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26202 Sprüche gefunden

Jedermann würde die schlechten Umstände auf die erste Lebenszeit und die guten auf die letzte verschieben, damit er sie im Prospekt hätte.

Erdmann (Hg.), Reflexionen Kants zur Anthropologie. Aus Kants handschriftlichen Aufzeichnungen (= Reflexionen Kants zur kritischen Philosophie, Band 1), hg. von Benno Erdmann, 1882

Das einzig Wirkliche, was wir auf der Welt haben, ist das Leben. Mir scheint, daß jeder vernünftige Mensch es zu erhalten suchen müßte.

Schröder (Hg.), Lichtstrahlen aus Friedrichs des Großen Schriften, gesammelt von Emilie Schröder, 3. vermehrte Auflage 1912 (EA: 1882). An Voltaire, 6. Juli 1737

Das Leben gleicht einem Strome, dessen Ursprung wir nie ergründen und dessen mündenden Wassern wir nicht in die unbekannten Regionen, wo sie dem Meere des ewigen Seins zufließen, folgen können.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Das Leben hat höhere Werte auszutauschen wie die Befriedigung niedrigster Triebe.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Alle Tiere sind nach dem Geschlechtsverkehr traurig, außer der Frau und dem Hahn.

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Das Leben ist ein Gänsespiel: Je mehr man vorwärts gehet, Je früher kommt man an das Ziel. Wo niemand gerne stehet. Man sagt, die Gänse wären dumm, O glaubt mir nicht den Leuten: Denn eine sieht einmal sich rum, Mich rückwärts zu bedeuten. Ganz anders ist's in dieser Welt. Wo alles vorwärts drücket, Wenn einer stolpert oder fällt. Keine Seele rückwärts blicket.

Goethe, J. W., Gedichte. West-östlicher Divan, 1814-1819. Buch der Betrachtungen

Dein tiefstes Lebensgefühl – wann hast du das gehabt? Mit einem Freund? Immer allein.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Aus: Dein Lebensgefühl, in: Die Weltbühne, 28.10.1930, Nr. 44 (Kaspar Hauser), wieder in: Lerne lachen ohne zu weinen, 1931

Und ich darf noch Hie und da, dann und wann Ein Wehweh. Doch im ganzen: Ich, der ich nicht tanzen kann, Sehe gern andere tanzen. Noch immer in Arbeit gestellt Und die Arbeit genießend, Finde ich dich, ausstudierte Welt, Immer neu fließend. Gehe durch die Straßen einer Stadt Um Dinge herum, die stinken. Was Beine oder keine Beine hat, Kann blinken oder winken. Ich kann einen Pflasterstein, Der am Rinnstein liegt, aufheben. O schönes Auferdensein! Und ich darf noch leben.

Ringelnatz, J., Gedichte. 103 Gedichte, 1933

Wie manchen Blick du frei und freier Ins Walten der Natur getan, Aufs neue hinter jedem Schleier Sieht doch die alte Sphinx dich an. Du kannst ihr nimmer Antwort geben, Wenn sie die letzte Frag' entbot; Ein ewig Rätsel ist das Leben, Und ein Geheimnis bleibt der Tod.

Geibel, E., Gedichte. Gedichte und Gedenkblätter. Lieder aus alter und neuer Zeit, 28.

Man klagt über die Kürze des Lebens, und doch tut man alles, damit es rasch vergehe.

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Jede Straße führt ans End der Welt.

Schiller, Wilhelm Tell, 1802-1804. 4. Akt, 3. Szene, Tell

Wenn man das Notwendigste auf Borg nimmt und die Luxusgegenstände schuldig bleibt, dann kann man mit wenigem leben.

Friedell (Hg.), Das ist klassisch! Nestroy-Worte, hg. von Egon Friedell 1922

Das Leben ist der beste Prediger; aber auch diesen hören viele nur gewohnheitsmäßig.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Erdenleben Nicht ganz zum Glück, nicht ganz bestimmt zum Leiden Ist uns die Welt; Bekümmernis und Freuden Besuchen wechselnd unsern Pilgergang. Ein Mittelstand von Himmel und von Hölle War unser Los, und diese Prüfungsstelle Entheiligt Murren mehr, als fröhlicher Gesang.

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Die Welt, sie wird dich schlecht begaben, Glaube mir's! Wofern du willst ein Leben haben – Raube dir's!

Daumer, Hafis. Neue Sammlung, 1852

Was ist des Lebens höchste Lust? Die Liebe und der Wein.

Perinet, Die Schwestern von Prag, 1794

Große Ereignisse kann man nicht erschaffen, sie geschehen einfach.

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Voll Dornen ist des Lebens Pfad, Wer könnt' es anders sagen, Nur läßt zum Glück sie Gottes Rat Mitunter Rosen tragen!

Halm, F., Gedichte

Laßt, was auch das Leben sei, Ungenutzt auf alle Fälle, Ungenossen nicht vorbei.

Behrisch, Lieder. Aus: Lebensfassung

Du hast erst den Kelch des Lebens an die Lippen gesetzt; jetzt betäubt dich der erste Schauer vor der Bitterkeit des Trankes; – herunter damit – die Betäubung wird weichen. Es setzt doch niemand das Glas ab, ehe die Neige geleert ist.

Raabe, Die Leute aus dem Walde, ihre Sterne, Wege und Schicksale, 1863

Ich mag mich drehen und wenden, wie ich will, überall zeigt mir das Leben seine Verluste, da es entweder das Malerische dem Nützlichen oder das Nützliche dem Malerischen aufgeopfert hat.

Kraus, Sprüche und Widersprüche, 4. Auflage 1924 (EA: 1909). IX. Sprüche und Widersprüche