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Und überhaupt, ich hab das Liebesgewerbe anheimgesagt; ich gehör nicht zu die Männer, die den Alten-Weiber-Sommer ihrer Gefühle für Jugendglut halten, die glauben, ihr Herz lebt noch, weil's manchmal Zuckungen macht wie ein galvanisierter Froschschenkel, und 's ist deßtwegen doch schon tot.
Es geht uns, wie ichs oft auf dem Felde gesehen habe, daß sie zusammenrücken und aneinanderstehen, wenn es regnet und wittert! Je älter und stiller man in der Welt wird, um so fester und froher hält man sich an erprüfte Gemüter.
Manche Runzel in altem Gesicht ist ein Strombett versiegter Tränen.
Wir werden alt, wenn die Erinnerung uns zu freuen beginnt, wir sind alt, wenn sie uns schmerzt.
Nichts ist ehrwürdiger als ein Greis, der die Prüfungen der Eitelkeit, der Wollust, des Hochmutes, der Rangsucht, des Geldgeizes rüstig überstanden, und seine Argo durch all diese Klippen ohne Leck geführt hat. Die Anzahl solcher Greise ist sehr gering. Die meisten Menschen, die nicht an ein Ruder angeschmiedet, sondern freie Herrn ihres Fahrzeuges sind, bleiben gleich beim Ausfahren an einem jener Riffe hängen.
Nicht derjenige ist der älteste, der von der Wiege am weitesten entfernt ist, sondern der, welcher dem Grabe am nächsten steht.
Wir werden nur klüger, nicht besser mit dem Alter, und unseres Herzens gefährlichste Feinde sind die Jahre.
Mit jedem Eintritt in eine neue Altersphase erschrickt man anfangs über den Verlust, den sie einem bringt und gewinnt nach einer Weile die Vorzüge lieb, die sie einem verleiht.
Das Alter verklärt oder versteinert.
Ich wollte schon immer alt werden, wenn nur die, die um mich her sind, jung blieben.
Man sagt, ich sei dreißig Jahre alt. Wenn ich aber drei Minuten in einer gelebet habe – bin ich dann nicht neunzig Jahre alt?
Im Alter empfindet man es als ein ungemeines Glück, wenn man in der Abwägung der Welt im Reinen ist und die Dinge weder durch die eigenen Empfindungen, noch durch die Darstellung anderer in wechselnden Farben sieht
Daß die Herzen mancher Greise – Wohl ganz seltsamer Weise – Ungeheuer Schnell ins Feuer Oft geraten, wenn sie schauen Schöne Mädchen oder Frauen, Schneller als bei Jungen dies mitunter Vorzukommen pflegt – nimmt mich nicht Wunder; Denn das grüne Holz ist ja viel nässer, Und das dürre brennt d'rum immer besser.
Wenn wir alt sein werden, wenn der Ruhe Dämmerung leis in immergleichem Atemzuge uns im Herzen haucht, wenn das Auge matt und milde blickt, kältre Farben sieht und flockigen Umriß, wenn der Hände Drücke, altersfaltenweich, immer abschiednehmender, zag sich fühlen, wenn das Hirn, von Erkenntnis starr, immer kälter wird, und der Hoffnung warmer Taubenflügelschlag nicht mehr linde Glücksgedankenwellen schlägt, wenn an Rosen-Statt Herbstzeitlose blaßt ... Sonne, Sonne! Du auch wirst mir dann verbleichen, die ich kindlich und anbetend liebe. Eine Wärme nur, eine Liebe nur, nur einen Glauben dann werd ich mir wahren: dich du traumvergangene Heilige.
Wenn ich dereinst ganz alt und schwach, Und 's ist mal ein milder Sommertag, So hink' ich wohl aus dem kleinen Haus Bis unter den Lindenbaum hinaus. Da setz' ich mich denn im Sonnenschein Einsam und still auf die Bank von Stein, Denk' an vergangene Zeiten zurücke Und schreibe mit meiner alten Krücke Und mit der alten zitternden HandBerthaSo vor mir in den Sand.
Manch einer meint in seiner Verblendung, es [das Greisenalter] sei eine Klippe; es ist ein Hafenplatz, über den man sich freuen muss.