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26202 Sprüche gefunden

Überall Leid Allüberall, wohin ich ging und kam, Fand ich ein Weh; so einsam lag kein Land, Daß nicht der Weg zu ihm die Sorge fand, Und wo kein Baum gedieh, gedieh noch Gram; Und magst du ziehn nach Süd und Nord, Gen Ost und West, nach allen Winden, Du wirst doch stets dasselbe Lösungswort, Die Arbeit und des Lebens Mühsal finden. Dasselbe Kämpfen um dein täglich Brot, Das sich nicht lohnt, so schwer verdient zu sein, Erwartet dich am Hudson wie am Rhein; Ihr Bürgerrecht hat überall die Not. Und häufst du durch langer Jahre Fleiß Reichtümer auf, – wo ist für ganze Haufen Von Gold ein Arzt, der dir ein Mittel weiß, Nur einen Jugendtag zurückzukaufen? –

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Den einen faßt das Leben lind Den einen faßt das Leben lind, Mag hoch die Flut auch schwellen, Es tragen, wie ein Liebeskind, Geduldig ihn die Wellen. Den andern will der Wogen Spiel Entrücken seinen Wegen, Und bis zum Tod, nach seinem Ziel Schwimmt er dem Strom entgegen. Ein dritter bleibt am Ufer steh'n, – Des Lebens Glück und Leiden, Er darf sie nur von ferne seh'n Und sehnt sich wohl nach beiden! O Tag um Tag vorbei ihm schwebt, Heut klarer, morgen trüber, Er hat das Leben nicht gelebt, Es ging an ihm vorüber!

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Ich will an Leben und an gutem Ruf nur soviel, als Gott will, und ich werde davon immer mehr haben, als ich verdiene.

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Es hat Weltweise gegeben, welche das Leben für eine Strafe hielten, aber den Tod für eine Strafe zu halten, das konnte ohne Offenbarung in keines Menschen Gedanken kommen, der nur seine Vernunft brauchte.

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Wer einen Tag gelebt hat, hat ein ganzes Menschenalter gelebt.

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Doch wer da lebt, die Erde zu gestalten, Kann drauf nicht lang und tiefe Ruhe halten.

Lenau, Die Albigenser. Versepos, entstanden 1838/1842

Du musst dir selbst leben können, ehe du für andere lebst.

Hölderlin, F., Briefe. An den Bruder am 2. Juni 1796

Wenn Ja, hätte mir von Anbeginn So manches nicht gefehlt, Und hätt' ich nur mit anderm Sinn Den andern Weg gewählt, Und hätt' ich auf dem rechten Pfad Die rechte Hilf' empfahn Und so statt dessen, was ich tat, Das Gegenteil getan, Und hätt' ich vieles nicht gemußt Auf höheres Geheiß Und nur die Hälft' vorher gewußt Von dem, was heut' ich weiß, Und hätt' ich ernstlich nur gewollt, Ja, wollt' ich nur noch jetzt, Und wäre mir das Glück so hold Wie manchem, der's nicht schätzt, Und hätt' ich zehnmal soviel Geld Und könnt', was ich nicht kann, Und käm' noch einmal auf die Welt – Ja, dann!

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Klage nicht, das Leben sei dir eine Last; Frage dich, ob besser du verdient es hast!

Wagner, Tage und Worte. Gesammelte Reisesprüche für die Wanderung durch das Leben, 1903

Das Leben ist nicht leicht! Eine komplizierte und kostspielige Sache! … Man braucht zu allem Geld…

Flaubert, G., Briefe. An George Sand, 1867

Das Leben, wie es uns auferlegt ist, ist zu schwer für uns, es bringt uns zuviel Schmerzen, Enttäuschungen, unlösbare Aufgaben. Um es zu ertragen, können wir Linderungsmittel nicht entbehren.

Freud, Das Unbehagen in der Kultur, 1930

Stützen Wo ist der Mann von also hohem Glücke, Der so sich könnte rühmend überheben: "Ich geh allein in eigner Kraft durchs Leben, Des Stabes nicht bedürftig, noch der Krücke." Was hilft es ihm, daß er so sicher drücke Mit stolzem Fuß den Boden, der noch eben, Doch bald darauf erschüttert wankt mit Beben, Damit er strauchle und erschreckt sich bücke? Das Tongefäß von kurzbelebtem Staube, Der arme Mensch, er hat im Weltgetriebe Zu Stützen nötig vor des Schicksals Raube: Den Baum des Glaubens, trotzend jedem Hiebe, Der Hoffnung Stab von immergrünem Laube, Die Hand der Freundschaft und den Arm der Liebe.

Schrott, Bienen. Lyrisches, Didaktisches und Epigrammatisches, 1868

Willst du der Menschheit Lagen kennen? Ein kurzer Reim kann sie dir alle nennen; Sie heißen: Leiden, Tragen, Missen, Und Ruh'n und Wirken und Genießen!

Lavater, Devisen, in: Johann Kaspar Lavater's ausgewählte Schriften, hg. von Johann Kaspar Orelli. Erster Theil, Zürich 1841

Der Mensch, in seinem Gemäuer gefangen, besinnt sich lange nicht oft genug darauf, daß er lebt, Leben ist und es mit dem Lebendigen zu tun hat, solange er lebt.

Raabe, Alte Nester. Zwei Bücher Lebensgeschichten, 1880. Zweites Buch. 11. Kapitel

Er hat das Leben nicht gelebt, Es ging an ihm vorüber!

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Ist das Leben wie eine Olive eine bittere Frucht, so greife nur beide scharf mit der Presse an, sie liefern das süßeste Öl.

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Erster Band. Erste Jobelperiode. 3. Zykel

Wisset, daß dieses Leben ein Elend ist und keine Seligkeit.

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Augen, die noch nicht sehen Augen, die noch nicht sehen, werden mein Grab einst blühen sehn; Füße, die noch nicht gehen, werden daran vorübergehn. Lippen, die noch nicht lachen, werden sich öffnen im Sonnenschein, Herzen, die noch nicht wachen, werden schlagen und fröhlich sein; werden dem Leben sich schenken, schenken der seligen Stunde sich, und werden der Toten so wenig gedenken wie einstmals ich!

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Das Leben ist eine kurze Verbannung.

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Da das Geistige wie das Materielle wandelbar ist und der Wechsel der Zeiten die Formen, welche das Gewand des äußeren wie des geistigen Lebens bilden, unaufhörlich mit sich rafft, ist das Thema der Geschichte überhaupt, daß sie die zwei in sich identischen Grundrichtungen zeige und davon ausgehe, wie erstlich alles Geistige, auf welchem Gebiete es auch wahrgenommen werde, eine geschichtliche Seite habe, an welcher es als Wandlung, als Bedingtes, als vorübergehendes Moment erscheint, das in ein großes, für uns unermeßliches Ganzes aufgenommen ist, und wie zweitens alles Geschehen eine geistige Seite habe, von welcher aus es an der Unvergänglichkeit teilnimmt.

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum). I. Einleitung. 1. Unsere Aufgabe

Meinen Eltern verdanke ich das Leben und meinem Lehrer das gute Leben.

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