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26202 Sprüche gefunden

Mein Herz Ich weiß nicht, was ich habe, mir ist ums Herz so schwer… Ums Herze? Ach was sag ich – ich hab doch keines mehr. Seit ich, mein Glück, dich kenne, du süßes Liebchen mein, vom ersten Augenblicke an wars ja doch schon dein. O mögst du es behalten, damit es stets so blieb – es soll ja dir gehören, nur, mein süßes Lieb! Giebs nie mehr mir zurücke – es schlägt dir ja in Treu – und willst du's nicht mehr haben Mein Schatz, dann brichs entzwei.

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Atlantis Wer sie zu finden wüßte, Glückseligster Pilot, Die wundervolle Küste, Wo uns kein Schmerz mehr droht! Wo nimmer Mund vom Munde, Vom Herzen Herz sich reißt, Wo keine letzte Stunde Uns bittern Abschied heißt! Wo nicht das Flügelrauschen Der Zeit uns mehr erschreckt, Kein Spähen mehr, kein Lauschen In unserm Glück uns neckt; Wo wie in Meeresgrunde, Versteckt von tiefster Flut, Unendlich ew'ge Stunde Mein Herz an deinem ruht! Es ist kein falsch Gelüste, In eitlem Hirn erdacht, Die wundervolle Küste, Sie ist kein Traum der Nacht; In deinem Aug' und Mienen, Da fand ich ihre Spur, Da ist sie mir erschienen, Die Paradiesesflur! Herz, breite deine Schwingen! Es gilt ein köstlich Gut, Zu kämpfen und zu ringen, Wohlauf und habe Mut! Gieb dich getrost den Winden, Nicht scheue Sturm und Riff, Du wirst dein Eden finden; Führt Liebe doch dein Schiff!

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Nichts ist so leicht verraten, als die Liebe, Nichts trennt die Hölle freudiger, als Herzen!

Auffenberg, Viola. Ein romantisches Trauerspiel in fünf Acten. Nach einer Volksage, 1824. 1. Akt, 2. Szene. Serini

Daß Titania auch einen Esel herzen kann, wollen die Oberone nie verstehen, weil sie dank einer geringern Geschlechtlichkeit nicht imstande wären, eine Eselin zu herzen. Dafür werden sie in der Liebe selbst zu Eseln.

Kraus, Sprüche und Widersprüche, 4. Auflage 1924 (EA: 1909). I. Weib, Phantasie

Die Liebe hat, wie unsere Erde, zwei Pole und eine Mittagslinie. Bleibe, wenn es dir möglich ist, in den gemäßigten Gürteln; denn nicht wenige, wenn sie die Linie passieren, büßen darüber den Verstand ein.

Coutelle (Hg.), Pharus am Meere des Lebens. Anthologie für Geist und Herz, hg. von Carl Coutelle [I. Ausgabe], 4., sehr verbesserte und vermehrte Auflage 1858 (EA: 1833)

Der Keim der Liebe ist so zart, daß er nothwendig erstickt werden muß, so bald die sinnliche Lust über ihn her wächst.

Ehrenberg, Euphranor. Über die Liebe. Ein Buch für die Freunde eines schönen, gebildeten und glücklicken Lebens, 2 Bde., 1805-1806

Das große Fest ist einmal nur im Jahr – Seit ich dich seh, ist Festzeit immerdar. An einem Tag traegt Rosenlast der Zweig – Dein Antlitz trägt für mich stets Rosenschar. Einmal pflückt Veilchensträuße ich im Hag, Nie welkt ein Veilchen mir: dein dunkles Haar. Nur eine Woche blüht Narzisse auf – Stets bleibt die schönste mir: dein Auge klar. Narzisse ist nur frisch, so lang sie wacht – Schön ist, obs schläft, obs wacht, dein Augenpaar. Im Lenz nur duftet der Jasminenstrauch – Du, Hyazinthe, bist des Dufts nie bar. Duft schenkt den Hyazinthen, die ihn hüten, Die Locke dein, die Seelenspeise war. Sie sprießt aus Silber, jene nur aus Stein, Die krönen Felsen, sie Zypressen rar. Stolz ist im Hag Zypresse immergrün – Doch kläglich stellt sie neben dir sich dar!

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Liebe für Liebe allein, ist das Darlehen für Liebe!

Gnad, Dillert Graf von Brückenhann, der Wochenblattschreiber. Ein rührendes Lustspiel in fünf Handlungen, 1792. 2. Aufzug, 14. Auftritt. Marie

In der Liebe kennt man sich, weil man sich liebt; in der Freundschaft liebt man sich, weil man sich kennt.

Schulz (Übers.), Aphorismen aus der Menschen-Kunde und Lebens-Philosophie. Eine Nachlese zu De La Rochefoucault's bekanntem Werke, 1793

Denn die Summe unsres Lebens Sind die Stunden, wo wir lieben.

Busch, Bildergeschichten. Dideldum! Aus: Summa summarum. Originaltext

Wunder der Liebe Liebe traf mich, meine Augen weinen, Und im Herzen brennt ein wüthend Feuer mich, Durch der Liebe Allgewalt vereinen Elemente selbst zu meinen Qualen sich. Ach! vergebens brennet meine Flamme, Fruchtlos netzen Thränen mein Gesicht, Thränen, warum löscht ihr nicht die Flamme? Flamme, warum trocknest du die Thränen nicht?

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Weiberkenntnis Wüstlinge rühmen sich stolz, und mit Recht, sie kennten die Weiber; Zarte Gemüter allein kennen und ehren das Weib.

Brinckmann, K. G., Gedichte. Arabesken

Liebeserklärung Mit jedem Druck der Feder Drück ich Dich an mein Herz, Bald tragen mich flüchtige Räder Wieder zu Lust und Scherz. Ich öffne leise die Türe, Und weil es so dunkel ist, Dir Leib und Schenkel berühre Ob Du dieselbe bist.

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Im Glück Dem Schmerze konnt' ich Worte geben, In Liedern sang ich meine Qual; Doch seit mein herbstlich ödes Leben Durch dich erblüht zum zweitenmal, Und seit in meiner Seele Gründen Ein neuer Frühling Wunder thut, Da weigert sich mein Mund zu künden Des Herzens sel'ge Wonneglut. Kein irdisch Auge kann ertragen Der Sonne volle Strahlenpracht; So kann dir auch mein Lied nicht sagen, Was meine Seele jauchzen macht. Drum siehst du sprachlos mich erbeben, O frag', Geliebte, nicht warum: Dem Schmerze konnt' ich Worte geben, Doch meine Seligkeit ist stumm.

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Ein Geständnis Vor Wut möcht ich und Scham vergehn, Daß ich von Liebe zu dir spreche - Doch meine Thorheit, meine Schwäche Muß ich zu Füßen dir gestehn. Das paßt recht schlecht zu meinen Jahren! Zeit wär's, vernünftiger zu sein! Doch in der Liebe wohlerfahren, Kenn ich auch ihrer Krankheit Pein: Dir fern – muß ich voll Sehnsucht klagen, Dir nah – muß schweigend dulden ich, Und mächtig drängt's mich, dir zu sagen: Ich liebe, holder Engel dich! [...]

Puschkin, Gedichte, übersetzt von Friedrich Fiedler, Leipzig 1907

Wenn man nur die wahre von der falschen Liebe unterscheiden könnte, so wie man eßbare von giftigen Pilzen unterscheidet! Mit Pilzen ist es so einfach – man salzt sie gut ein, legt sie zur Seite und wartet geduldig. Aber bei der Liebe – sobald man auf etwas gestoßen ist, das auch nur die entfernteste Ähnlichkeit damit aufweist, ist man vollkommen sicher, daß es nicht nur ein echtes Exemplar ist, sondern vielleicht der einzige noch nicht gepflückte echte Pilz. Es braucht eine schreckliche Menge giftiger Pilze, bis man einsieht, daß das Leben nicht ein großer, eßbarer Pilz ist.

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Es ist mit der Liebe wie mit dem Leben, wie mit dem Atemholen. Freilich ziehe ich die Luft in mich. Willst du das auch Eigennutz nennen? Aber ich hauche sie wieder aus, und sage mir, wenn du in der Frühlingssonne sitzest und vor Wonne dein Busen stärker atmet, ist das Hauchen nicht eine größere Wonne als das Atemholen? Denn das ist Mühe, jenes ist Ruhe.

Goethe, Unvollendete Dramen, Bruchstücke und Entwürfe. Fragmente eines Romans in Briefen. Arianne an Wetty

Unhörbar sagte es schon mancher Verliebte zu seiner Holden: „O, lass mich in deinen Armen vergessen, welch herzloses Geschöpf du bist!“

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Alter Park In der Altstadt, die nur so heißt, – denn, wo einst Winkelgäßchen gekauert, dünstig vom Mittelalter umschauert, dehnen Zinshausstraßen sich dreist, – Eine Oase, die jedes Aug' preist: Uralte Bäume, ein Garten ummauert, haben Jahrhunderte überdauert bei der Kapelle zum heiligen Geist. Aus dem Rasen – fern Stadtlärm und Hast! ragen verstreut zu der Bäume Füßen schräge Steinplatten, grau und bemoost. Gern hält Liebe hier Abendrast; die fühlt hier dankbar des Lebens Grüßen, ahnt nicht, daß sie auf Friedhofsgrund kost.

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Liebe ist eine Frucht, welche von selbst reift, auch ohne Sonnenschein.

James, Rosa d'Albret, oder Stürmische Zeiten (Rose d'Albret, or Troublous Times), 1844

Liebesleidenschaft ist die grandioseste Verschwenderin; sie schwelgt darin, sich auszugeben, ganz, fraglos, opferdurstig – und das Größte, Letzte kann sie hinwerfen, als wär’s ein Nichts!

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899