Alle Sprüche

Durchstöbere unsere komplette Sammlung der schönsten Sprüche, Zitate und Weisheiten.

26202 Sprüche gefunden

Wach auf! Wehende Winde Gehn über mich hin, Wandernde Träume Kreuzen den Sinn. Ziehende Sehnsucht Hemmt den Schritt, Locket und winket: Willst du nicht mit? Wallen und wandern, Weißt du wie einst? Bist du so müde, Liegst du und weinst? Sonne stieg siegend Aus Nebel und Nacht, Fruchtende Erde Ist froh erwacht. Leuchtende Segel Schmücken das Meer, Schäumende Wellen Wogen daher, Raunen und rauschen Ewigen Sang – Bist du so müde, Schläfst du so lang? Lauschige Lauben Im Dämmerlicht Warten und schweigen – Siehst du sie nicht? Glühende Rosen Blühen zum Kranz, Jubelnde Geigen, Klingen zum Tanz, Lachende Lieder Schlummern im Wein – Kannst du nicht singen, Bist du allein? Alles muß kommen, Alles muß gehn – Kannst du's nicht zwingen, Muß es geschehn! Siegendes Leben Geht seinen Lauf, Einsame Thräne Hält es nicht auf! Heb die verweinten Augen zum Licht – Lebe dein Leben, Fürchte es nicht!

Internet

Es gibt für den Sterblichen kein Zurück; auch nicht eine Minute kehrt in gleicher Weise wieder.

Verena, Über Alles die Pflicht. Roman, 1870

Lebe dein Leben, Fürchte es nicht!

Internet

Die ganze Welt war wie eine Auster für mich, aber ich benutzte die falsche Gabel.

Internet

Blätter im Wind Treibende Blätter im Wind, Spielzeug der Lüfte wir sind. Wo wir einst liegen in Orten und Zeiten, Wo wir verwesen, hat nichts zu bedeuten; Da wo wir saßen am Lebensbaum, Hofft eine Knospe im Frühlingstraum.

Bosshart, J., Gedichte

Wendekreislauf Nehmen wir Geschehn für Leben, haben wir's nicht recht verstanden; Menschenleben ist das Leben so nur, wie wir es empfanden – ja, so schwärmt' ich seelentrunken. Wie mir alles wohlbehagte, was ich fühlte, was ich sagte, in mein Spiegelbild versunken! Doch jetzt heißt es: mit den Zielen, mit den Wegen sich beraten. Zwar den Jüngling ehrt sein Fühlen, doch dem Manne ziemen Thaten. Altgeschehnes, Neuerfahrnes, dunkel drängt es sich zusammen, und wir wissen nicht zu scheiden dieses Lodern seltner Flammen; denn darunter lebt ein Glühen seltenster Begebenheiten, und man fühlt ein still Bemühen, als ob Zeiten sich bereiten. Nah schon, will der Sonnenwagen wieder einen Kreis vollenden. Wird er durch den Steinbock jagen? wird er sich zum Krebse wenden? Schaudernd scheint er still zu stehen zwischen gleichen Finsternissen, und nun scheint er sich zu drehen, aber Du – wirst mitgerissen.

Internet

Wir begnügen uns nicht mit dem Leben, das wir aus unserem eigenen Sein haben; wir wollen in der Vorstellung der anderen ein imaginäres Leben führen, und darum strengen wir uns an, in Erscheinung zu treten.

Internet

Vielleicht ist Leben Tod und Tod Leben, und essen und trinken nur ein Selbstbetrug der Sinne. Denn was ist anderes der Tod als ein ewiger Schlaf, und ist das Leben nicht alles ein Essen und Trinken?

Internet

Es geht aber um den inneren Menschen, um den Europäer, nicht um die niedrigste Funktion eines Menschen, nämlich sein Leben zu erhalten oder es in äußeren Umständen prosperierend zu gestalten.

Internet

Nützet sie weise, die seligen Stunden, Pflücket die Rosen im Schimmer des Tau's! Rasch, wie die flüchtigen, süßen entschwunden, Welket die Blüte im Sturmesgebraus! Kälter in Schmerzen Werden die Herzen, Stumm sind die Klänge, das Lied ist aus! –

Internet

Daher werden die Meisten, wenn sie am Ende zurückblicken, finden, dass sie ihr ganzes Leben hindurch ad interim gelebt haben, und verwundert sein, zu sehen, dass das, was sie so ungeachtet und ungenossen vorübergehn ließen, eben ihr Leben war, eben das war, in dessen Erwartung sie lebten. Und so ist denn der Lebenslauf des Menschen, in der Regel, dieser, dass er, von der Hoffnung genarrt, dem Tode in die Arme tanzt.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 11. Nachträge zur Lehre von der Nichtigkeit des Daseins

(Prinzessin:)Wohl ist sie schön die Welt! In ihrer Weite Bewegt sich so viel Gutes hin und her. Ach, daß es immer nur um einen Schritt Von uns sich zu entfernen scheint, Und unsre bange Sehnsucht durch das Leben Auch Schritt vor Schritt bis nach dem Grabe lockt! So selten ist es, daß die Menschen finden, Was ihnen doch bestimmt gewesen schien, So selten, daß sie das erhalten, was Auch einmal die beglückte Hand ergriff! Es reißt sich los, was erst sich uns ergab, Wir lassen los, was wir begierig faßten. Es gibt ein Glück, allein wir kennen's nicht: Wir kennen's wohl, und wissen's nicht zu schätzen.

Goethe, Torquato Tasso, 1807. 3. Akt, 2. Szene, Prinzessin zu Leonore

Aus der Enge in die Weite drängt die Seele, lockt das Leben. O entfalte, Herz, dein Streben, eh's der Tod ins All befreite.

Internet

Es [das Leben] ist nicht dazu da, verstanden zu werden; es will geliebt sein mit ganzer Seele. Der Lebenskampf quält uns nur so lange, als wir noch nicht stark genug für die große Liebe sind. Nur der widerwillige Kämpfer leidet; wir sind selig in jedem Augenblick, wo wir uns völlig der Weltgewalt hingeben.

Dehmel, R., Briefe. An Seelig, 11.10.1917

Unser Leben ist arm und taugt nicht viel, wenn wir es bequem haben unter den Menschen.

Internet

Das Leben wird in Ewigkeit entweder Chaos sein oder Schöpfung; Sklaverei oder Wagnis der Freiheit; Verzweiflungsschrei oder Tat aus dem Glauben. Es wird immer ein Gang sein am Abgrunde hin; alles Licht in ihm ist ein Trotzdem, eine Überwindung des Tods, ein Muß aus tiefster Seele, ein strömender, sonnenhaft geballter Wille, der durch die Nacht bricht und sich gegen die Nacht behauptet.

Merian (Hg.), Frei. 366 deutsche Gedanken und Gedichte, Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1929

Wirst du anderen zum Segen, so lebst du ein doppeltes Leben.

Internet

Der Menschheit Dasein auf der Erde baut sich immer von neuem auf, doch nicht von dem äußersten Umkreis her, sondern stets aus der Mitte.

Raabe, Die Akten des Vogelsangs, 1896

Umsonst wirst du von einem Lebennachdir träumen, wenn du das Lebenumdich nicht zu erkennen weißt.

Internet

Ich habe gelebt für das Ganze, bald lebe ich mit ihm.

Internet

Den Baum des Wissens hielten sie umschlungen; den Baum des Lebens aber faßten sie nicht.

Nikolaus von Kues, Vom Gottsuchen (De quaerendo deum), 1445