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Der Greis ist ehrwürdig, so lange er kein Jüngling sein will.
Warum erblickt man im Alter das Leben, welches man hinter sich hat, so kurz? Weil man es für so kurz hält, wie die Erinnerung desselben ist. Aus dieser nämlich ist alles Unbedeutende und viel Unangenehmes herausgefallen, daher wenig übrig geblieben.
Lacht nur über das Alter, ihr Jungen, ihr lacht nur über eine Vergangenheit, die eure Zukunft ist!
Er ist nun aus den Oden-Jahren in die Psalm-Jahre gekommen.
An A. von Binzer Den frohen Sinn der Jugend zu erhalten, Wenn auch das Alter schon die Locken bleicht, Das ist's, was jeder wünscht, doch schwer erreicht, Weil nur dem Glücklichen es vorbehalten. Ob wir nun fröhlich mit den Stunden schalten, Ob ihr phlegmatisch durch die Tage schleicht, Und ob's im Busen stürmet oder schweigt, Es muß das Herz doch nach und nach erkalten. Doch seh' ich Dich, so schwindet all mein Zagen; Denn ungebeugt im Kampfe mit der Welt Hast Du das Alter aus dem Feld geschlagen. Wer sich den Mut in diesem Kampf erhält, Der bleibt, mag auch das Herz ihm leiser schlagen, Von ew'ger Jugend Sonnenschein erhellt.
Das Alter ist ein großes Übel, denn es beraubt den Menschen aller Genüsse, läßt ihm aber das Verlangen danach und bringt alle Leiden mit sich.
Jugend im Alter Wie auch spät noch im Herbst um wetterzerfressenen Zaunpfahl Windenblume sich schlingt mit weißem Lilienkelche, so auch frage du nichts nach der Borke herbstlicher Jahre! Farbige Blüte dir web' auch ins entblätterte Alter!
Wie für unterschiedliche Jahreszeiten, so ziemt sich auch für unterschiedliche Lebensalter eine andere Handlungsweise.
Wenn es in den Bergen schneit [die Haare weiß werden], dann wird es kalt im Tal.
Das Altern fängt in dem Moment an, wo wir sagen: Noch nie habe ich mich so jung gefühlt.
Des Menschen Leben ist dem Weine gleich; Der letzte Rest wird Essig.
Ein leeres Wort ist's, wenn ein Greis den Tod sich wünscht, das Alter lästert und die lange Lebenszeit. Erscheint die Todesstunde, dann will keiner mehr verscheiden, und das Alter ist ihm keine Last.
Das selbe Leben, welches seine Spitze im Alter hat, hat auch seine Spitze in der Weisheit, in jenem milden Sonnenglanz einer beständigen geistigen Freudigkeit; beiden, dem Alter und der Weisheit, begegnest du auf einem Bergrücken des Lebens, so wollte es die Natur.
Es ist mir unmöglich, Ihnen zu sagen, wie alt ich bin. Mein Alter verändert sich ständig.
Ihr, die ihr jung seid, verlacht nicht den weißhaarigen Greis; die Blume, die sich entfaltet, wie viele Tage wird sie rot bleiben?
Das mittlere Alter ist die Zeit, in der ein Mann glaubt, daß er sich in einer oder zwei Wochen wieder so gut wie früher fühlen wird.
Kleine, wenn wir alt geworden … Kleine, wenn wir alt geworden, Hat das Leben uns getrennt – Du im Süden, ich im Norden, Wo den andern keiner kennt. Deine Taille nicht mehr zierlich, Deine Rosenwangen blaß, Und behäbig-reputierlich Handelst du mit irgendwas. Ich – von mancher Lebensschlappe Schon gekerbt und wenig froh – Trage meine Aktenmappe Auf ein dämliches Bureau. Kleine, wenn wir alt geworden, Gibt sich unser leichter Sinn; Und ich kriege einen Orden, Weil ich so manierlich bin. Und was dir das Herz entflammte Ist verweht nach froher Frist, Und es führt zum Standesamte Dich ein Steuerakzessist. Und du liest in deinem Blättchen, – Abends liegt es vor der Tür, – Daß ich Lieder und Sonettchen Manchmal dichte noch, wie früh'r. Kleine, wenn sich Blüt' auf Blüte In die Haare steckt der Mai, Klingt ein Echo durchs Gemüte Und die Brust wird jung und frei. Wenn die Kinder längst entschliefen, Und der Alte sitzt beim Skat, Blätterst du in gelben Briefen – Aber nicht vom Steuerrat; Holst du dir die Liederbände, Die ich zärtlich damals schrieb; Und ich halte deine Hände, Und du hast mich wieder lieb. Kleine, höre was ich künde, Sieh mich lächelnd an dabei: Eine ew'ge große Sünde Ist der holde Monat Mai. Trotzend Muckern und Zeloten Raubt sich keck der Liebe List, Was auf Erden so verboten Und was, ach, so himmlisch ist. Denn wie wär' in dürren Tagen, Schneebedrückt und sorgenschwer, Wohl der Winter zu ertragen, Wenn kein Mai gewesen wär? Stunden, ach, zum Teufelholen Schleppt das Leben noch heran, Aber aus verrauschten Bowlen Mild erinnernd düftet's dann. Und auf gelben Blättern lesen Wir, wie einst der Puls uns schlug. Da wir keck und jung gewesen Und die Stirne Kränze trug. Ob den Frohsinn zu ermorden Uns ins Herz die Sorge kroch, Kleine, wenn wir grau geworden, Atmet unser Frühling noch!
Tragt Sorge, daß das Alter euch nicht mehr Runzeln auf die Seele legt, als auf euer Angesicht.