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Schlingt Hand in Hand, und mit der andern hebet Den Becher hoch, und trinkt die Reihe nieder! Geheiligt ist das Band, das ihr gewebet, Und nie, wenn ihr euch trennt, zerreiß' es wieder. Empfindet euch, was jeder einzeln lebet, Als still im Herzverkehr gebliebne Glieder! Wo irgend ein Gefühl hat angeschlagen, Wird Mitgefühl es durch die Kette tragen.
Das Lied von der Freundschaft Freunde sind: die deine Tür belauern, Jedem Glücke Feind, das dir geschenkt ist, Neidisch, wenn dein Schifflein leicht gelenkt ist, Und erlöst, wenn deine Augen trauern. Freunde sind: in deinen feigen Stunden Schale Zuflucht und verlogne Rettung, Freunde sind: in Schuld und Scham Verkettung Und ein weher Weg zu Wut und Wunden. Freunde sind: die dir das Letzte rauben, Daß du nackt dem Lachen preisgegeben, Nichts mehr willst, als ohne Freunde leben Mit der Frau, der deine Nerven glauben.
Das ist ein Freund, der vorn freundlich und hinterrucks getrew ist.
Die Intensität der Freundschaft steht immer im Verhältnis dazu, wie sehr sich die Menschen gegenseitig brauchen.
Ein jeder nennt sich Freund, doch sei kein Tor Und bau nicht drauf. Das Wort ist sehr gemein, Jedoch sein Inhalt kommt nur selten vor.
Den beiden Griechen (1772) Zwei Griechen, welche durch das Band Der Sympathie verbrüdert waren, Verließen jung ihr Vaterland Und suchten Glück bei den Barbaren. Das Schicksal trennte sie: Porphyr Kam nach Illyrien, ward Kriegsknecht, Offizier, Spion, Feldmarschall, Großvezier Und kurz, in Zeit von zwanzig Jahren Bestieg er als der Schwiegersohn Des Königs den ererbten Thron. Aret, der nichts von ihm erfahren, Kam als ein armer Philosoph Vom Unglück stets verfolgt, an seines Freundes Hof, Der eben Audienz erteilte. »Was seh' ich, Himmel!« rief Aret Der weinend ihm entgegen eilte, »Porphyr, mein Bruder!« – »Was?« fiel seine Majestät Errötend ihm ins Wort, »hinweg mit diesem Tollen, Der unsern Stand vergißt! Vielleicht hat gar ein Feind Sich hinter ihm verbergen wollen.« »Vergib mir«, sprach Aret. »Ich hätte keinen Freund Auf einem Throne suchen sollen.«
Wahr ist's, daß wahre Verbindungen Zeit brauchen, wie Bäume, um Wurzeln zu treiben, Kronen zu bilden und Früchte zu bringen.
Denn Freundschaft ist die beste Blume, Die auf Gottes Erde blüht, Und die sich frisch erhält, zu unvergeßnem Ruhme, So viel auch Neid und Stolz des Giftes um sich sprüht. Ein Tor daher, wer auf den Wegen Des kurzen Lebens sie nicht pflückt, Nicht unter lauten Herzensschlägen Sie fest an seinen Busen drückt.
Menschenleben ohne Freundschaft ist wie ein gemaltes Feuer, umsonst suchst du Licht und Leben darin.
Gib den Gedanken, die du hegst, nicht Zunge, Noch einem ungebührlichen die Tat!
Durch Zusammensein mit lieben Freunden wird oft ein ganzes Heer von Erinnerungen wach.
Der Name Freund ist häufig, aber Treue ist rar.
Den gerechten Menschen ist es so ernst mit der Gerechtigkeit, dass sie, gesetzt den Fall, Gott wäre nicht gerecht, nicht eine Bohne sich um Gott kümmerten.
Ja, mein Guter, man hat von seinen Freunden zu leiden gehabt.
Das charakterisiert die Menschen von heute. – Freunde, dicke Freunde, solange die beiderseitigen Interessen den gleichen Weg nehmen. Sofortiger Riss in der Freundschaft, wenn der Egoismus des einen durch Schmälerung seiner Interessen beeinträchtigt wird.
Ein Statistiker hat die Durchschnittsdauer der Freundschaften berechnet. Ergebnis: sie währen so lange, bis man sie erprobt.
Narben Und als ich zu St. Petern kam, Er meinen Körper in Augenschein nahm: "Sie schlugen auf dich wohl blind und toll, Wie bist du Armer narbenvoll!" "Ach ja, das taten die Feinde mein, Es sollte wohl nicht anders sein!" Als Petrus nahm meine Seele heraus, Wie zog er erst da die Brauen kraus. "Nun, keine Seele sah ich je, Wie deine ich voll Wunden seh!" "Herr Peter! Das haben die getan, Die ich sah als meine Freunde an!"
Manchmal sieht man Freunde wieder, die es zu etwas gebracht haben. Neid? Nein. Aber wenn man lange nachgedacht hat, warum sie einem so fremd und so unsympathisch geworden sind, so dürfte es wohl dieses sein: ihre süßliche Erfolgschnauze.
An Neuffer Im März 1794 Noch kehrt in mich der süße Frühling wieder, Noch altert nicht mein kindischfröhlich Herz, Noch rinnt vom Auge mir der Tau der Liebe nieder Noch lebt in mir der Hoffnung Lust und Schmerz. Noch tröstet mich mit süßer Augenweide Der blaue Himmel und die grüne Flur, Mir reicht die Göttliche den Taumelkelch der Freude, Die jugendliche freundliche Natur. Getrost! es ist der Schmerzen wert, dies Leben, So lang uns Armen Gottes Sonne scheint, Und Bilder beßrer Zeit um unsre Seele schweben, Und ach! mit uns ein freundlich Auge weint.
Wo Geld kehrt und wendt, Hat die Freundschaft bald ein End.