Alle Sprüche
Durchstöbere unsere komplette Sammlung der schönsten Sprüche, Zitate und Weisheiten.
26202 Sprüche gefunden
XXV Mag, wen ein günstiges Geschick erschuf, an Titeln sich und äußrer Ehre laben. mir, der sich fern fühlt solcherlei Beruf, ward der Gewinn, ein andres Glück zu haben. Von Gunst besonnt, der Höfling fett gedeiht und tut sich auf wie eine Dotterblume; ein laun’scher Zufall endet seine Zeit, ein zorn’ger Blick begegnet seinem Ruhme. Der nie besiegte Sieger, der zuletzt doch einmal seinen Sieger hat gefunden, wird aus der Ruhmestafel ausgeätzt, und tausend Siege sind dahingeschwunden. Welch andres Glück: ich lieb und bin geliebt, ein Glück, an dem es keinen Wandel gibt!
Amor, ein Sprachlehrer Amor ist ein Sprachverderber, Wortverdreher, Lautverwirrer, Der beim großen Thurm zu Babel Schon die Händ' im Spiele hatte. Wenn ich weine, raunt er leise Mir in's Ohr etwas von Wonne; Wenn ich schmachte, läßt er dennoch Reden mich von Seligkeiten. In dem lauten Schwarm der Feste Muß ich, diesem Lehrer folgend, Sagen, daß ich einsam stehe, Und im einsam stillen Haine Darf ich mich allein nicht nennen. Bittersüß und lieblichherbe, Grausam mild und labend schmerzlich, Solche Reden hat er viele Stehn in seinem Wörterbuche, Das die größten Sprachgelehrten Mir nicht auszudeuten wagen, Und mit dem ich alle Tage Mehr mein bißchen Deutsch verlerne.
Kann, was das Herz so tief empfand, Gleich einem Traum entschweben? Verfliegt das heiligste Gefühl? O eitles, eitles Leben!
Vergeblich! Ich habe gewartet von Tag zu Tag, Ob nicht ein Zeichen mir werden mag; Ich habe gewartet, gläubig und fromm, Und habe gebetet: O komm, o komm! Doch ein Tag zog nach dem andern vorbei, – Vergeblich erklang meiner Sehnsucht Schrei… Das alte Leben von Neuem beginnt, Der Strom meiner Liebe – im Schmutze verrinnt.
Was wäre das für eine Frau, die nicht weiß, wenn sie geliebt wird?!
Einer letzten Liebe folgt gewöhnlich immer noch eine vorletzte.
O harte Sterne! Nie versöhnte, rauhe Welt! Kaum rastet einmal seelig in der Liebe Zelt Das müde Herz, von sehnlicher Begier geschwellt, – Da, horch, der Karawanenglocke Stimme gellt, Und wieder in das weite, wüste, wilde Feld Des Lebens ist die heißbethränte Fahrt gestellt.
Die Liebe verleiht uns so etwas wie eine Religion für unser eigenes Ich: Wir halten in uns ein anderes Leben hoch.
Die Liebe ist eine Falschmünzerin, die beständig aus plumpen Sousstücken Louisdor und manchmal auch aus Louisdor Sousstücke macht.
Reichtum Perlen gleiten durch meine Hand –: Das war Wasser, das verschwand; Gold kam über mich hergelaufen –: Wolkenberge, Wolkenhaufen; Nichts ist mehr in meiner Hand, Und ich kann mir garnichts kaufen, Und mir blieb nur, was ich fand: Ein Herz für mich, ein Glück für mich, Zwei Augen, die leuchten: Ich liebe dich, Und eine Wärme innerlich: Du, du und ich ...
Ewige Liebe schwören, heißt nicht mit dem morgigen Tag rechnen.
Gieß in meine Seele deine Gieß in meine Seele deine, Meine hast du längst getrunken, Wie im Morgensonnenscheine Untergehn der Sterne Funken: Daß mit wonnevollen Schmerzen Gleiche Flammen uns durchwühlen! Dass wir beide tief im Herzen Eines Blutes Pulsschlag fühlen.
Ein tiefer Mensch glaubt an Wunder und ist ihrer gewärtig, glaubt an Magie, glaubt, dass der Redner seinen Gegner vernichten kann, glaubt, dass der böse Blick verzaubern kann, glaubt, dass der Segensspruch, der aus dem Herzen kommt, heilen kann, dass Liebe unser Können erweitert und alle Hindernisse besiegt.
Wir lieben nicht unseresgleichen: Zwischen zwei Liebenden müssen Streitigkeiten auszugleichen, Entfernungen zu überbrücken sein.
Bitte Senke mir die Rosenkrone tief in meine Stirne. – Sehnsucht ließ zu dir mich finden und den fernen, müdgetäuschten, lieben, dummen Kinderglauben hast du wachgerufen – du – – wie zuweilen noch die Sonne eine Apfelblüte zaubert spät im Herbst. Oh, ich weiß es: Diese vollen, roten Tage, die nun kommen, tragen schwer – schwer an Lust und Weh – ich weiß es. Drücke mir der Liebe Rosenkrone tief in meine Stirne – tief – – dass ich ihre Dornen fühle.
Wenn die Liebe einmal brennt, so mag die Flamme immerhin erlöschen, die sie ursprünglich anzündete.
Darfst du von einer Menschenseele sagen: "sie ist mein", so wirst du mit zartester Hand mit ihr umgehen, daß du sie nicht verletzest und verderbest. Wen du dein weißt, nicht wahr, dem möchtest du so gerne etwas sein?
Ja, wär' das Band nur irdisch, Das dich und mich umschlingt, So zagt' ich vor der Prüfung, Die uns das Scheiden bringt. Doch geistig sind die Fäden, Die Liebe um uns flicht; Die Körper mag man trennen – Die Geister trennt man nicht! Lang' eh' die scheue Lippe Das Liebeswort gestand, Lang' eh' auf deinen Wangen Mein erster Kuß gebrannt, Lang' eh' wir Herz am Herzen Gejubelt und geweint, War Seele schon mit Seele In Leid und Luft vereint. Und ob aus meinen Armen Dich heut' das Schicksal reißt – O weine nicht! – Dir folgt ja, Wohin du ziehst, mein Geist. Und ob auch längst die Lippen Geküßt den letzten Kuß, Und ob auch längst die Augen Getauscht den letzten Gruß, Und ob auch längst im Winde Verweht das letzte Wort – Der Bund, den Seelen schlossen, Währt ewig, ewig fort!
Schönheit Schönheit stirbt in der Masse; sie wird im Maße geboren; Aber das Schönste doch ist das Unermeßliche mir.
Endlich liegt in den Jahren der Liebe, jener Spanne also, die sich in den südlichen Ländern oft auf nur zwölf oder fünfzehn Jahre, freilich die schönsten unseres Lebens beschränkt, unser Glück vollkommen in der Hand der Frau.