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26202 Sprüche gefunden

An Dich Was fruchtet's, daß in schmerzlichen Entwürfen dir Tag um Tag scheu wie ein Dieb entschleicht! Aus jedem goldnen Becher sollst du schlürfen den Trank, den jede goldne Stunde reicht. Denn jede Blüte, die du nicht gebrochen, und jeder ungehörte Saitenklang und jedes Glück, das du nicht ausgesprochen, fällt als ein Tropfen Reue in den Trank. Und was vergangen ist, das sei vergangen! Der neue Tag führt neues Licht herauf. Tot sind die Lieder, die noch gestern klangen. Was kümmert's dich? Zieh' neue Saiten auf! Der Augenblick ist Leben und Erringen, verlornes Glück – verklungenes Getön. Wenn es verklang, wo wird's auch wieder klingen, du bist ja noch so jung und bist so schön!

Mauthner (Hg.), Nachgelassene Schriften von Walter Calé, hg. von Fritz Mauthner, Berlin 1910

Die meisten Menschen haben den Mittelpunkt ihres Lebens außerhalb ihres Selbst. Es gelingt ihnen nicht, um die eigene Mitte zu schwingen. Die ganze Bewegung ihres Lebens ist ein Mitgerissensein.

Leixner, Der Weg zum Selbst, 1905

Das Leben führt zur Kenntnis der Wahrheit.

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Die Zukunft allein ist unser Zweck, und so leben wir nie, wir hoffen nur, zu leben.

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Gott hat seine Aufgabe nicht darin gesehen, uns das Leben leicht zu machen.

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Das Leben ist gerade so viel wert als Glückseligkeit darin ist.

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O Baum des Lebens, sieh, der Herbstwind wühlt, er sucht, Ob unterm Blätterschmuck du bergest eine Frucht.

Rückert, Gedichte. Wanderungen. Aus: Angereihte Perlen

In allen menschlichen Dingen steht der Anfang wohl beim Menschen und seiner Freiheit, das Ende aber steht bei Gott.

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Die Wissenschaft allein kann viele Dinge und vor allem das größte Geheimnis aller, das Geheimnis unserer Existenz, nicht erklären. Wer sind wir? Woher kommen wir? Wie treten wir ns Leben ein? Seitdem der Mensch zu denken begonnen hat, hat er sich auf diese Probleme gestürzt und doch sind sie ungelöst geblieben.

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Spruch für eine Sonnenuhr Auf dem Hochzeitsturm in Darmstadt Der Tag geht über mein Gesicht. Die Nacht sie tastet leis vorbei. Und Tag und Nacht ein gleich Gewicht und Nacht und Tag ein Einerlei. Es schreibt die dunkle Schrift der Tag und dunkler noch schreibt sie die Nacht. Und keiner lebt, der deuten mag was beider Schatten ihm gebracht. Und ewig kreist die Schattenschrift. Leblang stehst du im dunklen Spiel. Bis einmal dich die Deutung trifft: Die Zeit ist um. Du bist am Ziel.

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Heute ist Fertigsein der Tod und Werdedrang das Leben.

Müller (Hg.), Blätter zur Pflege persönlichen Lebens (seit 1914 unter dem Titel: Grüne Blätter), 1897-1941. 1903

„Des lieben Gottes Hofschauspieler“ So nannte einst Freund Heine sie, Der gut sie kannte, die Franzosen, Und ihres Wesens Was und Wie. Des lieben Gottes Hofschauspieler – Sind wir’s im Grund nicht alle eben? Wir reißen uns um uns’re Rollen, Und nur ein „Stück“ ist unser Leben!

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Ich existiere nicht in anderen, aber andere existieren in mir.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Das Leben ist für den Alltagsmenschen ein wissenschaftliches Problem, für das Talent ein künstlerisches und für das Genie ein religiöses.

Friedell, Steinbruch. Vermischte Meinungen und Sprüche, 1922

Ein stolzer Mensch sagt: Was scheint das Leben doch von mir zu halten, daß es mir solche Dinge zu tragen gibt! Wohlan, zeig ich ihm, daß ich es bin!

Stammler, Worte an eine Schar, 3. erweiterte Auflage 1924 (EA: 1914)

Cogito, ergo sum. Das ist willkürlich: auch wenn ich nicht denke, bin ich.

Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlaß, unter Mitwirkung von Manfred Schröter hg. von Anton Mirko Koktanek, C. H. Beck 1965

O Gott, gib, daß ich diesen Tag so lebe, daß ich wert bin, ihn zu leben.

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Das Leben ist besser als der Tod, und doch ist es bessertodmüde zu sein alslebensmüde.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Ein' festen Sitz hab' ich veracht't, Fuhr unstet durchs Revier, Da fand ich sonder Vorbedacht Ein lobesam Quartier. Doch wie ich in der Ruhe Schoß Sänftlich zu sitzen wähn', Da bricht ein Donnerwetter los, Muß wieder wandern gehn. Alljahr wächst eine andre Pflanz' Im Garten, als vorher; Das Leben wär' ein Narrentanz, Wenn's nicht so ernsthaft wär'.

Scheffel, Der Trompeter von Säckingen, 1854. Vierzehntes Stück. Das Büchlein der Lieder, XI.

Der Mensch muß wohl erwägen und bedenken, Daß weder Stand noch Geist noch edles Streben Auf dieser Welt des Todes Macht beschränken: Denn kaum geboren stirbt man nach und nach Und nähert sich dem Tode Tag für Tag; Drum kann ein Tor nur baun auf dieses Leben.

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Das Leben der Menschen ist eine Fläche mit vielen farblosen breiten Stellen und vielen dunklen Flecken. Das sind die Tage, wo man nichts Bedeutendes tut oder erlebt, und die Tage des Übels.

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