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Frühling im Alter Singen die Vöglein im grünen Wald, Klingen die Bächlein bergunter, Lockt es den Alten mit Lustgewalt, Klopfet das Herz ihm so munter: Denket der Wonnen verschiedener Lenze, Denket der Kränze und denket der Tänze, Fallen auch Tränen herunter. Singet und klinget! Das Heute ist mein. Heut' will ich singen und klingen Lustig mit spielenden Kindern feldein, Fröhlich mit fröhlichen Dingen, Will mir bekränzen die Locken, die greisen: Bald muß ich hinnen und wandern und reisen, Wo mir die Vögel nicht singen.

Arndt, E. M., Gedichte. 1841

Ein vergnügter Greis ist eben nur ein alter Knabe.

Schleich, Erlebtes, Erdachtes, Erstrebtes, 1928

Nur der Jugend steht die Torheit an. Dem Alter steht alles so, wie es ist, oder – noch schlimmer.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Wenn man alt wird, muß man sich schmücken.

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Erst dann ist man alt, wenn man zu bequem wird, zu genießen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Was man hohes Alter nennt, ist nur der Ablauf weniger Jahre.

Seneca, Trostschrift an Marcia (De Consolatione ad Marciam). 11. Kapitel. Übersetzt von Otto Apelt (1923)

Jedes Alter kann einen guten Gebrauch vom Leben machen, aber man kennt die Möglichkeiten nur, wenn man dieses Alter durchlebt hat.

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Der morsche Stamm des Alters ergrünt noch einmal umrankt von dem Efeu der Erinnerung.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Mit den Jahren begnügt man sich mit immer anspruchsloserem Trost.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Es ist Torheit, sich gegen das Altwerden schützen zu wollen, indem man an den Gewohnheiten der Jugend festhält.

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Falsche Reize sind eine Plombe für den Zahn der Zeit.

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Es ist besser, ein altes Kind als ein junger Greis zu sein.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Wer nicht ganz verwöhnt und hinlänglich jung ist, findet nicht leicht einen Ort, wo es ihm so wohl sein könnte als im Theater.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 22. März 1825

Das Jahr übt eine heiligende Kraft; was grau vor Alter ist, das ist dem Menschen göttlich.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 1. Akt, 4. Auftritt, Wallenstein

Der aufsteigende Gedankenflug der Jugend verwandelt sich im Alter in ein ruhiges Kreisen in den gewonnenen Höhen.

Pauly, Aphorismen, 1905

Wäre das Alter so weise ohne die Torheit der Jugend?

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Unter den Menschen soll man die alten wählen, unter den Werkzeugen die neuen.

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Erst wenn man alt ist, verstünde man so recht, jung zu sein.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Alt werden heißt sehend werden.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen (in: Die Dioskuren, Band 5), 1876

Jugendthorheit ist auch einer von den vielen mißbrauchten und die eigene Schwäche beschönigenden Ausdrücken, denn wir nennen Thorheit gewöhnlich immer dasjenige, was uns nicht mehr reizt oder wozu wir nicht mehr befähigt sind; die Sehnsucht aber, noch gereizt zu werden oder dazu befähigt sein zu können, lebt dessenungeachtet wehmutsvoll in uns fort.

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Die Jugend ist vergessen Aus geteilten Interessen; Das Alter ist vergessen Aus Mangel an Interessen.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 5