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26202 Sprüche gefunden

Mir summt im Herzen ein leises Lied Mir summt im Herzen ein leises Lied, Ich wag es nicht zu beginnen, Es ist zu traurig – Und ein Gedanke mich durchzieht, Ich wag' nicht ihm nachzusinnen, Er ist zu schaurig. Eine plötzliche Ahnung jedoch, Die möchte ich wissen: Ich werde beides noch Erleben müssen!

Bern (Hg.), Deutsche Lyrik seit Goethe's Tode, 1878

Das ist der Zwiespalt hier auf dieser Erden Und macht das Spekulieren diffizil: Das Leben ist nicht wert gelebt zu werden, Jedoch vom Sterben hat man auch nicht viel!

Weber, Das Salz des Erde. Neue umgearbeitete Ausgabe, 1910

Jeder muß zufrieden sein mit der Zeit, die ihm zum Leben gegeben wird.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Übersetzt von Raphael Kühner 1864. Originaltext: Cuique temporis ad vivendum datur, eo debet esse contentus.

Welche Form auch das menschliche Leben annehme; es sind immer dieselben Elemente, und daher ist es im wesentlichen überall dasselbe, es mag in der Hütte, oder bei Hofe, im Kloster, oder bei der Armee geführt werden.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Erster Band. Aphorismen zur Lebensweisheit. Kapitel 5: Paränesen und Maximen

Die meisten Lebensprobleme werden wie algebraische Gleichungen gelöst: durch ihre Reduzierung auf die einfachste Form.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

[...] und erst im Kampf ums Dasein werden alle jene Kräfte erweckt, die den Menschen zu einem Ebenbild der Gottheit geadelt haben.

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Nur das Lebendige hält Gabe der Göttlichen fest.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Weissagungen des Bakis, ca. 1885

Das Leben Von den Alten zu den Jungen Muss das Leben wandern. Was du gestern noch bezwungen, Bezwingen morgen schon die andern. Das Lied, das du gestern gepfiffen im Weitertraben, Will schon morgen der andern Lippen haben. Und dir entschwundene Augenblicke kannst du sehen, Wie sie im Blut der Jungen auferstehen. Darüber, seit ich's erfahre, muss ich die Hände falten, Muss leiden, dass ich mich wandle, und lass es walten. Das Leben – ach, einst da kam es umhalsend gesprungen, Jetzt grüßt es noch im Vorüberschweben und geht zu den Jungen.

Dauthendey, M., Gedichte. Gesammelte Gedichte und kleinere Versdichtungen, Albert Langen, München 1930

Wie sorglich blickt das Aug' umher! Wie freut man sich, wenn der und der, Noch nicht versunken oder matt, Den Kopf vergnügt heroben hat.

Busch, Bildergeschichten. Maler Klecksel, 1884

Nur die Toten reiten schnell, was aber Leben hat, entfaltet sich nur dann gesund, wenn es stille wächst und nicht im Treibhaus forciert wird.

Frommel, Von der Kunst im täglichen Leben, 1867

Getrost! es ist der Schmerzen wert, dies Leben, So lang uns Armen Gottes Sonne scheint Und Bilder bessrer Zeit um unsere Seelen schweben Und mit uns noch ein treues Auge weint.

Hölderlin, F., Gedichte. Aus: An Neuffer, im März 1794

Das Leben, Freund, ist eine Kunst.

Ibsen, Brand. Ein dramatisches Gedicht, 1865

Ach Lust und Leid! Was ist die Lust Der sehnsuchtsvollen Menschenbrust? Ein Pilger, der, verirrt und matt, Uns nachts um Kost und Lager fleht, Und morgens, frisch gestärkt und satt, Ein Undankbarer von uns geht. Nicht so die großgesäugte Pein: Die fromme Schwalbe flattert heute Nach Nahrung auf die Flur hinaus, Und kehrt mit der errung'nen Beute Noch heute in ihr altes Haus: So läßt, auf kurze Zeit, der Schmerz, Sein warmes Nest, das Menschenherz, Und kehrt mit der erjagten Nahrung, Mit Haß und bitterer Erfahrung, Ins alte traute Kämmerlein.

Beck, Nächte. Gepanzerte Lieder, 1838. Drei und funfzigste Nacht

Frage nicht mehr nach dem „Wert des Lebens“, sondern nach dem Werte, den du deinem Leben geben kannst!

Bô Yin Râ, Der Sinn des Daseins, 1927

Die Wirklichkeit des Lebens besteht nicht aus Gefühl, sondern aus Aktivität.

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Das Leben gleich einem Schauspielhaus: die Schlechtesten haben oft die besten Plätze.

Antonius et Maximus Monachi, Loci Communes Sententiarum. Aureliae Allobrogum, 1609

Man muß die Nähe des Todes empfunden haben, [...] um zu wissen, wie schön das Leben ist.

Dumas, Der Graf von Monte Christo (Le Comte de Monte-Cristo), 1844-46

Gefällt Vielen dein Leben, so kann es dir selbst nicht gefallen.

Franck (Hg.), Sprichwörter, Schöne, Weise, Herrliche Clugreden und Hoffsprüch, 2 Bde., 1541

Dein Zeit und Tag leg du wohl an; Weil niemand sie wieder bringen kann.

Hertz (Hg.), Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, 1886

Tue nicht, als wenn du Tausende von Jahren zu leben hättest. Der Tod schwebt über deinem Haupte.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 4,17. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Nach jeder großen abgenommenen Sorge will ja das erschöpfte Herz sich wieder füllen und stärken und wie in eine große Lücke und Leere stürzt das Leben dann nur mit so ungefesselterer Gewalt.

Gutzkow, Die Ritter vom Geiste. Roman in neun Büchern, 1851