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26202 Sprüche gefunden

Einzeln bin ich geboren, einzeln will ich leben und werde auch einzeln sterben. Darunter mein' ich nicht Alleinsein. Aber nicht Mengegefühl will ich pflegen. Der Stempel des Einzelnen liegt auf der ganzen Natur, und kein Baum will Wald sein; wollte er's, es gäbe keinen Wald.SeineWurzeln, nicht des Waldes Wurzeln nähren ihn.

Villers, Briefe eines Unbekannten, hg. von Margarete Gideon, Manesse Verlag, o.J. [1881]. Im Wiesenhause, 26. Dezember 1878

Das Leben ist eine große Lektion in Demut.

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Es liegt in der Natur des Menschen langes Leben zu lieben und vorzeitigen Tod zu scheuen, Sicherheit zu lieben und Gefahr zu scheuen, Ehre zu lieben und Schande zu scheuen, Ruhe zu lieben und die Mühsal zu scheuen.

Lü Bu We, Frühling und Herbst des Lü Bu We (Lüshi chunqiu), 239 v. Chr.; übersetzt von Richard Wilhelm 1928. Erster Teil. Buch V - Dschung Hia Gi. 4. Kapitel: Vom Treffen des rechten Tons / Schï Yin

Im Concert Die traurige Kindheit, Des Vaters Tod. Der Jugend Blindheit, Die herbe Noth, Die Wintertage, Das dünne Kleid, Die Sorg' und Plage, Das Seelenleid … Die Gleichgiltigkeit, Die schwer wie Erz, Die schmerzlose Zeit – Die mehr als Schmerz … Das alles wogte, Wieder vorbei, Mit leisem Schluchzen Und dumpfem Schrei, Als deine Hand Durch die Saiten glitt – — — — O, wie ich litt! –

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Nicht genug! Lebenswogen, Kaum verzogen, Was ich ringend je ertrug: Neue wollen Mich umrollen, 's ist noch lange nicht genug. Schicksalsschmiede, Drin zum Liede Stark der Hammer auf mich schlug: Frische Hitze, Funkenblitze! 's ist noch lange nicht genug.

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Im Lauf der Welt ist das Gemeine des Erhabnen Schatten.

Heyse, Das Feenkind, 1868

Die Erde ist ein Himmelskörper, auf dem viele ein höllisches Leben führen.

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Es gibt Augenblicke im Leben, in welchen man nicht würdig ist, Mensch zu heißen, wenn man nicht alles andere vergißt, als nur Mensch zu sein.

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Neues Leben Still und hell ist mein Gemüt, Wie im Herbst ein Sonnentag, Und doch fühl' ich, daß im Innern Wie durch Lenzes Zauberschlag Eine junge Schöpfung blüht. Hast du noch nicht ausgeglüht, Meiner Jugend Sonnenschein, Und wenn jetzt der Winter käme, Würd' er mir in Blüten schnein, Wie im ewigjungen Süd? Ach, und meiner Flügel Schwung War so traurig schon gelähmt! Denn ich habe sterben sehen; Und nun fühl' ich fast beschämt Mir zum Leben Mut genung. Wäre nicht Erinnerung, Schiene Traum, was Leben war! Aber wen die Götter lieben, Stirbt er auch in grauem Haar, Dennoch stirbt er ewigjung.

Heyse, P., Gedichte

Über den Dächern Über den Dächern schwebt Rauch und ein sanftes Gebimmel klingt von den Türmen der Stadt. Meine Sehnsucht fliegt in den Himmel. Wie es durch das Fenster zieht … ! Wozu arbeiten? Wozu tätig sein? Wozu in die Versammlungen gehn? Ich habe nur meine beiden Hände. Was steht am Ende –? Das habe ich an Vater gesehen. Wie es durch das Fenster zieht … ! Diese Dachkammer hat der alte Mann. Dafür fünfundfünfzig Jahre Arbeit, keinen Tag Urlaub, Sorgen und graue Haare. Meine Gedanken hängen am Horizont – Wo ist unser Glück … ? Und da kommen plötzlich alle meine Gedanken zurück. Gleich springe ich auf die Beine und werfe die Arme um den Leib, weil mich friert … Ich bin nicht mehr allein. Wir sind stark, wenn wir zusammenhalten: die Starken und Schwachen, die Jungen und Alten. Wenn nur der Wille fest bleibt und unsere Partei. Da bin ich dabei. Noch einmal sehe ich über die Stadt und die Dächer … Schon mancher hat mit trocken Brot und armseligem Essen in so einer zugigen Dachkammer gesessen. Mancher, der nachher ein Reich erobert hat.

Tucholsky, Werke 1907-1935. In: Lerne lachen ohne zu weinen, 1931 (Kurt Tucholsky)

Dies ist die Lehre des Lebens, die erste und letzte und tiefste, Daß es uns löset vom Bann, den die Begriffe geknüpft.

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Was ist Leben? Ein Schatten, der vorüberstreicht.

Shakespeare, Macbeth, Erstdruck 1623, hier übersetzt von Friedrich Schiller 1800. 5. Aufzug, 6. Auftritt, Macbeth

Es gibt keine peinvollere Lage, als durch Lebensstellung begrenzte Lebenskraft und Hemmung nützlicher Tätigkeit, da, wo das Herz von tiefer Gefühlswärme belebt ist und der grollende Geist unsere zum Schlendrian, zum Hofedienst verurteilte Männlichkeit verhöhnt.

Martin, Ein Buch der Weisheit und Wahrheit, 1868

Ist mir oft der Wunsch gekommen Abzuschütteln diese Glieder, Dieses Herz voll Sturm und Wunden – Seid mir theuer, bittre Stunden, Aber kehret niemals wieder! Kannst du zwischen Zeilen lesen, Steht es flammend dir geschrieben: Nur der Wahnsinn flucht dem Leben, Nur den Thoren macht es beben – Wers begriffen, wird es lieben.

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Wäre nicht Erinnerung, Schiene Traum, was Leben war! Aber wen die Götter lieben, Stirbt er auch in grauem Haar, Dennoch stirbt er ewigjung.

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Ach Gott, ich muß es dir klagen, Daß ich mein Kreuz nicht will tragen.

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Das Leben hätte genug Wegweiser, wenn die Menschen sie zu lesen verstünden.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Alles ist nichtig.

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Frag nicht, was das Leben dir gibt, frag, was du gibst.

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Denn nur einen Moment in der Geschichte bildet ein einzelnes Leben.

Ranke, Geschichte und Philosophie, 1830

Auf einen, der lebte und unsterblich ward, kommen Millionen, die starben und nicht gelebt haben.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944