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26202 Sprüche gefunden

Auch in der Schule des Lebens gibt es trotzige Jungen, und auch hier leisten sie oft das Beste.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Lebst du mit ihr gemeinsam – dann fühlst du dich recht einsam. Bist du aber alleine – dann frieren die Beine. Lebst du zu zweit? Lebst du allein? Der Mittelweg wird wohl das richtige sein.

Tucholsky, Briefe. An Dr. Hedwig Müller, 29. März 1934

Das Leben verwandelt uns wunderbar, und wenn wir die Tage nur machen lassen, und uns nicht selbst gegen ihre Macht verstocken, – es werden Dinge möglich, die wir vor Jahr und Tag nicht zu denken vermocht haben, und manches beglückt uns einst, was wir erst mit Abscheu von uns gewiesen haben.

Heyse, Nerina, 1875

Der Politiker steckt im Leben, unbekannt wo. Der Ästhet flieht aus dem Leben, unbekannt wohin.

Kraus, Sprüche und Widersprüche, 4. Auflage 1924 (EA: 1909). V. Der Künstler

Und da man des Lebens mehr froh wird durch das, was man im freien Gebrauche desselben tut, als was man genießt, so können Geistesarbeiten eine andere Art von befördertem Lebensgefühl den Hemmungen entgegensetzen, welche bloß den Körper angehen.

Kant, Der Streit der Facultäten, 1798

Mußt dich nie nach andern Leuten richten, geh' nur dreist den selbstgewählten Pfad; keinem Helfer darfst du dich verpflichten, eignem Willen folge, eignem Rat!

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Laß ab, mein Herz, von Klagen und Sehnen – es scheint die Sonne durch Regen und Tränen; – es ist kein Leben davon befreit: Ein jedes hat seine Regenzeit, und Tage, trüb und traurig.

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Und während ich lebe, lebe ich zugleich hier und wie hinter fernen Büschen ...

Stehr, Der Heiligenhof, 2 Bde., 1918. Erstes Buch, 7. Kapitel

[Der Wert des Lebens], sofern es in dem besteht, was wir Gutes genießen können, von Menschen überhaupt viel zu hoch angeschlagen wird; sofern es aber nach dem geschätzt wird, was wir Gutes tun können, der höchsten Achtung und Sorgfalt es zu erhalten und fröhlich zu guten Zwecken zu gebrauchen würdig ist.

Kant, Briefe. An Maria von Herbert, Frühjahr 1792

Wie der liebe Gott größere und kleinere Lichter gemacht hat am Himmel, welche Tag und Nacht regieren und die Jahre zumessen den Menschenkindern, so hat er auch diesen Menschenkindern ein Gefühl in die Seele gelegt, welches die schwindenden Tage mit Bangen zählt, und mit Zagen jedes neu zugemessene Jahr betritt, denn am Ende der Tage ist der Tod. Es ist überhaupt jedes Jahr, welches kommt mit seinen dreihundertundfünfundsechzig Tagen, eine dunkle Wolke, schwanger mit Tod und Not, mit Freude und Lust.

Gotthelf, Uli der Pächter (auch: Ueli der Pächter), 1849

Das ganze Leben besteht aus Wollen und Nicht-Vollbringen, Vollbringen und Nicht-Wollen.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus dem Nachlass. Über Literatur und Leben

Nichts möchten sich die Menschen lieber erhalten und nichts schonen sie trotzdem weniger als ihr Leben.

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Zukunft Wie auf ausgespannten Sturmesschwingen Eilt der Augenblick! – Den Flug der Zeit Hemmt kein Wunsch; des Herzens bange Stunden Schwinden hin, wie seine Seligkeit! Weh den Armen, dessen trüben Sinnen Der Sekunde Glück vergebens blüht, Dem beim leisen Frühlingswehn der Freude Nicht entzückt die blasse Wange glüht! Denn ach! bald verrauscht wie Morgenträume Unser Leben, und der Vorhang sinkt. Wir erwachen; – neue fremde Szenen Warten unser, wo kein Leitstern winkt. Welche dunkle, unbekannte Gegend Jenes fremden Landes, wo noch nie, Nie ein Pilger wiederkehrte, müssen Wir durchwandeln? Wer beschreibt uns sie? Ewigkeit! Vernichtung! – zwischen beiden Bleibt der Sterbliche betroffen stehn, Harrt, daß ihm an der Erfahrung Grenze Soll ein höh'rer Strahl entgegenwehn.

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Man kann in verschiedenen Welten leben … aber nur einer gehören.

Vogel, Im Zwielicht. Aphorismen, 1946

Jedes scheidende Jahr bringt dich unweigerlich eine Stufe dem Ende näher, es soll dich aber auch eine Stufe höher getragen haben.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Unter allen Völkerschaften haben die Griechen den Traum des Lebens am schönsten geträumt.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus: Kunst und Altertum. Fünften Bandes drittes Heft. 1826

Das Leben: ein Tagebuch, in das jeder eine Geschichte schreiben will, die dann doch ganz anders verläuft.

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Das Leben ist weder Zweck noch Mittel, das Leben ist ein Recht.

Heine, Lutetia. Berichte über Politik, Kunst und Volksleben, 1854. Verschiedenartige Geschichtsauffassung

Blasse Menschen seh' ich wandeln, Und die Klag' tönt allerorten: »Schal ist unser Tun und Handeln, Siech und alt sind wir geworden.« Wollt' euch nie bei euerm Forschen Die uralte Mär erklingen Von dem Brunn, darin die morschen Knochen wundersam sich jüngen? Und der Brunn ist keine Dichtung, Fließt so nah vor euren Toren, Euch nur mangelt Weg und Richtung, Ihr nur habt die Spur verloren. Drauß im Wald, im grünen, heitern, Wo die Menschenstimmen schweigen, Wo auf duft'gen Farrenkräutern Nächtlich schwebt der Elfenreigen: Dort, versteckt von Stein und Moose, Rauschet frisch und hell die Welle, Dort entströmt der Erde Schoße Ewig jung die Wunderquelle. Dort, umrauscht von Waldesfrieden, Mag der kranke Sinn gesunden, Und des Lenzes junge Blüten Sprossen über alten Wunden.

Scheffel, Der Trompeter von Säckingen, 1854

Man hat kein Recht, weder auf Dasein, noch auf Arbeit, noch gar auf „Glück“: es steht mit dem einzelnen Menschen nicht anders als mit dem niedersten Wurm.

Nietzsche, F., Nachgelassene Fragmente. November 1887 – März 1888

Bedenke auch, daß alle Zeit, in der wir nicht waren, mag ihre Dauer auch von Ewigkeit sein, für uns wie nicht gewesen ist.

Lukrez, Über die Natur der Dinge (De rerum natura)