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26202 Sprüche gefunden

Das war eine schöne Zeit, als ich In die Urne des Glücks noch griff: Da waren Freunde so viel um mich, Wie Ratten auf einem Schiff. Nun werden die Freunde weniger stets, Weil Stürme drohen und Riff. Dem Schiffbruch seh' ich, entgegen geht's: Die Ratten verlassen das Schiff.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

O schlimme Zeit! So tief kann nichts verwunden, Als wird im Freund der schlimmste Feind gefunden.

Shakespeare, Zwei Herren aus Verona (The Two Gentlemen of Verona), Erstdruck 1623

Halte deinen Mund, und du behältst deinen Freund.

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Ein lauteres Gold ist Freundschaft, ein seltner Edelstein; Zwei Muschelschalen schließen die Wunderperle ein; Die Schalen sind zwei Herzen, die fest zusammenhalten; Wer ihren Hort will rauben, muß erst die Herzen spalten.

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Wenn wir die Gefühle, die unsere Freunde für uns hegen, übertreiben, so geschieht das weniger aus Erkenntlichkeit als aus dem Wunsche, auf unsere Würdigkeit schließen zu lassen.

Rochefoucauld, Reflexionen und moralische Sentenzen (Réflexions ou sentences et maximes morales), 1665, endgültige Fassung 1678

Die erste Regung der Freude, die wir beim Glück unserer Freunde empfinden, kommt nicht aus unserem guten Herzen oder aus der Freundschaft, die wir für sie empfinden; sie ist vielmehr eine Wirkung unserer Eigenliebe, welche uns mit der Hoffnung schmeichelt, auch unsererseits glücklich zu sein, oder irgendwelchen Nutzen aus unserer Freunde Glück zu ziehen.

Rochefoucauld, Reflexionen oder moralische Sentenzen und Maximen, in: Die französischen Moralisten. Verdeutscht und hg. von Fritz Schalk, Leipzig 1938

Gut immer ist redliche Warnung des Freundes.

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Wenn selbsteigene Fehler mit triefenden Augen du musterst, Weshalb ist so geschärft dein Blick bei den Mängeln der Freunde [...]?

Horaz, Satiren (Sermones), ca. 42-30 v. Chr. Übersetzt von Wilhelm Binder, 1861

Wenn man einem Freund mit Geld nicht helfen kann, dann mindestens mit einem Seufzer.

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Ein Freundschaftsband, das Weisheit geknüpft, kann leicht eine Torheit lösen.

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Mit fremden Menschen nimmt man sich zusammen, Da merkt man auf, da sucht man seinen Zweck In ihrer Gunst, damit sie nutzen sollen. Allein bei Freunden läßt man frei sich gehn, Man ruht in ihrer Liebe, man erlaubt Sich eine Laune; ungezähmter wirkt Die Leidenschaft, und so verletzen wir Am ersten die, die wir am zartsten lieben.

Goethe, Torquato Tasso, 1807. 3. Akt, 4. Szene, Antonio zu Leonore

Schöner malt sich mir die schöne Erde, Heller spiegelt in des Freunds Gebärde, Reizender der Himmel sich.

Schiller, F., Gedichte. Anthologie auf das Jahr 1782. Aus: Die Freundschaft

Handle wie dein Freund handelt, oder verlasse ihn.

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Ein besser Spiegelglas ist aufzufinden nicht, Als eines alten Freundes treuherzig Angesicht.

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Wer einen treuen Freund sucht, gehe auf den Friedhof.

Oesch (Hg.), Russische Sprichwörter. Ausgewählt und übersetzt von Will A. Oesch, Zürich 1945

Echten Freunden ist es auch in einem Grabe nicht zu eng.

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Der beste Freund, den ein großer Mann finden kann, ist der, der es übernimmt, seine Menschlichkeiten vor der Welt zu decken.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Es ist ein sehr fader Charakter, keinen zu haben.

La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. (Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle), 1688

Es gibt Freunde, die mit der Flut kommen, und mit der Ebbe gehen.

Coutelle (Hg.), Pharus am Meere des Lebens. Anthologie für Geist und Herz, hg. von Carl Coutelle [I. Ausgabe], 4., sehr verbesserte und vermehrte Auflage 1858 (EA: 1833)

Horst. Einzeln ist der Mensch ein schwaches Wesen; aber stark in Verbindung mit andern. Faust. Einsam mühet er sich oft umsonst. Ein Blick des Freundes in sein Herz, ein Wort seines Rates, seines Trostes weitet und hebt ihm den niedrigen Himmel, rückt ihm die Decke des Trauerns hinweg.

Herder, Salomo's Siegelring (Fortsetzung des fiktiven Gesprächs: Fama fraternitatis, oder Über den Zweck der Freimaurerei, wie sie von außen erscheint), 1813 (posthum)

Wie ist Freundschaft möglich? In beiderseitiger, aufopfernder Liebe zum Guten und Wahren. In jedem anderen Fall ist sie unmöglich, sie bleibt sonst bewaffnete Neutralität oder ein hohler Handelsvertrag.

Carlyle, Sartor Resartus, or Life and Opinions of Herr Teufelsdroeckh (Leben und Meinungen des Herrn Teufelsdröckh), 1831