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26202 Sprüche gefunden

Selbsttäuschung "Bist geworden älter, Bist geworden kälter!" Sag' ich oft zu mir; "Laß es dich nicht grämen, Nicht den Mut dir lähmen, Kannst ja nicht dafür! Jeder Tag verglühet, Jeder Lenz verblühet, Jede Stimme bricht, Jede flücht'ge Stunde Schlägt uns eine Wunde: Wir nur merken's nicht. Erst wenn tausend bluten, Will es uns gemuten, Daß die Kraft doch litt; Stein und Erz verwittert, Eich' und Zeder splittert, Und wir altern mit." – Das fühl' ich mit Schmerzen Oft so klar im Herzen, Bin so ernst, so still, Daß ich einen Schleier Über meine Leier Scheidend breiten will. – Und doch – wenn ich wieder Hoch von Alpen nieder Ausblick' in die Welt; Wenn ich in das Blaue Schwindelnd aufwärts schaue, Das der Mond erhellt; Wenn aus heil'gen Hallen Orgelklänge schallen, Wenn der Wildbach braust; Wenn die Wolkenfalten Blaue Blitze spalten; Wenn der Hochwald saust; Wenn ich, froher Dinge, Freundesbrust umschlinge, Mensch mit Menschen bin; Wenn's in muntren Kreisen Schallt von kräft'gen Weisen, Dann erwacht mein Sinn. Dann wohl fühl' ich's schlagen Wie in frühern Tagen, Manches meldet sich; Und das Aug' wird heller, Und der Puls wird schneller, und ich fühle mich. Und mir sagt's ein Sehnen: "Laß solch eitles Wähnen; Bist nicht, was du scheinst! Du wardst noch nicht älter, Du wardst noch nicht kälter, Bist noch jung wie einst!"

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Der Greis glaubt, alles zittere, die ganze Natur schleiche auf Krücken.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Ja, je gewisser das Ende ist, desto reizvoller die Minute und desto dringender die Mahnung: Nutze den Tag.

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Sag dich nicht los von der Unterweisung der Alten, denn auch sie haben von ihren Vätern gelernt.

Altes Testament. Das Buch Jesus Sirach (#Sir 8,11)

Die besten Waffen des Alters sind immer [...] die geistigen Güter und die Betätigungen der Tugenden.

Cicero, Cato der Ältere über das Greisenalter (Cato maior de senectute), 44 v. Chr. Übersetzt von Raphael Kühner 1864. Originaltext: Aptissima omnino sunt [...] arma senectutis artes exercitationesque virtutum.

Da ich noch ein Kind war, hört ich stets: der Jugend Führer sei das Alter; beiden sei, nur wenn sie als Verbundne wandeln, Glück beschert.

Goethe, Palaeophron und Neoterpe. Ein Festspiel zur Feier des 24. Oktober 1800, 1800

Du, dieses Jahres Abend, Herbst Sei meines Lebensabends Bild! Wie langsam du den Hain entfärbst, Und deine Sonn' ist frühlingsmild: Es lacht das grünende Gefild Tief im Oktober ohne Frost, Und in der Traube schwillt der Most, Wie in der Brust Begeistrung schwillt.

Rückert, Gedichte. Haus und Jahr. Herbst

Ich beklage einen verliebten Greis, die Leidenschaften der Jugend richten einen verbrauchten und welken Körper furchtbar her.

Vauvenargues, Nachgelassene Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Jung sein wollen und nicht mehr können!

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Ich bin ein angehender Greis, der Hoffnung hat, ehrwürdig zu werden. Also nichts zu fürchten.

Nestroy, Lady und Schneider. Posse mit Gesang in zwei Akten, 1849. 2. Akt, 5. Szene, Fuchs

Willst du dir den abendlichen Frieden deines Lebens sichern, so ruf' deine Fahrzeuge zeitig vom hohen Meere heim! Wirf die Netze des Erfolgs nur noch am nächsten Ufer aus.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Dreiste Blicke Über die Knie Unter ein Röckchen zu schaun – – Wenn sie doch das und die Haben, die schönen Fraun! Über einen öffnenden Saum In Täler zwischen Brüstchen Darf Blick wie stiller Traum Stürzen sein Lüstchen. Sollen doch Frauen auch So blicken, – nicht schielen – Wenn Arm, Popo und Bauch In Fältchen spielen. Nimm, was der Blick dir gibt, Sei es, was es sei. Bevor sich das selber liebt, Ist's schon vorbei.

Ringelnatz, J., Gedichte. Flugzeuggedanken, 1929

Die Alten Wenn man jung ist und modern, möchte man natürlich gern alles neu und umgestalten, doch, wer meckert dann? Die Alten! Will dynamische Ideen endlich man verwirklicht sehen, zieh'n sich sorgenvolle Falten; ja, so sind sie, unsere Alten! Krieg und Elend, Hungersnot; manchen Freundes frühen Tod; doch sie haben durchgehalten, ja, das haben sie, die Alten! Was sie unter Müh' und Plagen neu erbaut in ihren Tagen, wollen sie jetzt gern erhalten: Habt Verständnis für die Alten! Bändigt Eure jungen Triebe, zeigt den Alten Eure Liebe, laßt Euch Zeit mit dem Entfalten, kümmert Euch um Eure Alten! Wozu jagen, warum hetzen? Nach den ewigen Gesetzen ist die Zeit nicht aufzuhalten. Plötzlich seid Ihr dann die Alten! Und in Euren alten Tagen hört Ihr Eure Kinder klagen; ach, es ist nicht auszuhalten, immer meckern diese Alten! Ja, des Lebens Karussell dreht sich leider viel zu schnell; drum sollten sie zusammenhalten, all die Jungen und die Alten!

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Ehren wir die weißen Haare, vor Allen aber die Unsern!

Petit-Senn, Blüthen und Knospen (Bluettes & Boutades). Frei bearbeitet von Franz August Stocker, 1861

Glücklich, wer den Himmel offen In der Zukunft Dunkel sieht! Aber man verlernt das Hoffen, Wenn die Jugendwolke flieht.

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Je älter ich werde, desto demokratischer gesinnt bin ich.

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Heirat im Alter – entweder Kreuz oder Hörner.

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Der Kern noch frisch, der Kopf ein wenig mürber, das Herz an guten und herben Erfahrungen reicher.

Scheffel, J. V., Briefe. An Eisenhart, 1862

Was man in seiner Jugend erwirbt, dient im Kampf gegen das Elend des hohen Alters. Und wenn du willst, daß dein Alter sich aus Weisheit nähre, so sorge dafür, solange du jung bist, daß es in deinem Alter nicht an Nahrung mangelt.

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Das Alter ist der Sammelplatz der Übel; denn alle Übel suchen da ihre Unterkunft.

Diogenes Laertius, Leben und Meinungen berühmter Philosophen. IV, 7, 48. Übersetzt von Otto Apelt (1921)

Wertlos, ungesellig, schwach, freudlos kommt das Greisentum, die Vereinigung sämtlicher Übel.

Sophokles, Ödipus auf Kolonos, posthum aufgeführt um 401 v. Chr