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Nichts aber erfreut die Seele so wie eine treue und liebevolle Freundschaft.

Seneca, Von der Gemütsruhe (De tranquillitate animi), etwa 53-54 n. Chr. 7. Kapitel. Übers. Internet Originaltext: Nihil tamen aeque oblectaverit animum quam amicitia fidelis et dulcis

Wenn nämlich die Einsamkeit und ein Leben ohne Freunde voll von Furcht und Tücke ist, mahnt uns die Vernunft selbst, Freundschaften zu schließen.

Cicero, Vom höchsten Gut und vom größten Übel (De finibus bonorum et malorum), 45 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Nam cum solitudo et vita sine amicis insidiarum et metus plena sit, ratio ipsa monet amicitias comparare

Wenn wir wahre Freunde sein wollen, so musst du mich und nicht meinen Besitz lieben.

Cicero, Vom höchsten Gut und vom größten Übel (De finibus bonorum et malorum), 45 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Me igitur ipsum ames oportet, non mea, si veri amici futuri sumus

Ist eine Freundschaft geschlossen, muss man vertrauen; vor dem Freundschaftsschluss dagegen muss man sein Urteil fällen.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 3. Brief. Übers. Internet Originaltext: Post amicitiam credendum est, ante amicitiam iudicandum

Bedenke lange, ob du dir jemanden zum Freund machen darfst.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 3. Brief. Übers. Internet Originaltext: Diu cogita an tibi in amicitiam aliquis recipiendus sit

Der Freundschaft entzieht ihre Größe, wer sie allein für günstige Gelegenheiten schließt.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 9. Brief. Übers. Internet Originaltext: Detrahit amicitiae maiestatem suam qui illam parat ad bonos casus

Welcher Schmerz Kann tiefer uns verwunden, als ein schlechter Freund?

Sophokles, Antigone, ca. 442 v. Chr. V. 647f. Kreon. Übersetzt von J. J. C. Donner, 1842

Früher verlangte man nach Freundschaft, heute ist man auf Beute aus.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 19. Brief. Übers. Internet Originaltext: Amicitia olim petebatur, nunc praeda

Mir ist der Gedanke an verstorbene Freunde süß und verlockend: Ich habe jene nämlich gehabt, obwohl ich im Begriff stand, sie zu verlieren, und ich habe sie verloren und habe ich sie gleichsam noch immer.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 63. Brief. Übers. Internet Originaltext: Mihi amicorum defunctorum cogitatio dulcis ac blanda est; habui enim illos tamquam amissurus, amisi tamquam habeam

Wenn man in der Mitteilung der Gedanken zwischen absolutem Verstehen und absolutem Nichtverstehen abwechselt, so darf das schon eine philosophische Freundschaft genannt werden. Geht es uns doch mit uns selbst nicht besser. Und ist das Leben eines denkenden Menschen wohl etwas andres als eine stete innere Symphilosophie?

Schlegel, F., Fragmentensammlungen (Kritische Fragmente, Blüthenstaub, Athenäums-Fragmente, Ideen), 1797-98. Blüthenstaub [20]

Freundschaft umschließt viele Dinge: Wohin man sich auch wendet, sie ist zugegen, von keinem Ort ist sie ausgeschlossen, niemals ist sie ungelegen, niemals lästig.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr. VI, 22. Übers. Internet Originaltext: Amicitia res plurimas continet: quoquo vertis, praesto est, nullo loco excluditur, numquam intempestiva, numquam molesta est

Freundschaft macht glückliche Umstände glänzender, Unglück aber leichter, indem sie es mitträgt und teilt.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr. VI, 22. Übers. Internet Originaltext: Et secundas res splendidiores facit amicitia et adversas partiens communicansque leviores

Welch große Macht Freundschaft und Zuneigung besitzen, erkennt man aus Widersprüchen und Zwistigkeiten.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr. VII, 23. Übers. Internet Originaltext: Quanta vis amicitiae concordiaeque sit, ex dissensionibus atque ex discordiis perspici potest.

Wie wir nämlich nicht freigiebig und wohltätig sind, um Dank einzufordern, so halten wir die Freundschaft nicht aus Hoffnung auf Gewinn für erstrebenswert, sondern weil der ganze Genuss schon in der Liebe selbst liegt.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr. IX, 31. Übers. Internet Originaltext: Ut enim benefici liberalesque sumus, non ut exigamus gratiam [...], sic amicitiam non spe mercedis adducti, sed quod omnis eius fructus in ipso amore inest, expetendam putamus

Keine Entschuldigung für ein Vergehen ist es, sich um eines Freundes willen vergangen zu haben.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr. XI, 37. Übers. Internet Originaltext: Nulla est igitur excusatio peccati, si amici causa peccaveris

Wahre Freundschaften finden sich nur sehr schwer bei solchen Personen, die in Ämtern oder im öffentlichen Leben stehen.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr. XVII, 64. Übers. Internet Originaltext: Verae amicitiae difficillime reperiuntur in iis, qui in honoribus reque publica versantur

Nichts aber ist schändlicher, als mit demjenigen in Krieg zu geraten, mit dem man zuvor eng zusammengelebt hat.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr. XXI, 77. Übers. Internet Originaltext: Nihil est enim turpius quam cum eo bellum gerere, quocum familiariter vixeris

Der Freundschaft würdig sind aber die, in denen selbst der Grund dafür liegt, geliebt zu werden.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr. XXI, 79. Übers. Internet Originaltext: Digni autem sunt amicitia, quibus in ipsis inest causa, cur diligantur

Die Freundschaft wurde der Tugend von der Natur als Helferin beigegeben, nicht als Gefährtin der Laster.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr. XXII, 83. Übers. Internet Originaltext: Virtutem amicitia adiutrix a natura data est, non vitiorum comes

Anders lebt man mit einen Tyrannen, anders mit einem Freund.

Cicero, Laelius über die Freundschaft (Laelius de amicitia), 45/44 v. Chr. XXIV, 90. Übers. Internet Originaltext: Aliter enim cum tyranno, aliter cum amico vivitur

Wenn dir ein armer Freund einen nur geringen Dienst erweist, nimm ihn dankbar an.

Pseudo-Cato, Disticha Catonis. 1.20. Übers. Internet Originaltext: Exiguum munus cum det tibi pauper amicus, accipito placide.