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Wähle deine Freunde nach ihrer seelischen Qualität aus, auch wenn sie deine eigenen Hoffnungen und dein Bestreben nicht teilen. Bleibe nicht allein. Du brauchst eine größere, menschliche Familie, um dein Herz öffnen und dich befreien zu können. Betrachte sie als Brüder und Schwestern, mit denen du ein Geheimnis teilst.

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Wenige Worte, große Freundschaften.

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O bleib' des Freundes Freund, Und mein' es so mit ihm, als er es mit dir meint.

Herrmann (Hg.), Mein Stammbuch der Erinnerung, Freundschaft und Liebe heilig. Sammlung von 471 der auserlesensten und beliebtesten Stammbuchaufsätze, 1859 (7. Auflage 1875)

Freundschaft Wie der Schatten früh am Morgen Ist die Freundschaft mit dem Bösen; Stund' auf Stunde nimmt sie ab. Aber Freundschaft mit dem Guten Wächset wie der Abendschatten, Bis des Lebens Sonne sinkt.

Herder, J. G., Gedichte

Wenn man nah vor der Flamme der Freude steht, so sieht man zwar Menschen, weil sie leicht zwischen uns und die Wärme treten – aber man sucht sie auch; ein herzlicher Freund ist unser Wunsch und Glück, welcher den frohen Traum, worin wir schlafen und sprechen, leise weiter leitet, ohne ihn fortzujagen.

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Wer nicht die Welt in seinen Freunden sieht, Verdient nicht, daß die Welt von ihm erfahre.

Goethe, Torquato Tasso, 1807. 1. Akt, 3. Szene, Tasso zu Leonore

Wenn man von der wenigen Übereinstimmung, die das Innere des Menschen mit seinem Äußern hat, ich meine hier der esoterische Mensch mit dem exoterischen, auf etwas Ähnliches in den Werken der Natur schließen kann, so ist das ein schlechter Trost. Denn wie wenig Freunde würden Freunde bleiben, wenn sie ihre Gesinnungen im ganzen sehen könnten.

Lichtenberg, Sudelbuch J, 1789-1794. [J 600]

Ach! nur in den Nächten des Lebens spricht der Freundschaft Flamme; des Glückes Sonne verdunkelt ihren Glanz.

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Es ist leicht, eine Geliebte zu finden, und nicht schwer, einen Freund zu behalten; schwerer aber ist es, eine Geliebte zu behalten und einen Freund zu finden.

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Liebe den Freund, doch suche dir den, der gütig und ernst ist; Wen dein Fehler nicht kränkt, nimmer hat er dich geliebt.

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Wir können nichts lieben, als was auf uns Bezug hat, und wir folgen bloß unserem Geschmack und unserem Vergnügen, wenn wir unsere Freunde uns selbst vorziehen. Nichtsdestoweniger ist es gerade dieser Vorzug, welcher die Freundschaft wahr und vollkommen macht.

Rochefoucauld, Reflexionen und moralische Sentenzen (Réflexions ou sentences et maximes morales), 1665, endgültige Fassung 1678

Wiederangeknüpfte Freundschaften erfordern größere Sorgfalt als jene, die nie gebrochen worden sind.

Rochefoucauld, Reflexionen und moralische Sentenzen (Réflexions ou sentences et maximes morales), 1665, endgültige Fassung 1678

Unter Freunden ist alles gemeinsam.

Euripides, Orestes, 408 v. Chr

Zeitversprengte Freunde Wir Freunde auf einen Faden gereiht, Es kam nicht so, wie wir wollten. Denn unsere Kette riß mit der Zeit, Und wir rollten. Von allen Winden zerstreut und gehetzt, Verschliffen und verwittert, Meinten wir schon: Wir würden zuletzt Sterben total verbittert. Doch unser Trauern lernte Geduld Und lächelt nun ruhig ins Neue. Wir glauben an unsere eigene Schuld Und an die Vergeltung für Treue.

Ringelnatz, J., Gedichte. Gedichte dreier Jahre, 1932

Bekannte helfen mir nichts; es muß ein wahrer Freund oder eine wirkliche Geliebte sein.

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Es gibt eine Art von Freunden, die es nur so lange sind, als sie sich die einzigen wissen.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Was sich so gemeinhin Freund zu nennen pflegt, das will doch immer etwas mit uns, wenn es nicht gar von uns etwas will; es zerrt nur an uns herum.

Bahr, Kritik der Gegenwart. Tagebücher vom 16. November 1919 bis 14. Dezember 1920, Augsburg 1922

Es ist eines der schönsten Zeichen wahrer Freundschaft, dass wir dem Freunde gegenüber sogar unsere Fehler ablegen.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Selbst in den besten, aufrichtigsten Freundschaftsverhältnissen ist Schmeichelei oder Lob unentbehrlich, gerade wie für Wagenräder die Schmiere notwendig ist, damit sie sich ordentlich drehen.

Tolstoi, Krieg und Frieden (Война и мир), 1862-69. 1. Teil, 8. Übersetzt von Hermann Röhl

Der Mann, welcher sich stellt, als merkte er es nicht einmal, daß man ihn verfolgt, der von Zeit zu Zeit sagt: »Gottlob! mir geht es gut; ich habe Freunde«, wird für einen mächtigen Bundesgenossen gehalten, dessen man schonen müsse, dahingegen über den Verlassenen jeder, wie die benachbarten Fürsten über das Eigentum einer kleinen Reichsstadt, herfällt.

Knigge, Über den Umgang mit Menschen, Erstdruck 1788, hier nach der 3. erweiterten Auflage von 1790. Zweiter Teil, 11. Kapitel, 1.

Woran die Freundschaft oft scheitert: an ihrer Intimität.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906