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26202 Sprüche gefunden
Junge Leute sind, wie die Natur sie gemacht hat; die Greise sind durch die oft ungeschickte Hand der Umgebung bearbeitet.
Man spricht immer vom Studium der Alten; allein was will das anders sagen als: Richte dich auf die wirkliche Welt und suche sie auszusprechen; denn das taten die Alten auch, da sie lebten.
Das alte Gesicht Ein alt Gesicht spricht lehrend an. Man fragt wohl still, was hat der Mann Jahr aus, Jahr ein erleben müssen, Um unser Auge so zu grüßen, Daß es nur zweifelnd auf ihm weilt Und unser Herz den Zweifel theilt? Ein Jugendantlitz hat gesiegt Oft schon, wenn es vorüberfliegt. Was edle Nase, tiefe Augen, Was sanfter Mund, bedeutend Kinn in jüngerer Erscheinung taugen, Dient ihm zum schleunigen Gewinn. In alte Mien' uns einzuleben, Ist uns so plötzlich nicht gegeben. Was sie Erlebtes in sich hegt, Ist nicht so bald zurechtgelegt.
Es ist ein Zeichen des beginnenden Alters, wenn man auf einmal Lust kriegt, Bücher wieder zu lesen, die man schon kennt. Noch einen Schritt näher an das Grab, und man liest überhaupt nur noch Bücher, die man schon kennt.
Ich habe einige Ähnlichkeit mit den Windfahnen, die erst dann feststehen, wenn sie verrostet sind.
Der Greis ist einmal jung gewesen, ob der Jüngling aber das Greisenalter erreichen wird, ist noch ungewiss. So ist das abgeschlossene Gut besser als das zukünftige und unsichere.
Erst wenn man altert, äußert man so gerne, wie jung man sich fühlt.
Es gibt ein Alter, wo sich Bewunderung nur als Liebe, Liebe nur als Bewunderung äußert.
Der Jugend fliegt alles zu, die Liebe, das Glück; je älter wir werden, desto weniger gehen unsere Wünsche in Erfüllung; vielleicht darum, weil wir alsdann anfangen, das Vernünftige zu wollen.
Meine Krankheit ist unheilbar, da sie schon achtzig Jahre alt ist.
Man besitzt nicht das Alter, um die Jugend – und nicht die Jugend, um das Alter zu genießen.
Monolog vieler Fünfziger: „’s ist ein eigentümliches Gefühl, wenn man so den ganzen weiten Weg überblickt, den man zurücklegen musste, um endlich dort anzukommen, wohin man keinesfalls gelangen wollte!“
Wer älter aussehen will, als er ist, suche sich zu verjüngen.
Manches, was wir in der Jugend in den Wind schlugen, kommt später als Sturm über uns.
Nicht wenn man jugendliche Torheiten nicht mehr macht, ist man alt, sondern wenn man sie nicht mehr verzeiht.
Mich beherrscht eine entsetzliche Ruhe. Das also ist der Friede des Alters!
Wer dreiundvierzig Jahre lang – so alt bin ich – treu und brav gewesen ist, wird seine Natur nicht mehr ändern, und für meine Treue und Bravheit habe ich ja meine Armut zum Zeugnis.
Im Alter, wenn die Kräfte des Geistes und Leibes verschwinden, – wie seltsam ist es, hierin eine Vernichtung zu sehen? Wenn die Blätter des Baumes im Herbste abfallen, ist der Baum nun tot? Ein neuer Frühling wird ihn erwecken.
Wir sollten das Alter mehr als den Tod fürchten. Tot ist nicht der, der jung starb. Tot ist nur der, der vergreist; weil nur er das Gefühl für seinen Tod hat. Ohne das Greisenalter könnte uns niemand Auskunft geben, was der Tod ist.
Sie können kühnlich die Behauptung aufstellen, ein [...] denkender Mensch – spricht schließlich, wenn er im Winter seines Lebens steht, der Liebe geradezu die Existenz ab, die unsere aberwitzigen Illusionen ihr verliehen haben!