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26202 Sprüche gefunden

Was uns älter macht, ist nicht die Zunahme an Jahren, sondern das Aufgeben unserer Ideale.

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Es ist kein Pferd so gut, es wird zuletzt eine Mähre.

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Einem Greis Das Haar schneeweiß, Die Wangen so hohl, Bald, bald Lebwohl; Und noch die Stirne so heiß? Dein Schifflein stoßt Schon ins Meer, zum Land Streckst du die Hand Noch, überhangend, um Trost; Um Trost und Genuß, Um Hab und Halt, Und bist schon so alt: »O daß man sterben muß!« Zieh ein die Hand! Den Bück hinaus Ins Meer! nach Haus! Denk an den ewigen Strand! Nicht scheide so schwer; Wenn du rückverlangst Und überhangst, So sinkst du hinab ins Meer.

Lenau, N., Gedichte

Seien wir Männer mit den Männern, immer aber Kinder vor Gott, denn in seinen Augen sind wir ja nur Kinder. Selbst das Alter ist vor der Ewigkeit nur der erste Augenblick eines Morgens.

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Mancher wäre noch lange nicht alt erschienen, hätte er nicht eine junge Frau genommen.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Das Alter hat viel Häßliches und Dummes, aber das eine Kluge hat es, daß es einsieht: nichts ist von besonderer Wichtigkeit, und man kann es so machen oder auch so.

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Freit ein Alter ein junges Mädchen, nicht windet der Liebe Göttin ihm Rosen, sie flicht beißende Kress' ihm zum Kranz.

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Das Alter kehrt sich nicht an Potentaten, Und Runzeln sind verdammte Demokraten.

Byron, Don Juan, 1819-24

Zu glücklich und zu heiter Wär' unser Los auf Erden, Wenn unsre Jugendzeit, wo doch noch Wonnen, Wenn auch aus Leidensbronnen, Erglühn, andauerte durchs ganze Leben. Zu mild wär' der Beschluß auch Der Götter, der zum Tod verdammt das Leben, Wenn nicht auch noch des Lebens letzte Hälfte Zuvor uns düstrer machte Das Schicksal, als den Tod, vor dem wir beben. Als würdige Erfindung Unsterblich weiser Geister Und letztes Übel gaben uns die Götter Das Alter, wo die Sehnsucht Noch währet, doch vernichtet ist die Hoffnung, Versiegt der Born der Lust, das Maß der Leiden Erfüllt bis an den Rand, erschöpft die Freuden.

Leopardi, Gesänge (Canti), in: Gedichte und Prosaschriften, Berlin 1889, übersetzt von Paul Heyse. Erstdruck: Florenz 1831, erweiterte Fassung Neapel 1835

Wir gleichen im Alter einem Luftschiffer, der getrennt von der Erde im umgeheuern Raume schwimmt, mit dem erhabenen Vorgefühl der Hoffnung, wenn die Seele sich vom Leibe trennt, wie der Luftschiffer von der Erde, und im Alter lernt man vieles, was man in der Jugend nicht begreifen wollte, folglich auch die Verschiedenheit der Seele und des Leibes.

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Das Alter (Schluss)

Groß war einstmals die Ehrfurcht vor dem grauen Haupte, und in ihrem Werte stand die Runzel des Alters.

Ovid, Fasti (Römische Feste), entstanden zwischen 2 bis 8 n. Chr

Wirklich alt ist nur der, der nicht mehr lernen kann oder will.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Wer seiner Werke Ende kann Anschau'n, das ist ein weiser Mann. Wer immer auf das Ende gern Hinsieht, dem bleibt die Reue fern. Das Ende krönet, nicht der Streit; Gut Ende guten Namen verleiht. Das Ende treibt die Sünde zurück, Schaut man es an mit stätem Blick. Ein gutes Ende macht Alles gut, Gut Ende nimmer übel thut. Der Bootsmann an dem Ende steht Und lenkt das Schiff, daß es wohl geht. Wer stets will auf das Ende sinnen, Der wird wohl selten Leid gewinnen.

Lindemann (Hg.), Blumenstrauß von geistlichen Gedichten des deutschen Mittelalters, 1874

Die Jugend erlaubt sich manche Willkür, das Alter gehorcht unwillig der Notwendigkeit.

Goethe, J. W., Briefe. An Johann Sulpiz Melchior Dominikus Boisserée, 27. Juni 1826

Bedenkt: der Teufel, der ist alt, So werdet alt, ihn zu verstehen!

Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil, 1832. 2. Akt, Hochgewölbtes enges gotisches Zimmer, Mephistopheles

Am Anfang unseres Lebens stand die dunkle Not. An seinem Ende steht die leuchtende Verklärung.

Sonnenschein, Notizen. Weltstadtbetrachtungen, 1926-28

Es muss einer schon in vielen Stücken abgestorben sein, bis er sich alt fühlt. Der gesunde Geist kommt sich immer jung vor.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Ich neide nichts, ich laß es gehn Und kann mich immer manchem gleich erhalten; Zahnreihen aber, junge, neidlos anzusehn, Das ist die größte Prüfung mein, des Alten.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 4, Erstdruck 1827

Die Jahre Die Jahre sind allerliebste Leut: Sie brachten gestern, sie bringen heut, Und so verbringen wir Jüngern eben Das allerliebste Schlaraffenleben. Und dann fällt's den Jahren auf einmal ein, Nicht mehr wie sonst bequem zu sein, Wollen nicht mehr schenken, wollen nicht mehr borgen Sie nehmen heute, sie nehmen morgen.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Epigrammatisch, entst. 1812-1814. Originaltext

Das Alter ist eigentlich eine Krankheit.

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Eure Rätsel, dichtversponnene Büsche, Bald nun sind sie wieder gelöst, wenn spottend Pfeift der Wind durch die leergeschüttelten Zweige! Wenig seid ihr selbst: doch flochtet ihr flüsternd Ein Geheimnis magisch dämmernder Schatten Um die Triebe schwärmender Sommerpärchen! Satt sind nun die Hungrigen, die ihr hegtet Euer Werk ist getan – und rauh in die Gosse Fegt den dürren Rest das knochige Kehrweib.

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