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26202 Sprüche gefunden

Ein alter Mann ist stets ein König Lear! – Was Hand in Hand mitwirkte, stritt, Ist längst vorbeigegangen, Was mit und an dir liebte, litt, Hat sich woanders angehangen; Die Jugend ist um ihretwillen hier, Es wäre törig zu verlangen: Komm, ältele du mit mir.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 1

Die Hölle der Frauen ist ihr Altern.

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Nur wer sein Herz der Liebe zugeschlossen, Und Jugend nicht mehr zu verstehen strebt, Der altert, der ist tot dieweil er lebt.

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Entfloh mit der Jugend der Zauber der Schönheit, Die heitere Laune, das glühende Herz, Entschädigt dafür uns im Alter die Weisheit, Verständnis für Schönheit, Empfängnis für Scherz.

Martin, Sonnenblumen und Nachtschatten. Spruch-Gedichte, 1865

Die veränderlichen Triebe der menschlichen Alter Nach Puppen wird das Kind sich sehnen, Der muntre Jüngling nach der Schönen, Der Ruhm erhitzt des Mannes Fleiß, Und Gold begehrt der matte Greis. Bei so veränderlichen Trieben, Wer wird sein wahres Glücke lieben? Nur der, der Schönen, Ruhm und Geld Für Puppen der Erwachsnen hält.

Kästner, Gesammelte poetische und prosaische schönwissenschaftliche Werke, 4 Bde., 1841

Wie mürrisch doch das Alter stets die Menschen macht und ihren Blick verdüstert!

Euripides, Der rasende Herakles (auch: Der Wahnsinn des Herakles), zwischen 422 und 414 v. Chr.

Willst du dich in deinen alten Tagen vor Leid bewahren, so gib, wenn es irgend in deiner Kraft liegt, jede Unternehmung auf, deren Erfolg außer von dir noch von Andern oder von einer besondern Gunst des Schicksals abhängt. Auch ohne diesen äußern Grund sollten wir uns viel öfter, als wir tun, ein Geständnis über das machen, was unsere Kraft noch in ihrer vollen Gewalt hat und was nicht.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Denn der Alten Kühlsinnigkeit Stillt der Jungen Kühnsinnigkeit; Und der Alten lange Erfahrung, Die dient den Jungen zur Bewahrung.

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Älterwerden bedeutet bei jenen, die fortschreiten, ein unaufhaltsames Aufhellen.

Merian (Hg.), Innen. 366 Gedanken und Gedichte, Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1931

Glücklich, wer im Alter zu einer wahren Anschauung von den Dingen gelangt.

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Die Haare des Greises tragen Zeichen des Alters, die Zähne des Greises tragen Zeichen des Alters; aber der Wunsch nach Leben, der Wunsch nach Glück schwindet auch bei dem Greise nicht.

Hertz (Hg.), Worte der Weisen aus allen Völkern und Zeiten, 1886. Vasishta XXX, 9

Jedes Alter hat ja seine Meinung, und das ist nun einmal so.

Ernst, Occultistische Novellen, 1922

Denk' an deine Jugendsonne, wenn dich's in der Seele friert; träum von Jugendglück und Wonne, wenn es Herbst im Herzen wird. Strömt der Sonne Strahlenquelle auch nur einen Augenblick: – bleibt ihr Glanz in Herz und Seele doch noch lange Zeit zurück! Träumst du auch nur für Sekunden von dem Glück, das längst dahin: – ist dir gleich der Traum entschwunden, lang' glüht dir sein Bild im Sinn. Schmückst mit Blumen neu die Liebe, suchst des Freundes treue Brust gleich, als ob sie ewig bliebe, quillt des Geistes Götterlust. Denk' an deine Jugendsonne, und du fühlst dich neu entzückt; und du singst in Glück und Wonne Lieder, die dich einst beglückt.

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Eigentlich jung kann man nur im Alter sein.

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Das Alter, welches unsere Fähigkeit des Lebensgenusses vermindert, steigert unsere Lebensbegierde.

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Das Alter kommt plötzlich und nicht nach und nach, wie man immer sagt.

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Das Schlechte kannst du immer loben, Du hast dafür sogleich den Lohn! In deinem Pfuhle schwimmst du oben Und bist der Pfuscher Schutzpatron.

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Zahme Xenien 5, Erstdruck 1827

Auf dem Gipfel ist das Ziel und das Ende unseres Lebens, auf ihn ist unsere Wallfahrt gerichtet.

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Das Alter erscheint mit den Jahren allmählich, aber mit einer Krankheit oder einem großen Unglücksfall, den nichts je wieder gut machen kann, plötzlich.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 14. April 1830

Alt: wer morgens beim Erwachen denkt: Wenn's doch bald wieder Abend wäre. Jung: wer sich am Abend auf den nächsten Morgen freut.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Amarylle Oh stille Amarylle, Du blühst, wenn Herbst schon leer. Von Frucht- und Blütenfülle Bliebst du mir und nichts mehr. Ich trug dich in mein Zimmer, Balkon war schon zu kalt. Leucht Sommers letzten Schimmer Du mir. Das Jahr ist alt. Und alt ist auch mein Herz schon, Und weiß ist schon mein Haar. Sei du mein letzter Herbstlohn – Stumm, traurig. Und was mir war An Herzblühn und Geistfruchtzeit, Ist abgewelkt, wurmtaub. Auf Schmerz und Mühn und Sucht streut Enttäuschung totes Laub. Ach wenn auf meinem Grab nur Die stille Flamme ständ! Oh Amaryll, ich hab nur Das Licht, das jenseits brennt.

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