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26202 Sprüche gefunden

Mein Innerstes Tief in mich, du enges Leben, Hast du meinen Sinn gepreßt; Willst die Worte frei nicht geben, Innen hältst du streng sie fest. Manchem kann ich mich ergießen Traulich in das Angesicht; Dort nur muß ich mich verschließen, Wo das Herz am wärmsten spricht. Bin ich ferne, strömt die Rede, Nah' ich, ist die Rede fern. Taglicht macht den Himmel öde, Nur im Dunkeln glüht der Stern.

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Die Liebe und der Champagner gleichen sich in vielem – auch im Katzenjammer, wenn die Qualität nicht gut war.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Genügsam Wie irrig wähnest du, Aus Liebe gehöre das Mädchen dir zu. Das könnte mich nun gar nicht freuen, Sie versteht sich auf Schmeicheleien. Dichter: Ich bin zufrieden, dass ich's habe! Mir diene zur Entschuldigung: Liebe ist freiwillige Gabe, Schmeichelei Huldigung.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan. Buch der Liebe

Die Liebe ist ein gegenseitiges sich Nachbilden.

Dorner, Entwicklungsgeschichte der Lehre von der Person Christi, 1839

Zwischenspiel VI Daß wir uns heute – heute erst fanden – Wie nenne ich sie mit brennenden Namen, die es verschuldet! Wie treff' ich uns mit zorniger Klage, die wir's geduldet! Denn was in uns beiden heute nach Offenbarung drängt, das hat sich vor Jahrmillionen in schaffenden Keimen vermengt. Ich bin das erfüllte Umschlingen und du das bereite Warten, ich bin dir Sonne und Regen und du die Erde im Garten. – Durch hundert blühende Tage und tausend Nächte voll Leid sind wir zu Menschen geworden mit Grauen und Seligkeit – und liefen aus fremden Weiten in eine Spitze zusammen und lodern aus feindlichen Polen in einiger, jauchzender Flamme!

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Aber das Schicksal gewährte ihr die schlimme Gunst, die erste Liebe des unentwickelten Herzens zu erfüllen.

Stehr, Das Abendrot. Novellen, 1916. Die Großmutter

Denn die Liebe ist wie ein Baum: sie treibt von selbst, schlägt ihre Wurzeln tief in unser ganzes Wesen, und grünt noch oft auf einem gebrochenen Herzen weiter.

Hugo, Der Glöckner von Notre-Dame (Notre-Dame de Paris), 1831

Es ist ordentlich unbegreifflich wie und auf welche Art sich der Gedanke an ein geliebtes Wesen sich in alles mengt; immer die vorherrschende Farbe ist, immer der Maasstab zu allem, kurz wie ein in das Lebensgewebe gewirkter Faden sich mit allen Krümungen Freuden und Leiden deßelben vereinigt.

Brief an Caroline Brandt, München, 1. Juli 1814. Originaltext

Sonett aus dem Portugiesischen Ich trug ein schweres Herz von Jahr zu Jahr, bis ich dein Antlitz sah, Geliebter. Mir ward Schmerz, wo's anderen natürlich war Freuden zu tragen, aufgereiht; und ihr vom Tanzen rasches Herz hob Perle nach Perle ins Licht. Zu trostlosem Erleben schlug kurze Hoffnung um. Gott war zu schwach, mein überladnes Herz hinauszuheben über die bange Welt. Bis du mir riefst, es zu versenken, wo du dich vertiefst zu ruhigem Großsein. Durch die eigne Schwere sinkt es in deine Tiefen, die wie Meere sich drüber schließen, füllend alle Ferne zwischen dem Schicksal und dem Stand der Sterne.

Barrett-Browning, Gedichte. Entstanden 1850, übersetzt von Rainer Maria Rilke 1908

Wir fieberhaften, von eignen und von fremden Mängeln abgetriebnen und von ewigem Sehnen wieder zusammengeführten Menschen, in welchen eine Hoffnung von fremder Liebe nach der andern verdürstet, und in denen die Wünsche nur zu Erinnerungen werden!

Jean Paul, Blumen-, Frucht- und Dornenstücke oder Ehestand, Tod und Hochzeit des Armenadvokaten F. St. Siebenkäs im Reichsmarktflecken Kuhschnappel, kurz Siebenkäs, 3 Bde., 1796/97. Viertes Bändchen. 16. Kapitel

Die meisten Weltmänner getrauen sich – aus Eitelkeit, aus Argwohn, aus Furcht vor einem Mißgeschick – eine Frau erst nach ihrer Hingabe zu lieben.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822

Wenn nur eine erste Liebe recht glühend da war: so schadet ihr Untergang, ihr Töten mit Wasser nichts; ewig ragen die Türme der überfluteten Stadt empor. Aber es gibt Menschen, die keine erste Liebe hatten.

Jean Paul, Bemerkungen über den Menschen, 1803-1817. August 1811

Ein Glück ohne Liebe ist wie eine Göttin ohne Altar.

Balzac, Verlorene Illusionen (Illusions perdues), 1837-43 (dt. 1846)

… daß ich in einer armen, niedrigen Hütte schwarzes Brod mit dir esse und gesundes Wasser mit dir trinken will, und eben so glücklich und vielleicht glücklicher sein werde als im Glanz der Welt.

Günderrode, Briefe. An Herder, 26. September 1772

Das Bild der ersten Liebe rührt immer und überall. Warum? Weil es in allen Ständen, in allen Ländern, bei allen Charakteren fast das Gleiche ist. Folglich ist die erste Liebe nicht die leidenschaftlichste.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822. Fragmente

Die Liebe ist für geringwertige Wesen zwar nur ein einfaches Bedürfnis der Sinne, aber für hochstehende Menschen das bedeutendste und fesselndste Schöpfungswerk.

Balzac, Verlorene Illusionen (Illusions perdues), 1837-43 (dt. 1846)

Liebeslied Komm zur Quelle, die im Walde Leise über Kiesel rauscht, Wo die Rasenbank im Dickicht Licht versteckt und unbelauscht. Komm und sinke in die Arme, Die nach dir ich ausgestreckt, Daß den Schleier ich dir löse, Der dein Antlitz mir verdeckt! Wirst auf meinen Knien ruhen, Wir sind beide ganz allein, Und der Linde Blütenschauer Wird dein duftig Haar beschnei'n. Weiße Stirn in goldnen Haaren, Ruh' dich aus an meiner Brust; Lippen ihr, laßt meinem Munde Süßen Raub nach Herzenslust. Träumen wollen wir vom Glücke, Wiegen wird mit ihrem Klang Einsam murmelnd uns die Quelle Und des Windes weicher Sang. Und der Wald, nachdenklich rauschend, Lullt uns ein in dunkle Lieder – Nur der Linde Blüten fallen Unaufhörlich auf uns nieder.

Eminescu, M., Gedichte. Gedicht aus seinem 20. Lebensjahr, in: Preußische Jahrbücher, 1910

Mit dem Geliebten scheint ein Jahr wie eine Stunde.

Oesch (Hg.), Russische Sprichwörter. Ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Wir können lieben, ohne glücklich zu sein; wir können glücklich sein, ohne zu lieben, aber lieben und glücklich sein – die beiden so großen menschlichen Genüsse zu verbinden, dazu bedarf es eines Wunders.

Balzac, Verlorene Illusionen (Illusions perdues), 1837-43 (dt. 1846)

Lied an Otto-Held Kommt der Ostwind mit den derben Kälteschauern über mich, Will ich Deiner Treu ersterben, Otto-Held, so lieb' ich Dich! Kommt der Abend so um neune Dämmertrunken, sommerlich, Bin ich pünktlich an der Scheune. Otto-Held, dort lieb' ich Dich! Sollte Dich der Hafer stechen, Ehe uns die Nacht beschlich, Will ich mit der Herrschaft sprechen. Otto-Held, dann komme ich! Fürchtest Du die Roggen-Muhme, Die schon manches Paar verblich? Ich bin Deine Pusteblume…! Otto-Held, ach, puste mich!

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Nur Eines kann ich! Gedenk' ich dein, kann ich nichts And'res thun, Nun will mein Herz, daß dein ich stets gedenke! Die Seel' ist thätig, mag die Hand d'rum ruhn, Gedank' an dich hat himmlische Geschenke. Wenn Gott die Liljen, die nicht sä'n, nicht erndten, Die nichts gelernt, in seiner Huld ernährt, Wird Denen, die von Sehnsucht leben lernten, Des Heilands Spruch gewißlich auch bewährt; D'rum denk' ich dein, und ewig denk' ich dein, Das And're all mag Gott empfohlen seyn!

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