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26202 Sprüche gefunden

Man sagt vom Alter, es sei geschwätzig, aber ich dächte doch, es dürfte gesprächig sein; man hat viel zu sagen und sagts doch wohl auch kühnlich, was man früher weislich davon gehen ließ.

Goethe, J. W., Briefe. An H. G. Hotho, 19. April 1830

Das Alter ist eine eigene Macht, die sich nach ihren besonderen Gesetzen und Bedingungen entfaltet. Es ist die Zeit einer im vorausgegangenen Leben noch nicht so dagewesenen Ruhe und Befriedigung.

Grimm, Rede über das Alter, 1860

Verstand, Vernunft und Klugheit finden sich bei den Greisen, und hätte es nie Greise gegeben, so hätte es auch nie Staaten gegeben.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Originaltext: Mens enim et ratio et consilium in senibus est; qui si nulli fuissent, nullae omnino civitates fuissent

Das Urteil des Greises zittert weniger als sein Haupt.

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Das Alter (Fortsetzung)

Ich möchte weinen, doch ich kann es nicht; Ich möcht mich rüstig in die Höhe heben, Doch kann ich's nicht; am Boden muß ich kleben, Umkrächzt, umzischt von eklem Wurmgezücht. Ich möchte gern mein heitres Lebenslicht, Mein schönes Lieb, allüberall umschweben, In ihrem selig süßen Hauche leben – Doch kann ich's nicht, mein krankes Herze bricht. Aus dem gebrochnen Herzen fühl ich fließen Mein heißes Blut, ich fühle mich ermatten, Und vor den Augen wird's mir trüb und trüber. Und heimlich schauernd sehn ich mich hinüber Nach jenem Nebelreich, wo stille Schatten Mit weichen Armen liebend mich umschließen.

Heine, H., Gedichte. Buch der Lieder. Junge Leiden. Sonette. Fresko-Sonette an Christian S., 9.

Auch entstehen gewöhnlich erst im Alter die reifsten Werke. Denn bis zum 35. Jahre müssen zwar die Ideen, die Grundgedanken gesammelt und eingetragen sein; aber die Verarbeitung und Beherrschung dieses Stoffes ist doch erst das Werk des spätern Alters.

Lindner/Frauenstädt (Hg.), Arthur Schopenhauer. Von ihm, über ihn. Ein Wort der Verteidigung von Ernst Otto Lindner und Memorabilien, Briefe und Nachlassstücke von Julius Frauenstädt, 1863

In unserer Jugend schuften wir wie Sklaven, um etwas zu erreichen, wovon wir im Alter sorglos leben könnten: und wenn wir alt sind, sehen wir, daß es zu spät ist, so zu leben.

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Bettet doch alte Menschen weich und warm und lasset sie recht genießen, denn weiter vermögen sie nichts mehr; und beschert ihnen gerade im Lebens-Dezember und in ihren längsten Nächten Weihnachtsfeiertage und Christbäume! Sie sind ja auch Kinder, ja zurückwachsende.

Jean Paul, Aufsätze. Politisches und poetisches Allerlei

Wer dem Alter erliegt, wem herbstlich die Stirn sich entlaubt hat, wankt dreifüßigen Gangs. (Am Stock)

Aischylos, Agamemnon (Erster Teil der Orestie), 458 v. Chr

Die Güte des Herzens macht den Greis noch verehrt und geliebt, wann sein Kopf schon die Schwächen zeigt, die ihn dem Kindesalter wieder zu nähern anfangen. Sanftmut, Geduld, Redlichkeit, Wahrhaftigkeit, Uneigennützigkeit, Menschenfreundlichkeit u.s.w. erhalten sich durch das ganze Leben und gehn nicht durch Altersschwäche verloren: in jedem hellen Augenblick des abgelebten Greises treten sie unvermindert hervor, wie die Sonne aus Winterwolken.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Zweiter Band. Ergänzungen zum zweiten Buch. Kapitel 19. Vom Primat des Willens im Selbstbewusstsein

Würde, hohe Stellung oder großer Reichtum sind in gewissem Sinne notwendig für alte Leute, um die jüngeren in einer bestimmten Entfernung zu halten, die sonst allzu fähig wären, auf ihre Jugend pochend, sie zu beleidigen.

Swift, Gedanken über verschiedene Gegenstände (Thoughts on Various Subjects), gemeinsam mit Alexander Pope verfasst

Ein gesundes Alter ist zugleich lebensfroh.

Grimm, Rede über das Alter, 1860

Um zu lernen was nottut, ist kein Alter zu alt.

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Auf der großen Zeituhr steht ein einziges Wort »Jetzt«. Auf der Straße »Nachundnach« erreicht man das Haus »Niemals«.

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Es sind zwei Sorten von Leuten. Die einen kümmern sich um die Adiaphora des Lebens, je älter sie werden, desto mehr; die andern desto weniger. Einige gar nicht, und diese haben das Erdendasein glücklich überwunden.

Raabe, Gedanken und Einfälle (Sämtliche Werke, Dritte Serie, Bd. 6), 1913

Feigherzig und geschwätzig ist das Alter.

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Chor

Von Eisen und Erz sei der Riegel deiner Tore; dein Alter sei wie deine Jugend!

Altes Testament. Das fünfte Buch Mose (Deuteronomium) (#5.Mose 33,25)

Es ist ein Vorteil des Altwerdens, daß man gegen Haß, Beleidigungen, Verleumdungen gleichgültig wird, während die Empfänglichkeit für Liebe und Wohlwollen stärker wird.

Bismarck, Reden. Zu den Hamburger Reichstagswählern, 10. Mai 1897

Der Schrecken kann den Menschen in kurzer Zeit um viele Jahre älter machen; schon mancher ist über Nacht Großvater geworden.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Die Menschheit ist wirklich jung. Es genügt eine Kette von 84 Hundertjährigen, um in die Zeiten eines Theseus und in die prähistorischen Zeiten zurückzukommen.

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Jedes Jahr des Lebens, wie es abgeht, nimmt auch was von uns als Beute mit.

Horaz, Briefe (Epistolae). An Julius Florus. Übersetzt von Christoph Martin Wieland