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26202 Sprüche gefunden

Materielles Glück erwirbt man sich immer nur auf Kosten anderer. Geistiges Glück immer durch Beglückung anderer.

Tolstoi, Tagebücher. 1894

Der hat nie das Glück gekostet, Der die Frucht des Himmels nicht Raubend an des Höllenflusses Schauervollem Rande bricht.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Hero und Leander, 1801

Nachtigall Wenn ich zur Nacht aus dem Wirtshaus hinke, Wo ich Geld und Verstand vertrinke, Wie meine Mutter und teure Magen Mir des öftern belieben zu sagen: Dann hör ich wohl auch, wie Tausende schon, Der Nachtigall lüsternen Klageton: Das zittert so hell aus lauterer Kehle Und dringt so hinein in die Menschenseele. Da steh ich auf altem Paradeplatze, hängenden Schweifes schleicht eine Katze - Und ich denk an mein weibliches Ideal, Das aus hundert Weibern zusammen ich stahl – Und denk an die Esel vergangener Zeit, An des Glückes notorische Schlüpfrigkeit Und mir ist, als könnt ich da unten auf Erden Noch einmal riesig glücklich werden.

Scharf, Gesammelte Lyrik und Prosa. Mit einer Auswahl aus dem Briefwechsel und einer Rezension von Eduard v. Keyserling, hg. von Walter Hettche, Aisthesis Archiv 16, Aisthesis Verlag 2011. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Aisthesis Verlags. Lieder eines Menschen (1892)

Zur Hochzeit zweier Täubgen, Von jeher Mann und Weibgen, Die nicht sich auserkohren, Die nur sich nicht verloren, Soll Euer Liebden Gnaden In aller Ehrfurcht laden, In ihrem Namen zwar Der Hochzeitsbitter Paar. Wer Herz hat froh zu sein Wo treue Liebe thronet In vollem Sonnenschein, Wens stärket, wens belohnet, Der trete froh herein; Versuch es, mit zu schwärmen Und fühlt er eignen Schmerz, An ihrem Glück zu wärmen Sein Schweitzerliches Herz. Exempel nur genommen, Es wird an ihn auch kommen, Die Welt ist rund und weit, Hat jeder seine Zeit. Es kann durch langes Trauren Leicht unser Herz versauren, Und wenn wir uns zerstreun, Ist doch die Lust nicht rein. O! der ist proskribiret Wen fremdes Glück nicht rühret, Der kann es selbst nie sein, Kein Thier freut sich allein. Es müßt denn sein von Thieren – Doch wo komm' ich hinein Mit meinem Pourparliren? Wollt Euch nur demonstriren, Daß wenn sich zwey geniren Und jeden invitiren Vor ihnen zu scharmiren, Ihr nicht dürft sagen: Nein!

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Ein Narr hat Glück in Masse, wer klug, hat selten Schwein.

Busch, W., Gedichte. Schein und Sein, 1909. Aus: Peinlich berührt

Man soll das Glück beim Schopfe fassen – besonders wenn es ein Mädchenzopf ist.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

In dem sogenannten »Glück« oder »Erfolg« sind die Schlechten weit davon entfernt, glücklich zu sein. Schon der Furcht wegen nicht, die sich beständig an ihre Sohlen heftet, und die keiner anders, als auf kurze Zeit und mit sehr verderblichen Mitteln abzuschütteln imstande ist.

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Alkohol gibt Glück für eine Stunde, die Ehe für drei Tage, Gärtner sein fürs ganze Leben!

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In toller Verkehrtheit des Begriffes »Glück« jagen Völker, jagt fast die Menschheit in zitternder Hast nach der Wechselmarter: Erwerben und Verzehren, indes ihm sein einziges Glück aus den Händen fällt.

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Verstand, o Mensch, und Wille sind die Waffen, Dein Glück zu schaffen.

Herder (Hg.), Adrastea (Zeitschrift), 1801-03/04 (11. und 12. Stück hg. durch seinen Sohn W. G. von Herder). Thomas Campanella. Stimme eines gefesselten Prometheus aus seiner Kaukasushöhle. Aus: Macht des Menschen

Mehr Glück liegt im Liebendürfen und Liebenkönnen, nicht im Geliebtwerden.

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Niemand außer dir kann dich glücklich oder unglücklich machen.

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Im Glücke geht ein wunderliches Walten! Viel besser magst du's finden als behalten; Es wanket, eh man irgend es besorgt. Den es betrüben will, es gern bei Zeit bedenket, Und nimmt bei Zeitren gern zurück, was es geschenket; Den blendet's, der zu viel von ihm geborgt. Es hat schwache Stütze Das gläserne Glücke; Spiegelt sich's den Augen und scheint wunders nütze: Gerade dann bricht's leicht in kleine Stücke.

Gottfried von Straßburg, Tristan, um 1210 (Fragment)

Nicht glücklich ist, wer selbst ans eigne Glück nicht glaubt.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. So zu finden in: 9. Brief Senecas an Lucilius. Übersetzt von Otto Apelt, 1924

Wie unser Herz sich bläht, Wenn nur ein Hauch des Glückes es durchweht!

Tasso, Das befreite Jerusalem (La Gerusalemme liberata), entstanden 1570-75, autorisierter Erstdruck 1582

Ach, erlebt' ich's einmal noch! Daß wir die Rosen miteinander brächen! Ach, erlebt' ich's noch zum Heil uns beiden! Daß wir freundlich wie zwei Liebste sprächen! Nichts vermöchte uns dann mehr zu scheiden. Küßte sie mich dann zu guter Stunde Mit dem roten Munde, Braucht' an Glück ich nie mehr Not zu leiden.

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Das Glück besteht, nach der Weisheit vieler, die es im Übermaß besitzen, aus Entbehrungen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Auch Wolken von Glückseligkeit sind an der Erzeugung von Gewittern beteiligt.

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Wir behaupten oft, Luxus und Bequemlichkeit gehörten zum Leben. Aber genügt nicht zum wirklichen Glück meist nur ein Gegenstand, der uns leidenschaftlich beschäftigt?

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Nur der Pöbel wird gleich außer sich gebracht, wenn ihn das Glück einmal anlächelt.

Lessing, Miß Sara Sampson, 1755. Vierter Akt, dritter Auftritt, Mellefont

Alles „Glück“ nur als Kur oder Ausruhen erlaubt.

Nietzsche, F., Nachgelassene Fragmente. August – September 1885