums Herze legt. Und solche Liebe hab ich erfahren, und dafür dank ich dir, mein Gott! Sie soll mir lebenslang bewahren das Herz vor allem Groll und Spott.
Woher? Wie der Wasserlilie Kelch Leuchtend auf den Wellen schwanket, Während in dem Schoß der Wasser Sich ihr stiller Stengel ranket: So, ein lichtes Wunder, schwimmt Träumerisch mir im Gemüte Über tiefen, dunklen Fluten Meiner Liebe weiße Blüte. Ihre Wurzel sah ich nie; Heimlich sproßten ihre Triebe: Wie sie plötzlich sich entfaltet, Wußt' ich eins nur – daß ich liebe!
Nur das tut mir so bitterweh Nur das tut mir so bitterweh, Daß Niemand mir von ihm erzählt, Ob ich ihn je nur wiederseh', Und ob er glücklich hab' gewählt. Ich möcht' nur einmal noch ihn sehn, Und zög' er auch an mir vorbei. Wollt' ungesehn am Fenster stehn Nur schauen, ob er glücklich sei.
Die Liebe ist selten so groß und so stark, wie sie in den Büchern steht, oder, wie die Menschen sich selbst einbilden möchten, daß sie es ist.
Manchmal erklingen hör' ich's leise So wild im Sturm die Lebensreise Hinflutet sonder Ruh' und Rast, Manchmal erklingen hör' ich's leise: Du hast mich nie im Ernst gehaßt. Die Menschen nur so klug und weise, Sie löschen gern, was heilig brennt. Manchmal erklingen hör' ich's leise: Wir sind von Fremden nur getrennt. Und trägt ein Traum im Strahlengleise Die Seele hoch, von Gram betrübt, Manchmal erklingen hör' ich's leise: Du hast mich dennoch still geliebt.
In der Liebe kommt es nur darauf an, daß man nicht dümmer erscheint, als man gemacht wird.
Wir wollen uns immer die Hände halten Wir wollen uns immer die Hände halten Damit unsre Seelen nicht in den kalten, Notvollen Nächten einsam erfrieren. Wir wollen uns immer tiefer finden, Damit wir uns nicht wie die armen Blinden Im schwarzen Walde traurig verirren. Wir wollen uns immer die Hände halten, Damit wir uns nicht zu tief in die Falten Des unendlichen Lebens verlieren.
Sonett 116 Nichts kann den Bund zwei treuer Herzen hindern, Die wahrhaft gleichgestimmt. Lieb' ist nicht Liebe, Die Trennung oder Wechsel könnte mindern, Die nicht unwandelbar im Wandel bliebe. O nein! Sie ist ein ewig festes Ziel, Das unerschüttert bleibt in Sturm und Wogen, Ein Stern für jeder irren Barke Kiel, – Kein Höhenmaß hat seinen Werth erwogen. Lieb' ist kein Narr der Zeit, ob Rosenmunde Und Wangen auch verblühn im Lauf der Zeit – Sie aber wechselt nicht mit Tag und Stunde, Ihr Ziel ist endlos, wie die Ewigkeit. Wenn dies bei mir als Irrthum sich ergiebt, So schrieb ich nie, hat nie ein Mann geliebt.
Wenn man Liebe nicht bedingungslos geben und nehmen kann, ist es keine Liebe, sondern ein Handel.
Waldvögel Ein wohlbestelltes Mieder, Die Backen rot gesund, Den Schnabel voller Lieder Und vorn und hinten rund. Zwei Augen glutend blaue Und eine kleine Hand, Wohl mir, waldwilde Fraue, Daß ich dich einsten fand. Es war im tiefen Walde Und Sommer war die Zeit, In einem Wipfel balde Nesthockten wir zu zweit Und niemand hat gesehen Das sondre Vogelpaar, Das hoch im Windewehen Vor Glücke schwindlig war.
Der Atheist Allerliebster Gott der Liebe, Die dich lieben, liebst du wieder. Ach! willst du mich denn nicht lieben? Doris ist noch immer spröde. Spanne doch den Bogen strenger, Nimm den ärgsten deiner Pfeile, Denn ihr Herz ist hart, wie Marmor. Mit der Kunst bered'ter Lippen, Mit der Macht vertrauter Schwüre, Mit der Staatslist deiner Lehrer, Mit der Wirkung meiner Waffen, Werd' ich es nicht leicht erobern; Denn sie ist zu stark bewaffnet. Sie versteht die Kunst zu siegen, Trotz dem besten deiner Krieger. Wirst du sie denn überwinden? Liebesgott! nur drei Minuten Glaub' ich noch an deine Pfeile; Hast du mir nach drei Minuten Diese Spröde nicht gebändigt: O! so will ich in der vierten Dich und deine Mutter leugnen.
Zwei Gräber Sie liebten sich und mußten, ach, sich meiden! Im Traum nur durften sie einander sehen, Im Traume sich ihre Liebe eingestehen, Denn eine weite Kluft lag zwischen beiden. Da kam der stille Tod und machte Frieden, Mit milder Hand versöhnt' er ihre Leiden, Und während sonst im Tod die Menschen scheiden, Hat sie der Tod vereinigt noch hienieden. Sein Grab umklettern blüh'nde Rosenranken Sie sind vom Hügel sanft hinabgestiegen, Sich zärtlich an das Immergrün zu schmiegen, Das ihrem Grab entsprießt; die Blätter schwanken Und flüstern traulich leis' im Abendwinde – Man meint der Seelen Zwiegespräch zu hören, Kein böses Wort kann ihre Ruhe stören, Und beider Grab beschattet eine Linde.
Wie ein Rausch ist deine Liebe, Deine Küsse wie der Wein – Trank ich mich an deinen Lippen Selig satt, so schlaf ich ein. Und dein Arm ist meine Wiege, Heimlich singst du mir ein Lied, Daß ein Glanz von Glück und Liebe Noch durch meine Träume zieht.
Die Macht der Liebe Überall wohin mein Auge blicket, Herrschet Liebe, find' ich ihre Spur; Jedem Strauch und Blümchen auf der Flur Hat sie tief ihr Siegel eingedrücket. Sie erfüllt, durchglüht, verjüngt und schmücket Alles Lebende in der Natur; Erd' und Himmel, jede Kreatur, Leben nur durch sie, von ihr beglücket.
Wie gut, daß Liebe blind ist – sie müßte sonst gar zu oft ein Auge zudrücken.
Im Altertum lebte einer, der liebte eine einäugige Frau so sehr, daß ihm vorkam, alle anderen Frauen hätten ein Auge zu viel.
Kurze Trennung Früh morgens reist' ich weg, kaum schied die Nacht; Ich habe nur an dich, an dich gedacht. Vor deinem Fenster ging ich noch vorbei: Ahnt' dir's im Traume, wer dir nahe sei? Der Morgenstern am lichten Himmel stand, Die Drossel schlug im nahen Gartenland. Still lag das Haus, dein Fenstervorhang zu – O schlumm're fort, mein Herz, in Herzensruh'! Der blonden Flechten off'ne Welle quillt Wohl um dein liebes Antlitz, liebes Bild! Schütz' dich der Himmel und behüt' dich mir, Bis mich der Abend wieder bringt zu dir! O kurze Trennung, süßes Wiedersehn, Die ihr das Glück macht immer neu erstehn; Nun steigt der Morgen siegreich hell empor, Die Sonne schreitet überm Berg hervor. Weiß wogt's am Walde, der sich licht belaubt, Wie Schleier um ein kränzetragend Haupt. Die Wiesen duften, diament'ner Tau Liegt wie ein Brautschmuck auf der sammt'nen Au. Die Morgenglocken weckt in jedem Thal Das heil'ge Licht, es wächst der Sonne Strahl. O wandle hoch am Tag und neige dich, Zum Westen eilend, über sie und mich!