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Meine ersten Gedanken sind gewiß kein Haar besser, als Jedermanns erste Gedanken: und mit Jedermanns Gedanken bleibt man am klügsten zu Hause.
Wer nicht seines guten Gedankenganges sehr gewiß ist, der wird bei dem Anblick auf die öffentliche Welt gleichgültig, nicht allein gegen Leben und Tod, sondern auch gegen Tugend und Laster.
Gestern abend bei Mondschein kam mir ein eiskalter Gedanke. Vielleicht ruft die Natur doch nur eine gewisse Anzahl Bildungen ins Dasein, die zeugende Kraft geht ihr einst aus, dann erfüllen nur noch die abgeschiedenen Schatten das Weltall.
Gebraucht sind die Gedankensachen schon alle, seit die Welt besteht.
Wirklich, es gab einmal neue Gedanken! In der Zeit, wo die Menschen viel langsamer und bedächtiger dachten, konnte es kommen, daß einer einen Gedanken fand, der ganz neu und blank war.
Wo nähme man heute noch einen Gedanken her, der durch Neuheit … bezaubernd wirkte? Sie fliegen alle wie Spreu herum, sind ausgedroschen und haften nirgends.
Gedanken, die man niedergeschrieben, soll man nicht sobald wieder lesen, sondern sich erst fremd werden lassen und nach einiger Zeit wieder lesen. Man sieht dann, ob man gewonnen oder verloren; das Urteil darüber ist dann unbefangen und lässt sich korrigieren.
So vom Himmel fällt der Geister Zeugungsfunken, Liebe heißt er, Zündend in der Seele Schooß; Und aus ihrer engen Schranke Ringt ein Wunder, der Gedanke, Kind der Ewigkeit, sich los.
Es hauset der Gedanke Im unendlichen Weltensaal; Nicht bannt ihn eine Schranke, Nicht hemmt ihn eine Kette, Es ringet Höh' und Thal Sein Fittig aus, verbrannte Zon' und Pol, Und fleugt mit allen Stürmen in die Wette. Doch, ach, es stöhnt in friedeloser Qual, Lebt mit sich selbst im Zanke, Der Kranke, Fühlt, daß die Welt ihm ewig leer und hohl Und findet nirgend eine Ruhestätte. – Der Lieb' in ihrem kleinen Kabinette Ist himmlisch wohl.
Das Jahr ist ein Kranz aus Blumen, Ähren, Früchten und trockenen Kräutern.
Auf deinem feinesten Pro-patria-Papier Befestige, mein Freund, die gründlichen Gedanken, Um deren Wahrheit, Grund und Engelsschönheit wir Uns leicht nicht mit einander zanken; Die andern schreib auf Löschpapier.
Große Gedanken, die eigentlichen Lebensgedanken der »oberen Seele« stimmen die »untere«nichtweihevoll, und wir können ganz gut einer abgebrochenen Gedankenreihe Nietzsches nachspüren und zugleich einen blöden crevé um sein englisches smoking beneiden.
… ein friedevoller, leuchtender Gedanke, der in dem Kampf des Tages Sieger blieb …
Die genialsten Gedanken sind nicht mehr als Veränderungen anderer genialer Gedanken und kleine Beigaben.
Hierarchisch sind wir bis auf den heutigen Tag unterdrückt von denen, welche sich auf Gedanken stützen. Gedanken sind das Heilige.
Die Muschelforscher nennen jene Muschelschalen, welche heraufgefischt werden aus den Tiefen des Meeres und die nie am Gestade gesehen werden, pelagii, die andern aber, welche an das Ufer geworfen werden und wegen der Verwitterung und Abschürfung nie so schön und zart sind wie die ersteren, littorales. So ist es auch mit den Gedanken der Poeten. Einige sind frisch, aus dem tiefen Ozean aufsteigend, strahlend von unvorstellbarer Schönheit, – pelagii; andere aber erscheinen in Vergleichung mit ihnen abgenutzt, … abgeschiefert, abgeschliffen … – littorales.
Ich bin der Meinung, daß Gedanken durch die Deutlichkeit einen großen Teil ihrer Neuheit, Kühnheit und Wahrheit verlieren können.
Zum eigenen, in uns aufsteigenden Gedanken verhält der fremde, gelesene, sich wie der Abdruck einer Pflanze der Vorwelt im Stein zur blühenden Pflanze des Frühlings.
Das Denken ist brutal, es kennt keine Rücksichten […]; was gibt es Brutaleres als einen Gedanken?
Da der Mensch selbst nur ein Kurzschluß ist zwischen Oben und Unten, so bringt ers zu nichts besserem als zum Funken, der alle Sicherungen durchbrennt, das heißt zum Gedanken.