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UnsreFeindesollen wir lieben? … O, wären wir erst so weit, dass wir unsreFreundeliebten!

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Ein Herz laviert nicht Ich nenne keine Freundschaft heiß, Die niemals, wenn's ihr unbequem, Den Freund zu überraschen weiß Trotzdem. Denn wenn sie Zeit und Mühe scheut, Ein Unverhofft zu bringen, Das einen Freund unendlich freut, Dann hat sie keine Schwingen. Den Umfang einer Wolke mißt Kein Mensch. Weil sie nicht rastet, Noch ihre Freiheit je vergißt. – Ich glaube: Keine Wolke ist Mit Arbeit überlastet.

Ringelnatz, J., Gedichte. Gedichte dreier Jahre, 1932

Freundschaft Willst du einen Freund gewinnen? Keinen Hohen oder Reichen Wähle Dir! Die Liebe wohnet Immer nur bei Deinesgleichen. Neben einer Last von Centnern Kann man nicht ein Quintlein wägen, Und was ist die kleine Trommel Neben einer Pauke Schlägen?

Eyth, E., Gedichte, 2. vermehrte Ausgabe 1851. Originaltext

Natürlich musst du die Vergnügungen deiner Freunde teilen – nicht deren Kümmernisse.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906. Lebensregeln. (Entnommen dem Geheimarchiv der Menschheit.)

Eins von beiden musst du wählen: entweder bei deinen alten Freunden ebenso beliebt sein wie früher, indem du ebenso bist wie früher, oder, falls du über deinen früheren Standpunkt hinausgeschritten bist, auf deine früheren Beziehungen zu verzichten.

Arrian, Unterredungen Epiktets mit seinen Schülern (Epiktētou diatribai). 4, 2, 3

Diejenigen aber, die in ihren Beziehungen nicht Lust um Lust, sondern Vorteil um Vorteil austauschen, sind sich weniger Freund und bleiben es auch weniger, vielmehr hören Verhältnisse, die auf dem Vorteil beruhen, mit eben diesem Vorteil auf, weil hier die Liebe nicht der Person galt, sondern lediglich dem eigenen Nutzen.

Aristoteles, Nikomachische Ethik, 350 v. Chr. 1157a (8, 5.) Übersetzt von Eugen Rolfes (1911)

Freunde sind nie heimatlos, denn einer wohnt in des anderen Herz.

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Dauerhafte Freundschaft beruht auf dem Verzicht gegenseitiger Hilfe.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Reine Seelen sind mehr der Freundschaft fähig, als wenn der Schmutz der Welt sie schon berührt hat; wie Tautropfen auf Blumen leicht in einander fließen, auf der staubigen Heerstraße aber sich abstoßen.

Menzel, Streckverse, 1823

Ich wartete darauf, daß die Freundschaft in mir bis zur Liebe stiege – –. Sie stieg auch zuweilen, – immer höher und höher, – aber nicht in die Liebe hinein, – sie wurde dann zugleich immer dünner und spitzer, – – und eines Tages brach stets die Spitze ab.

Andreas-Salomé, Fenitschka. Eine Ausschweifung, 1898. Originaltext

Jedermanns Freund, Jedermanns Narr.

Marbach (Hg.), Sprichwörter und Spruchreden der Deutschen, 1842

Freundesrat, früh und spat! Freundestat, seltne Saat! Aber der Freundschaft Opfer bringen, Zählt zu den Wundern und heiligen Dingen!

Blüthgen, Einfälle und Ausfälle, 1905

Dreißig Jahre bei Mann und Frau seien verschiedene Größen, und gut Freund sein und Mann und Frau sein, das sei auch zweierlei.

François, Zu Füßen des Monarchen, 1881. Chamonix, den 31. Juli 1873

Falsch nenn ich den vor aller Welt, Der sich dem Freunde freundlich stellt Und ihn als Feind im Herzen haßt; Das ist ein fürchterlicher Gast. Denn er trägt alle Stunde Den Honig im Munde Mit Gift, das aus dem Stachel quillt, Und wie vom Stich die Beule schwillt, So schafft der gift'ge Neid ergrimmt, Dem Freund, was er auch unternimmt, Nur Schaden, da man sich nicht wahrt, Ihm arglos alles offenbart.

Gottfried von Straßburg, Tristan, um 1210 (Fragment)

Als ich noch jung, da war einsam mein Gang, und ich irrte mich oft in der Straße; Nun acht' ich mich reich, da den Andern ich fand: der Mann ist die Freude des Mannes. Der Baum geht ein auf ödem Stein, ihm wächst nicht Blatt noch Borke; so kommt's mit dem Manne, den keiner liebt: was soll er länger leben?

Wolzogen, Die Edda. Götterlieder und Heldenlieder, 1877. Hávamál, V. 24f. Von der Freundschaft

Man kann nicht lange die Gefühle, welche man seinen Freunden und seinen Wohltätern schuldet, bewahren, wenn man sich die Freiheit nimmt, oft von ihren Fehlern zu sprechen.

Rochefoucauld, Reflexionen und moralische Sentenzen (Réflexions ou sentences et maximes morales), 1665, endgültige Fassung 1678

Besser noch der Feind eines guten Menschen, denn der Freund eines schlechten.

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Mit Bekannten könnten wir das Kaiserreich füllen; aber wirkliche Freunde können nur wenige sein.

Wyss-Vögtlin (Übers.), 700 chinesische Sprichwörter, 1965 (EA: 1942)

Den andern zu seinen Möglichkeiten hin-lieben, das ist wahre Freundschaft.

Merian (Hg.), Der Ruf. 366 Gedanken und Gedichte, Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1923

Das stärkste Band der Freundschaft ist ein gemeinsamer Feind.

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Ein verlorener Freund ist eine verwehte Oase, ein wiedergefundener wie ein Sack Datteln, der im Sand liegt.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944