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26202 Sprüche gefunden

Ein Werk mit lauter Anfangsbuchstaben gedruckt, [ist] schwer zu lesen – so ein Leben voll Sonntage.

Jean Paul, Nachlass. 1810

Unser Leben kann man mit einem Wintertag vergleichen: wir werden zwischen 12 und 1 des nachts geboren, es wird 8 Uhr, ehe es Tag wird, und vor 4 Uhr des Nachmittags wird es wieder dunkel, und um 12 Uhr sterben wir.

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Es ist doch […] auch jetzt schon bewiesen, […] daß nämlich alles Lebende aus dem Gestorbenen entsteht.

Platon, Phaidon, entstanden um 380 v. Chr. 77c. Übersetzt von Friedrich Schleiermacher

Gibt's mehr als einen Silberblick im Leben?

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Ach wie nichtig, ach wie flüchtig Ist der Menschheit Leben.

Cundisius, Perlenschmuck, 1688

Leben war noch nie Verbrechen, Und der Lebende hat Recht!

Fallersleben, H., Gedichte. Aus: Trinklied

Um das Leben zu erkennen, muß man sich vom Leben absondern.

Feuerbach, Abälard und Heloise oder der Schriftsteller und der Mensch, 1834

Es kommt eine Zeit, wo wir nicht mehr vorwärts schreiten, die Höhen des Lebens hinter uns haben und nur noch verlieren können. ... Tiefe Traurigkeit, die nie ganz frei von Reue, umschleiert unser Herz, und spöttisch winken die versäumten Stunden.

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Freunde! Nicht taugt die Moral Zum Lied, längst schwor ich sie ab; Wen schert Vernunft, der einmal Sich ganz der Tollheit ergab! Kein Lied ist zu schlecht, Wenn mit Huren man zecht, Epikur stellt es fest. Wird Apollo bekränzt, Wenn uns Bacchus kredenzt? Trinkt, lacht! Zum Teufel den Rest! Hundert Jahre versprach Hippokrates jedem Kumpan. Wird auch das Bein schließlich schwach, Was kommt es uns darauf an? Wenn nur die Hand bis zuletzt, Die das Glas an die Lippe setzt, Nicht locker läßt –. Komme das Alter heran, Stoßt mit mir an, Trinkt, lacht! Zum Teufel den Rest! Wie er zur Welt kam, versteht Vortrefflich ein jeder Wicht, Aber fragst du, wohin er geht, So weiß es der Klügste nicht. Doch spar dir darob den Verdruß, Überlaß dem Himmel den Schluß, Daß wir sterben, steht fest. Doch ist nicht minder gewiß, Daß wir leben; das andre vergiß! Trinkt, lacht! Zum Teufel den Rest!

Balzac, Verlorene Illusionen (Illusions perdues), 1837-43 (dt. 1846)

Unser Leben ist von Notwendigkeit umzirkelt, und doch liegt des Lebens wahre Bedeutung in dem Gewinne der Freiheit, der Kraft des eignen Willens.

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Das Leben der Menschheit ist ein Ganzes, dessen zeitliche und örtliche Schwankungen nur für unsere schwachen Organe ein Auf und Nieder, ein Heil und Unheil darstellen, in Wahrheit aber einer höhern Notwendigkeit angehören.

Burckhardt, Historische Fragmente aus dem Nachlass, gesammelt von Emil Dürr, 1929

Das Leben Was ist das Leben? – Nur ein Tag! Wozu hier so viel Müh' und Sorgen? Wer zählet ängstlich jeden Stundenschlag? Gleich viel, es end' am Abend oder Morgen!

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Lang hab' ich gelebt – doch vergebens wie viel! Wie wenig ist übrig, wie nahe dem Ziel! Die Zeit – wie viel Hoffnungen tötet ihr Lauf? Der Tod – wie viel Banden, ach! löst er mir auf! Wir sind so töricht, wenn's Leben noch steigt, Wie müd' und wie trübe, wenn's abwärts sich neigt!

Burns, R., Songs and Poems

Es gibt drei Arten, sich den Mißständen des Lebens gegenüber zu verhalten: die jugendliche, die reife und die hoffnungslose. Jugendlich ist es [...], sie radikal zu bekriegen. Reif ist es, sie hinzunehmen, womöglich Friede zu schließen, wenn aber Krieg nötig ist, dann einen der Mächte, nicht der Doktrinen zu führen. Hoffnungslos ist es, an die Wirklichkeit mit "idealen Forderungen" zu treten, überall an den "edlen" oder "hochstehenden" Menschen zu appellieren, weil es ja so außerordentlich bequem wäre, wenn alle Menschen so "edel" oder so "hochstehend" wären, unsere idealen Anforderungen zu erfüllen.

Schmitz, Brevier für Weltleute. Essays über Gesellschaft, Mode, Frauen, Reisen, Lebenskunst, Kunst, Philosophie, 1911

Lasst uns also unser Leben wie ein Kinderspiel ansehen, in welchem nichts ernsthaft ist als Redlichkeit, ein gut Herz und Wohlanständigkeit (Pflicht gegen sich selbst).

Kant, Nachlass

Das ganze Leben eines Menschen ist nichts als ein Augenblick. Genießen wir ihn.

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Welcher Berg von Schuld erhebt sich über dem kleinen Worte Leben!

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Sehr oft gleich das Leben einem Schiffbruch, seine Trümmer sind die Freundschaft, der Ruhm, die Liebe. Die Ufer des menschlichen Daseins sind voll von ihnen.

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Wer aber lebt, muß es klar sich sagen: Durch dies Leben sich durchzuschlagen, Das will ein Stück Rohheit. Wohl dir, wenn du das hast erfahren Und kannst dir dennoch retten und wahren Der Seele Hoheit. In Seelen, die das Leben aushalten Und Mitleid üben und menschlich walten, Mit vereinten Waffen Wirken und schaffen Trotz Hohn und Spott, Das ist Gott.

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Unser Leben hat den Sinn, die Aufgabe zu lösen. Aber das ist nicht eine kurze Rechnung. Das Rechnen der Aufgabe nimmt das ganze Leben in Anspruch, erst auf dem Sterbebett können wir es abschließen.

Ernst, Erdachte Gespräche, 1921

Wäge doch, Menschheit, wäge doch den Wert des Lebens auf dem Todbette des Menschen!

Pestalozzi, Lienhard und Gertrud, 4 Bde., 1781-87