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26202 Sprüche gefunden
Sonett Vom Schloß die Legende, kennt ihr sie? Der sich umsonst mit gläubigem Gemüte Den Gruß der Engel zu erlernen mühte – ›Ave Maria‹ – weiter kam er nie. Und als er starb mit dieser Melodie – Aus seinem Herzen eine Rose blühte, Durchdrang das Grab und auf den Blättern glühte In goldner Schrift: Gegrüßt seist du, Marie!" So muß mein Lied alleinig dir erklingen, Von andern Frauen weiß ich nichts zu singen, Nur du lebst klar in meiner Dichtung Rahmen; Und noch bevor mein Auge sich geschlossen, Im Herzen ist ein Blütenzweig entsprossen, Und alle Blüten tragen deinen Namen!
Die Liebenden Es sitzen drei Burschen bei funkelndem Wein Und denket ein jeder der Liebsten sein. Der erste schauet betrübt in sein Glas, Seine Wange ist bleich und sein Auge ist naß: "Die einst mich geliebet mit Herz und mit Mund, Sie lieget gebettet im Grabesgrund. Ihr holdes Wesen und Angesicht Vergesse ich all mein Lebtag nicht! So lange ich wandle im Erdental, Werd ich sie missen in Schmerz und Qual. Der zweite schiebet sein Glas beiseit: "Mein Liebste hat einen andern gefreit. Sie gab sich als Gattin dem lieblosen Mann, Der mit blinkendem Golde ihr Herz gewann. Sie küßt ihn, die Falsche, und lächelt dazu, Ich aber finde nicht Friede noch Ruh'." Der Dritte hebet sein Glas in der Hand: "Das Glück der Liebe hat nicht Bestand. Ich küsse mein Liebchen mit glühendem Kuß, Weil ich weiß, daß ich wieder es lassen muß. Und gehn wir vonsammen für ewige Zeit, So haben wir dessen noch Reu noch Leid. Die Liebe ist flüchtig, das Leben ists auch Und Finden und Scheiden ist überall Brauch!"
Fülle Meine wilde Unrast lief Irrend auf vielen Wegen, Bis sie in deinem Schoß entschlief. Meine Seele war knospender Drang, Bis sie in deinem Segen Reife war und Fülle und Klang.
Püsterich Meine Mutter, die braune Zigeunerin, Saß nachts am Kohlenbrand, Da trat ein Jäger zu ihr hin Und nahm sie bei der Hand. Er zog sie tief im Waldesgrund Ins rote Heidekraut Und küßte ihr die Lippen wund, Bis früh der Morgen graut. Sobald der Wind so feucht und kühl Ihm durch die Locken strich, Da sprang er auf vom weichen Pfühl Und wandt zum Scheiden sich. O Jäger, sprich, an wessen Brust, Hab ich die Sommernacht Heißblütig in liebtrunkner Lust Mit feuchtem Aug verbracht? "Neugierig Weib, was fragst du mich, Woher, wohin ich zieh? Ein wilder Jäger liebte dich, Der kehrt zurück dir nie." Ein Rothirsch setzte jach daher, Die Meute hinterdrein. Schnell griff der Jäger zum Gewehr Und sprang zum Wald hinein. Das Feuer auf dem Lagerherd War über Nacht verglüht. Das Feuer, das im Herzen zehrt, Verbrannt ihr schwarz Geblüt. Meine Mutter trug im Schoß davon Von dieser Nacht ein Kind. Ich bin des wilden Jägers Sohn, Mein Vater ist der Wind.
Und bin der Ärmste von der Welt Ach, nur die Lieder unserer Stunden, Leg ich als den Entgelt dir hin Für deine Lieb', der täglich wieder Ich neue Lieder schuldig bin. Ich bin der Reichste von den Reichen, So lang es deinem Blut gefällt Und kann die Schuld doch nie begleichen, Und bin der Ärmste von der Welt, Wenn mal mein Tag kein Lied enthält.
Wenn das Blut einmal von Liebe schwillt, reißt es gar leicht der Ehrfurcht Grenzen nieder.
Ebenso vermag reine Liebe nicht nur alles, sondern sie ist alles.
Ich wollte, ich wäre ein Malzbonbon Und du, du würdest mich lutschen.
Sie wird mir einst begegnen, irgendwann, Wie einem auf verdrossnen Wanderungen Ein Lied einfällt, daß er als Kind gesungen; Seither sind viele tot, und er ist Mann. Und ist davon beglückt, daß er's noch kann; Denn während er zur Klarheit sich gerungen, Ist manche Saite in ihm abgesprungen… Sie wird mir einst begegnen – irgendwann Und wird mich fragen nicht: Woher? Wohin? Und wird nicht in mich drängen: Weile, raste! Einer wie ich ist immer nur zu Gaste – Und größer wird sie sein durch Demutsinn Als jene, die wie Krämer Liebe geben: Nur Zug um Zug und Leben gegen Leben.
Chor der Nixen Ihr glücklichen Kinder Schlürft das Vergnügen; Bald wird es versiegen; Ein langer Winter Rafft es dahin. Euer Sinn Schaut nicht vorwärts, Schaut nicht zurück. Vergängliches küßt ihr, Sorglos genießt ihr Den Augenblick. Wir können nicht lieben; Von Wind und Wellen Umhergetrieben, Bis wir zerschellen, Ward uns als Leben Nicht mehr gegeben Als euch im Traum. Wunschlos entstehen wir, Wunschlos vergehen wir Wieder zu Schaum.
Wolle keiner mich fragen Wolle keiner mich fragen, Warum mein Herz so schlägt. Ich kann's nicht fassen, nicht sagen, Was mich bewegt. Als wie im Träume schwanken Trunken die Sinne mir; Alle meine Gedanken Sind nur bei dir. Ich hab die Welt vergessen, Seit ich dein Auge gesehn; Ich möchte dich an mich pressen Und still im Kuß vergehn. Mein Leben möcht' ich lassen Um ein Lächeln von dir Und du – ich kann's nicht fassen, Versagst es mir. Ist's Schicksal, ist's dein Wille? Du siehst mich nicht; – Nun wein' ich stille, stille, Bis das Herz mir zerbricht.
Ich bin so reich in deinem Angedenken Ich bin so reich in deinem Angedenken, Daß ich mich nimmer kann ganz einsam nennen, Nur wenn ich ganz mich kann hinein versenken, Vergeß ich es, daß Tal und Flut uns trennen. Will mir die Welt die eitlen Freuden schenken, Ich fliehe sie, und mag sie nimmer kennen, Welt, Himmel, Lenz und Liebe sind vereint, Wo mir dein Bild, ein süßer Stern, erscheint.
Brief Mir war die Liebe lange nur ein Spiel; Leicht setzt ich wenig ein und holte viel, Und lustig warf den goldenen Gewinn Ich gerne bald in andre Schürzen hin. Oh ja, das Herz, es war wohl auch dabei, Leis klang es mit wie ferne Melodei Dem lauten Sang der tanzbewegten Lust, Doch Stille war im Innersten der Brust. Was da, von Friedensrosen mild umblüht, Dem einen Herzen heiß entgegenglüht, Du hasts zuerst geweckt; – nun ist es weh, Das leichte Herz, ein wildbewegter See Voll Ungetümen, die die Qual gebar, Die doch nur Liebe, Liebe, Liebe war. Ich weiß, du lachst, wenn du von Qualen liest, In deinem Herzen eine Blume sprießt, Die leicht im Winde ihre Blüte trägt, Die nichts nach Qualenungetümen frägt; Im eigenen Dufte wiegt sie her und hin – : Die Blume ist dein glücklich-leichter Sinn. Sie soll dir nie im Herzensfrost vergehn, Aus jedem Leide soll sie auferstehn Wie Maitaghelle, da der Winter schwand Dem Sonnensiege in das Nebelland… Was mir die Liebe und ihr Leid beschied? Ich fühl es schon; es keimt ein neues Lied. Das wird von dir ein glühend Singen sein, Das wird aus Qualenwust mein Herz befrein. Wie Thränensturz schwillt heiß sein starker Fluß, Und aus dem Herzen kommts in einem Guss, Ich halte nichts, ich halte nichts zurück, Im Lied verströme ich mein ganzes Glück. Ob du es fühlst, was ich dir hier gesteh? Das fühlst du wohl, es ist ein tiefes Weh Und eine Gnade doch; es raubt und giebt… Oh, Mädchen du, wie hab ich dich geliebt.
Ein Liebhaber, der gefallen will, muß edle Empfindungen zur Verfügung haben.
Liebeslied Dich sehen, ist: die Heimat haben! dich sehen, ist: zu Hause sein! alle Sehnsucht ist begraben, alle Wünsche schlummern ein! Und ich weiß nichts mehr von draußen, weiß nichts mehr von Müh und Plag, und wie einsam es gewesen und wie freudlos jeder Tag! Alles ach ist selig schöner Friede nur und Sonnenschein! dich sehen, ist: die Heimat haben! dich sehen, ist: zu Hause sein!
Der reichste Tag Das war mein schönster Tag, als ich dich fand: Es war ein selig staunendes Begegnen, Ein stummes Ineinanderglühn, ein Segnen, Das in der Blicke Wechselsprache stand. Und als ich dann gewährend durfte geben: Das war der schönste Tag in meinem Leben! Dann kam ein Tag, da ließ mich dein Vertraun Auch deine ewig tiefen Schmerzen schaun, Damit ich sie mit dir gemeinsam trage: Und dieser war der reichste meiner Tage. –
Die Liebe ist flüchtig, das Leben ists auch Und Finden und Scheiden ist überall Brauch!
Suleika Nicht im Rosenschmuck der Jugend fand ich dich und liebt ich dich, grau schon ringelten die Locken um der Stirne Weisheit sich, doch in deinem Kusse lodert ungezähmte Jugendkraft, stimmt die Harfe meiner Seele zur Musik der Leidenschaft. – Deine grauen Haare bergen, was in deiner Seele ruht, wie die Asche des Vulkanes Zeuge ist der innern Glut, und aus deiner Augen Tiefen, sprühet blitzend, göttlich rein, ewig junges Leben kündend, deines Geistes Feuerschein.