Alter Sprüche

Sprüche über Alter

1145 Sprüche in dieser Kategorie

Mit jedem Eintritt in eine neue Altersphase erschrickt man anfangs über den Verlust, den sie einem bringt und gewinnt nach einer Weile die Vorzüge lieb, die sie einem verleiht.

Pauly, Aphorismen, 1905

Nicht die Jugend bedarf bei ihrem Schaffen der Ermunterung, sondern das Alter.

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Das Alter verklärt oder versteinert.

Ebner-Eschenbach, Aphorismen (in: Neue Monatshefte für Dichtkunst und Kritik), 1877

Ich wollte schon immer alt werden, wenn nur die, die um mich her sind, jung blieben.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 8. März 1833

Man sagt, ich sei dreißig Jahre alt. Wenn ich aber drei Minuten in einer gelebet habe – bin ich dann nicht neunzig Jahre alt?

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Im Alter empfindet man es als ein ungemeines Glück, wenn man in der Abwägung der Welt im Reinen ist und die Dinge weder durch die eigenen Empfindungen, noch durch die Darstellung anderer in wechselnden Farben sieht

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Daß die Herzen mancher Greise – Wohl ganz seltsamer Weise – Ungeheuer Schnell ins Feuer Oft geraten, wenn sie schauen Schöne Mädchen oder Frauen, Schneller als bei Jungen dies mitunter Vorzukommen pflegt – nimmt mich nicht Wunder; Denn das grüne Holz ist ja viel nässer, Und das dürre brennt d'rum immer besser.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Wenn wir alt sein werden, wenn der Ruhe Dämmerung leis in immergleichem Atemzuge uns im Herzen haucht, wenn das Auge matt und milde blickt, kältre Farben sieht und flockigen Umriß, wenn der Hände Drücke, altersfaltenweich, immer abschiednehmender, zag sich fühlen, wenn das Hirn, von Erkenntnis starr, immer kälter wird, und der Hoffnung warmer Taubenflügelschlag nicht mehr linde Glücksgedankenwellen schlägt, wenn an Rosen-Statt Herbstzeitlose blaßt ... Sonne, Sonne! Du auch wirst mir dann verbleichen, die ich kindlich und anbetend liebe. Eine Wärme nur, eine Liebe nur, nur einen Glauben dann werd ich mir wahren: dich du traumvergangene Heilige.

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Bedauernswert ist der mittellose Greis.

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Wenn ich dereinst ganz alt und schwach, Und 's ist mal ein milder Sommertag, So hink' ich wohl aus dem kleinen Haus Bis unter den Lindenbaum hinaus. Da setz' ich mich denn im Sonnenschein Einsam und still auf die Bank von Stein, Denk' an vergangene Zeiten zurücke Und schreibe mit meiner alten Krücke Und mit der alten zitternden HandBerthaSo vor mir in den Sand.

Busch, W., Gedichte. Kritik des Herzens, 1874

Manch einer meint in seiner Verblendung, es [das Greisenalter] sei eine Klippe; es ist ein Hafenplatz, über den man sich freuen muss.

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Der Winter will eine Decke haben, das Alter aber unangefochten sein.

Stobaios, Eclogae und Florilegium (antike Sammlung von Exzerpten und Lehrmeinungen)

Ist das Alter entfernt, wer wünscht es nicht? Kommt es denn endlich, Tadelt es jeder; als Schuld dünkt es uns schöner zu sein.

Haug/Weisser (Hg.), Epigrammatische Anthologie, 10 Bde., 1807-1810

Alte Bäume behämmert der Specht am meisten.

Busch, Aphorismen, Reime und Sinnsprüche

Bevor ich ein alter Mann wurde, war ich darauf bedacht, würdig zu leben, jetzt im Alter richtet sich mein Streben darauf, würdig zu sterben.

Seneca, Mächtiger als das Schicksal. Ein Brevier, übersetzt von Wolfgang Schumacher 1942. Moralische Briefe an Lucilius

Es ist eine traurige Stärke des Alters, dass es auf alles verzichten kann.

Pauly, Aphorismen, 1905

Nichts macht so alt als der Eifer, jung zu scheinen.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

"Die Zeit heilt alle Wunden", ist Dein Wahn? O Freund, fang' doch zu überlegen an, Und Du gelangst zu ganz and'rer Kunde. Hat – neben Vielem, was dem Menschen droht – Hat je die Zeit geheilt des Alters Noth, Und ist das Alter nicht die schlimmste Wunde?

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Wenn man alt ist, denkt man über die weltlichen Dinge anders, als da man jung war.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 6. Dezember 1829

Ich hatte mir das Alter immer reizend und viel reizender als die früheren Lebensepochen gedacht, und nun, da ich dahin gelangt bin, finde ich meine Erwartungen fast übertroffen.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 9. Juli 1824

Man gewinnt keine Freunde mehr im Alter; dann ist jeder Verlust unersetzlich.

Vauvenargues, Nachgelassene Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938