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26202 Sprüche gefunden

Mancher zählt viele Jahre und hat doch nur kurze Zeit gelebt.

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Die meisten kommen auf die Welt, um zu sehen, dass die andern leben.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Niemand geht so rein durch seine Zeit, daß sich ihm nicht Vieles anhängt, was seinem eigentlichen Wesen gar nicht angehört.

Schelling, F. W. J., Briefe. An Atterbom, 28. Januar 1819

Das Leben ist nur ein Gedanke, Der aus dem Glück des Himmels fiel; Wir sollten ihn in Taten wandeln, Das ist des Gottgedankens Ziel.

Branco, Gnomen

In jedem guten mörderischen Melodrama auf der Bühne wechseln komische und tragische Szenen so regelmäßig, wie die roten und weißen Lagen einer Speckseite. Diese Abwechslungen scheinen uns abgeschmackt, sind indes keineswegs unnatürlich. Die Übergänge im wirklichen Leben von wohlgesetzten Tischen zu Sterbebetten, oder von Trauer- zu Festtagskleidern sind nicht minder schroff oder gefühlsverletzend – nur sind wir dabei beschäftigte Mitspieler, statt bloßer Zuschauer, was einen unermeßlichen Unterschied bildet.

Dickens, Oliver Twist, 1838

Länger leben – was es heißt? – Je nun! Länger Böses seh'n, erfahren, thun.

Haug, Sinngedichte, 1791

Ich hab in kalten Wintertagen, In dunkler, hoffnungsarmer Zeit Ganz aus dem Sinne dich geschlagen, O Trugbild der Unsterblichkeit. Nun, da der Sommer glüht und glänzet, Nun seh ich, daß ich wohlgetan! Aufs neu hab ich das Haupt bekränzet, Im Grabe aber ruht der Wahn. Ich fahre auf dem klaren Strome, Er rinnt mir kühlend durch die Hand, Ich schau hinauf zum blauen Dome Und such – kein beßres Vaterland. Nun erst versteh ich, die da blühet, O Lilie, deinen stillen Gruß: Ich weiß, wie sehr das Herz auch glühet, Daß ich wie du vergehen muß! Seid mir gegrüßt, ihr holden Rosen, In eures Daseins flücht’gem Glück! Ich wende mich vom Schrankenlosen Zu eurer Anmut froh zurück! Zu glühn, zu blühn und ganz zu leben, Das lehret euer Duft und Schein, Und willig dann sich hinzugeben Dem ewigen Nimmerwiedersein!

Keller, G., Gedichte. Aus der Brieftasche, 1.

Hinter dem Menschen arbeitet und geht ein langsamer Strom, der glühend ihn verzehrt und zermalmt, wenn er ihn ergreift; aber der Mensch schreite nur tapfer vorwärts und schaue oft rückwärts, so entkommt er unbeschädigt.

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Vierter Band. 30. Jobelperiode. 119. Zykel

Was lebt, ist unvertilgbar, bleibt in seiner tiefsten Knechtsform frei, bleibt Eins und wenn du es scheidest bis auf den Grund, bleibt unverwundet und wenn du bis ins Mark es zerschlägst und sein Wesen entfliegt dir siegend unter den Händen.

Hölderlin, Hyperion oder der Eremit in Griechenland, 2 Bde., 1797-99. Zweiter Band. Zweites Buch. Hyperion an Bellarmin

Für andere leben, aber nicht andere in sich hineinleben lassen!

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Ach, es ist wahrlich all eins, ob man bettelt oder gut lebt, wem das Herz freundlich ist zu geben und seine Liebe wieder willig zu empfangen, der allein ist reich.

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Schwalben Eine tote Schwalbe Liegt auf meinem Pfad. Allzu spät dem Nest entronnen Hat sie nicht die Kraft gewonnen, Mit den andern fortzufliegen Nach den schönen bessern Sonnen, Und blieb liegen, Als der Frost genaht. Arme tote Schwalbe, Viele sind wie du, Denen allzu spät das Leben Allzu karg Erfolg gegeben, Ach, und müssen dann erliegen, Während andre weiterfliegen Ihren Siegen, Ihren Sonnen zu …

de Nora, Gedichte. Hochsommer. Neue Gedichte, 1912

Stets kommt eine Altersstufe, auf der das Leben nichts weiter ist, als eine in einem gewissen Lieblingsmilieu ausgeübte Gewohnheit.

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Das Leben borgt seinen höchsten Reiz vom Tode; es ist nur schön, weil es vergänglich ist.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1839

Versenke dich in das, was wird, Dann hast du in dein Leben dich versenkt.

Schefer, Laienbrevier, 2 Bde., 1834/35

Den meisten Menschen vergeht das Leben in der ständigen Erwartung des Zeitpunktes, an dem sie nun eigentlich zu leben anfangen.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

So sind wir nun: kriechen heraus, hantieren hier oben eine Zeitlang scheinbar selbständig hin und her und legen uns dann ganz still wieder unter die Kruste.

Busch, Aphorismen, Reime und Sinnsprüche

Wenn die Uhren so nah wie eigene Herzen schlagen, und die Dinge mit zagen Stimmen sich fragen: Bist du da? – : Dann bin ich nicht der, der am Morgen erwacht, einen Namen schenkt mir die Nacht, den keiner, den ich am Tage sprach, ohne tiefes Fürchten erführe – Jede Türe in mir gibt nach... Und da weiß ich, daß nicht vergeht, keine Geste und kein Gebet (dazu sind die Dinge zu schwer) – meine ganze Kindheit steht immer um mich her. Niemals bin ich allein. Viele, die vor mir lebten und fort von mir strebten, webten, webten an meinem Sein. Und setz ich mich zu dir her und sage dir leise: Ich litt - hörst du? Wer weiß wer murmelt es mit.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Mir zur Feier (1909)

Denn ein Gott hat Jedem seine Bahn Vorgezeichnet, Die der Glückliche Rasch zum freudigen Ziele rennt; Wem aber Unglück Das Herz zusammenzog, Er sträubt vergebens Sich gegen die Schranken Des ehernen Fadens, Den die doch bittre Schere Nur einmal löst.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Vermischte Gedichte. Aus: Harzreise im Winter

Das Leben ist schwer, das will Bedacht; Vor dir besonders nimm dich in acht!

Krauß (Hg.), Vischer. Aussprüche des Denkers, Dichters und Streiters, um 1900

Lerne hoffen, ohne zu hoffen! Leider ein allzu schweres Stück; Wer's könnte, der hätte das Ziel getroffen: Glücklich zu sein auch ohne Glück. Dennoch ist's wahr und guter Rat, Wird er auch niemals ganz zur Tat. Leben ist Schuld, Da will's Geduld; Im Genuß entsagen, Leidend nicht klagen, Verzichtend wagen, Dem Schein nicht trauen, Doch freudig schauen, Schaffen und bauen! Versuch es, und kann es nicht ganz gelingen: Soviel du vermagst, es doch zu zwingen, Soviel ragst du aus Zeit und Schein Empor, in die Ewigkeit hinein.

Krauß (Hg.), Vischer. Aussprüche des Denkers, Dichters und Streiters, um 1900