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26202 Sprüche gefunden

Was gibt es Erfreulicheres, als einen neben sich zu haben, mit dem du über alles sprechen darfst, wie mit dir selbst? Wie würde der Genuß bei glücklichen Einfällen so groß sein, wenn du keinen Freund hättest, der sich ebenso darüber freute, wie du selbst? Widerwärtiges aber zu ertragen, würde schwer sein, ohne einen, der es noch schmerzlicher fühlte, wie du selbst.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr. VI, 22

Denn von Natur vereinigt sich gern Gleiches mit Gleichem. Beim Eingehen einer Freundschaft hat man also sehr behutsam zu sein, weil jeder, der von zwei vertrauten Freunden den einen kennt, ohne weiters überzeugt ist, auch der andere müsse von derselben Art sein.

Castiglione, Der Hofmann (Il Libro del Cortegiano), 1528

Es welket der Erde Kraft, des Leibes Stärke, Die Treue stirbt, Untreue wuchert auf; Unwandelbar ist auch die Freundschaft nicht, Nicht zwischen Männern und zwischen Völkern, Was heute gefällt, ist morgen widerwärtig; Der eine preiset, was der andere tadelt. Es kommt der Tag, wo fest verschlungne Hände Um leichten Vorwand auseinander fahren Und nach dem Schwerte greifen.

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Freundschaft 

Und nochmals sag' ich: bleibe fein Bei Freundschaft in dem Niedern;
 Der Hohe wird nicht ehrlich seyn, 
Die Liebe nicht erwiedern; Ich fürchte, daß sein Gut und Stand Dich, wie ein Berg, verschütte; Es geht kein mächt'ger Elephant In eine stroherne Hütte.

Eyth, E., Gedichte, 2. vermehrte Ausgabe 1851. Originaltext

Hiob besaß zwei Freunde in der Not Ist einer schon genug; bei rauhem Wetter Ist Freundschaft meist ein trauriger Pilot, Ein Arzt, der teuer ist und selten Retter.

Byron, Don Juan, 1819-24

Wer sich in der gleichen Gefahr befindet (nämlich von verräterischen Freunden umgeben zu sein), hat wenig von seiner Macht und seiner Wachsamkeit zu hoffen. Denn wie schwer ist es nicht, sich vor dem Feinde zu hüten, der sich hinter der Miene des diensteifrigsten Freundes verbirgt, den wir haben, die geheimen Gedanken und Absichten derer zu kennen, die uns umgeben?

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Keinen stellen glückliche Umstände so hoch, dass er nicht um so mehr einen Freund brauchte, weil er sonst alles genug hat.

Seneca, Von den Wohltaten (De Beneficiis). VI, 29. Übersetzt von J. M. Moser (1829). Originaltext: Neminem tam alte secunda posuerunt, ut non illi eo magis amicus desit, quia nihil absit

Wenn dich einer zum Freunde der Seele begehret, o, so verschmäh' ihn nicht; nimm ihn ans liebende Herz, nimm ihn hin, wie er ist, den Liebenden kannst du erziehen. Strahle das Höhere aus, und du erhöhest den Freund. Weißt du, ob je sich ein Herz mit tieferer Liebe sich öffnet? Ob sich die Freundschaft dir nicht, wo du sie suchest, entzieht? Liebst du mich, lieb' ich dich; nur jenes entscheidet das Bündnis. Unaussprechliches Glück blühet aus diesem Prinzip.

Braunschweig (Hg.), Goldene Garben. Ein Brevier für Frauen und Jungfrauen, hg. von M. von Braunschweig, 1907

Erwäge Alles mit dem Freund; doch weil Auf jedem Zweige dir nicht Freunde wachsen, Nicht jeder Freund gesund am Markte ist, Erwäge deinen Freund erst mit dir selbst; Steh still und forsche, prüfe, rasch nicht wählend, Mit Argwohn nicht auf den Gewählten blickend; Entschlossen im Entschluß: erkennend, eh' Du Freund dich nennst, dann trauernd bis zum Tode. Das ehrt den Freund, doch dich ehrt es noch mehr.

Young, Klagen oder Nachtgedanken (The Complaint or Night-Thoughts), 1742-45

Nur uns Armen, die wir wenig oder nichts besitzen, ist es gegönnt, das Glück der Freundschaft in reichem Maße zu genießen. Wir können unsre Geliebten weder durch Gnade erheben, noch durch Gunst befördern, noch durch Gedanken beglücken. Wir haben nichts als uns selbst. Dieses ganze Selbst müssen wir hingeben.

Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre, 1795/6. 4. Buch, 2. Kap., Wilhelm

Es gibt kein Glück, das sich irgendwie mit dem vergleichen ließe, einen treuen und zuverlässigen Freund zu besitzen. Der Verkehr mit ihm erfreut und entlastet die Seele, klärt und erhellt den Verstand, erzeugt neue Gedanken und Anschauungen, stärkt die Tugend und die guten Vorsätze, besänftigt und mäßigt die Leidenschaften und füllt fast alle unsere müßigen Stunden.

Addison, in: The Spectator, 1711-14

Den Freund, dessen Hoffnungen man nicht befriedigen kann, wünscht man sich lieber zum Feinde.

Nietzsche, Morgenröte. Gedanken über die moralischen Vorurteile, 1881

Eines Toren Freundschaft ist wie die Umarmung eines Bären.

Hertz (Hg.), Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, 1886

Freundschaft mit dem geisteslosen Tropf' Ist ein innen leerer, außen schwarzer Topf.

Peiper (Hg.), Stimmen aus dem Morgenlande, oder: Deutsch-Morgenländische Frucht- und Blumenlese. Eine Sammlung von unbekannten oder noch ungedruckten Schriftstücken Morgenländischer Autoren, hg. von Carl Rudolf Samuel Peiper, 1850

Wer hat diesen Nektar geschaffen, dies einsilbige Wörtchen ›Freund‹, diesen Schützer vor Unfällen, Heiltrank gegen des Kummers Qual?

Benfey (Übers.), Pantschatantra. Fünf Bücher indischer Fabeln, Märchen und Erzählungen, 2 Bde., 1859

Ein treuer Freund ist ein starker Schutz; wer den findet, der findet einen großen Schatz.

Altes Testament. Das Buch Jesus Sirach (#Sir 6,14)

Wunder ist's, wenn jemand traurig ist, da er doch einen Freund besitzt!

Peiper (Hg.), Stimmen aus dem Morgenlande, oder: Deutsch-Morgenländische Frucht- und Blumenlese. Eine Sammlung von unbekannten oder noch ungedruckten Schriftstücken Morgenländischer Autoren, hg. von Carl Rudolf Samuel Peiper, 1850

Wenn sie sich Große zur Stütze nehmen, gelangen auch Kleine zur Größe. Siehe, eine Liane erreicht den Gipfel eines großen Baumes, indem sie sich auf ihn stützt.

Hertz (Hg.), Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, 1886

Schwache Menschen erreichen ihr Ziel, wenn sie sich mit starken verbinden; wie der Bach mithilfe des Stromes den Ozean erreicht.

Hertz (Hg.), Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, 1886

Man muß zuvor viele Scheffel Salz miteinander essen, bis die Aufgabe der Freundschaft erfüllt ist.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr. XIX, 67

Wer an den vier Meeren Freunde hat, glaubt überall Orchideenluft zu riechen.

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